Fr., 10.11.2017

Gericht verurteilt junge Bünder wegen bewaffneten Drogenhandels Lange Haftstrafen für Dealer-Duo

Das Duo hat auch mit Ecstasy gehandelt.

Das Duo hat auch mit Ecstasy gehandelt. Foto: Thomas Klüter

Von Steve Wasyliw

Bünde/Bielefeld (WB). Der Vorsitzende Richter bezeichnete zwei Drogendealer als »lokale Prominenz in Bünde bei jungen Menschen« und hat sie am Donnerstag wegen bewaffneten Drogenhandels zu Haftstrafen von drei Jahren und neun Monaten beziehungsweise fünf Jahren verurteilt.

Die Polizei in Bünde wurde auf die 26- und 29-jährigen Männer aufmerksam, nachdem wachsame Eltern den Ordnungsbeamten einen Hinweis gegeben hatten. Zahlreiche Schüler und weitere Jugendliche sollen zum Kundenstamm des Dealer-Duos gezählt haben. Somit blieb den beiden Bündern nicht viel mehr, als vor dem Landgericht Bielefeld reinen Tisch zu machen.

Der 26-jährige Marcel S. (Namen geändert) sagte bereits bei der polizeilichen Vernehmung umfassend aus, gestand den Drogenhandel. Auch die Abnehmer der illegalen Substanzen nannte er. 30 Strafverfahren gegen die Käufer wurden mittlerweile eingeleitet. »Die Aussage von S. hatte schon eine besondere Qualität«, sagte Richter Christoph Meiring am Donnerstag in der Urteilsbegründung. Daher habe es eine Milderung im Schuldspruch gegeben.

Gericht stellt »unreifes Verhalten« fest

Überhaupt zeigten sich die Angeklagten schnell geläutert. Meiring stellte bei der Tatbegehung ein »unreifes Verhalten« fest. Zuerst begannen sie Kleinstmengen an Cannabis zu verkaufen, um die eigene Abhängigkeit zu finanzieren. Als der arbeitslose Daniel E. schließlich zu S. zog, wurde auch im größeren Stil gehandelt. Höhepunkt war der Ankauf von 1000 Gramm Amphetaminen sowie 1000 Ecstasypillen.

Vornehmlich im Bereich der eigenen Wohnung auf einem öffentlichen Parkplatz, in der Nähe des Bahnhofes, vor den Bünder Lichtspielen sowie in einer Herforder Diskothek wollen die Angeklagten die Drogen gewinnbringend verkauft haben. Unter den Abnehmern sollen nach Überzeugung des Gerichts auch zahlreiche Minderjährige gewesen sein. S. und E. gaben an, davon nichts gewusst zu haben.

Strafrechtlich wurde den beiden Männern eine »umfangreiche wie einzigartige Waffensammlung«, bestehend aus rund 60 Messern, Schlagstöckern und Gaspistolen, zum Verhängnis, begründete Richter Meiring das erhöhte Strafmaß. Juristisch wurde der Verkauf als bewaffneter Drogenhandel eingestuft – Mindestfreiheitsstrafe fünf Jahre.

Staatsanwaltschaft hatte höhere Strafen gefordert

Die Strafkammer verhängte gegen S. eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten, da er sich vollumfänglich geständig gezeigt hatte. Der 29-jährige E. wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Allerdings muss sich der seit seiner frühesten Jugend drogenabhängige Mann einer Therapie in einer Entziehungsanstalt unterziehen. »Wir haben Ihnen heute den goldenen Weg aufgezeigt, damit Sie zurück in die Gesellschaft kommen können«, sagte Meiring abschließend.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung zu Freiheitsstrafen von fünf Jahren beziehungsweise sechs Jahren und zehn Monaten beantragt.

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