Mi., 08.11.2017

Expertengremium plädiert für umfassende Schnittarbeiten an den Steilhängen Doberg soll wieder sichtbar werden

Karin Bohrer (Untere Naturschutzbehörde) und Rudolf Höcker (Höhere Naturschutzbehörde) vor dem Naturschutzkegel. Dieser ist teilweise schon freigeschnitten worden und zeigt deutlich die markanten Schichtungen des Bodendenkmals

Karin Bohrer (Untere Naturschutzbehörde) und Rudolf Höcker (Höhere Naturschutzbehörde) vor dem Naturschutzkegel. Dieser ist teilweise schon freigeschnitten worden und zeigt deutlich die markanten Schichtungen des Bodendenkmals Foto: Hilko Raske

Von Hilko Raske

Bünde   (WB). Der Doberg gilt bei den Bündern als attraktives Naherholungsziel. Dass er nicht nur ein Naturschutzgebiet, sondern auch ein bedeutsames Bodendenkmal ist, sind sich die Besucher dabei nicht immer bewusst. Das liegt vielleicht daran, dass seine markanten Steilhänge zugewachsen sind. Das soll sich nun ändern.

Nicht zuletzt deshalb hat am Dienstag ein Gremium aus Fachleuten den Doberg unter die Lupe genommen. Das Besondere daran: Auch Mitglieder des Fördervereins für das Dobergmuseum nahmen an der Begehung teil. Das sieht ein neues Pflege- und Nutzungskonzept für das Gebiet vor. So soll künftig vermieden werden, dass der Doberg primär unter dem Aspekt des Naturschutzes betrachtet wird. In der Vergangenheit hatte das wiederholt zu Irritationen geführt.

Geländebesonderheiten erschweren Pflege

Dass die Besonderheiten des Geländes die Pflege erschweren, wurde während eines Rundgangs deutlich, an dem Rudolf Höcker (Höhere Naturschutzbehörde Detmold), Karin Bohrer (Untere Naturschutzbehörde Kreis Herford), Dr. Rainer Ebel und Fritz Hasenburger (Förderverein Dobergmuseum), Marcus Horst (Untere Denkmalbehörde Bünde) sowie Klaus Nottmeyer und Georg Borchard (Biostation Stift Quernheim) teilnahmen.

Neue Sichtachsen sollen geschaffen werden

Ziel sei es, die für den Doberg typischen Steilhänge freizuschneiden und Sichtachsen zu schaffen, sagte Karin Bohrer. Hier sei zwar in der Vergangenheit schon die Biostation aktiv geworden. Allerdings solle künftig ein nachhaltiger Effekt erzielt werden. Wie man den erreichen kann, war Gegenstand der Diskussion vor Ort. »Ideal wäre eine Beweidung durch Ziegen, die den Bewuchs niedrig halten würden und auch keine Probleme mit den Steilhängen hätten«, sagte Höcker. Das könne aber eine Einzäunung nach sich ziehen und die Aufenthaltsqualität am Doberg schmälern. Baum- und Gehölzrückschnitte seien nur die zweitbeste Lösung. Nichtsdestotrotz wolle man vor allem im Bereich der Aussichtsplattform an der Albert-Schweitzer-Straße zeitnah mit den Schnittarbeiten beginnen. Der südliche Abschnitt des Naturschutzkegels – er befindet sich im Besitz des Kreises Herford – ist bereits freigeschnitten worden. »Noch 1980 war diese Stelle frei von Bewuchs. Man konnte die Erdschichtungen hervorragend erkennen«, so Dr. Ebel.

Trotz der Geländeschwierigkeiten – die Mitarbeiter der Biostation können nur mit Gurten gesichert an den Hängen arbeiten – rechnet Georg Borchard maximal mit zwei Tagen für die Schnittarbeiten am Naturschutzkegel. Das Schnittgut müsse anschließend jedoch entsorgt werden, um zu vermeiden, dass zuviel Nährstoffe in den Boden gelangten. Denn gerade dieser nährstoffarme Boden habe den Doberg zu einem überregional bedeutsamen Biotop für seltene Tier- und Pflanzenarten werden lassen.

Eschensterben am Doberg

Fällarbeiten sind allerdings auch noch aus einem anderen Grund erforderlich. Das Eschensterben – Schuld ist ein winziger Pilz, das Eschenstängelbecherchen – hat auch den Doberg erreicht. »Schon allein aus Gründen der Verkehrssicherheit müssen die hier stehenden Eschen gefällt werden«, betonte Karin Bohrer.

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