Mi., 01.06.2016

Feuerwehr rückt zu knapp 100 Einsätzen im Kreis Herford aus Starkregen überflutet Straßen und Keller

Die Ravensberger Straße in Spenge ist auf Höhe von Auf der Freiheit und der Engerstraße auf der einen Fahrbahn kaum befahrbar.

Die Ravensberger Straße in Spenge ist auf Höhe von Auf der Freiheit und der Engerstraße auf der einen Fahrbahn kaum befahrbar. Foto: Daniela Dembert

Von Christina Ueckermann, Kathrin Weege und Daniel Salmon

Enger/Spenge/Bünde (WB). Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller: Der Starkregen hat am Mittwoch zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen im Kreis Herford geführt. Vor allem in Spenge hatte die Feuerwehr alle Hände voll zu tun.

57 Einsätze zählte Dirk Thoeren, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Spenge. »Und es werden sicher noch mehr«, vermutete er. Die starken Gewitterschauer hatten innerhalb kurzer Zeit Straßen unter Wasser gesetzt – insbesondere die Innenstadt war betroffen.

»Auf der Mühlenburger Straße stand das Wasser so hoch, dass wir sie sperren mussten«, sagte Thoeren. An der Alten Mühle und der Kita Ravensberger Straße dichteten die Einsatzkräfte die Eingänge mit Sandsäcken ab, damit das Wasser nicht in die Gebäude drückt. »Die komplette Feuerwehr der Stadt Spenge ist unterwegs – das sind zwischen 80 und 100 Einsatzkräfte auf 18 Fahrzeugen«, sagte Thoeren. In der Leitstelle Eilshausen liefen ununterbrochen Notrufe auf. Die Spenger Einsätze wurden deshalb zentral vom Gerätehaus Spenge-Mitte koordiniert.

Ein Sprecher der Leitstelle wies darauf hin, dass es sich um einen normalen Gewittereinsatz handeln würde, wie er ein- bis zweimal im Jahr am Anfang des Sommers auftrete. Keineswegs seien der Starkregen und seine Folgen vergleichbar mit der Naturkatastrophe in Süddeutschland.

In Enger verzeichnete die Kreisleitstelle zwölf Einsätze

Nicht ganz so schlimm wie Spenge hat das Unwetter Enger getroffen. Bei Redaktionsschluss hatte die Kreisleitstelle zwölf Einsätze zu verzeichnen. »Wir haben eine örtliche Einsatzzentrale installiert«, sagt Michael Rogowski, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Enger.

Die Löschzüge und Gruppen rückten unter anderen an die Bielefelder Straße, Dreyener und Spenger Straße aus. »Wir pumpen Keller leer und haben mit überfluteten Straßen zu kämpfen«, lautete das kurze Statement von Rogowski, bevor er sich direkt wieder an die Arbeit machte.

Die Spenger Straße war komplett mit brauner Brühe überzogen. Das Wasser war von den Feldern heruntergelaufen. »Die Gullis konnten das nicht schlucken. Uns blieb nichts anderes übrig, als die Straße vorübergehend zu sperren«, sagte Arndt Höpker, Leiter des Löschzugs Enger-Mitte. Weitere Unwetterschwerpunkte im Kreis Herford waren Kirchlengern mit 14 und Bünde (19) und Hiddenhausen (4).

Einsatz auch in Bünde und Kirchlengern

Der Starkregenhat auch in Bünde und Kirchlengern zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. Am schlimmsten erwischte es die Gemeinde Kirchlengern und dort den nördlichen Ortsteil Rehmerloh.

An der Rehmerloher Straße wurde ein abschüssig gelegener Kartoffelacker auf die Fahrbahn gespült. Bis zu 15 Zentimeter hoch stand der Schlamm auf einer Länge von gut 300 Metern auf dem Asphalt. Ein drei Meter tiefer Graben wurde komplett geflutet, in Keller, Garagen und Gärten von fünf anliegenden Wohnhäusern wurde Wasser und Schlamm gedrückt.

Mit Sandsäcken versuchten die herbeigeilten Einsatzkräfte die Fluten zu stoppen. Ein Radlader schob den Matsch an den Fahrbahnrad, durch provisorisch angelegte Kanäle konnte das Wasser halbwegs zielgerichtet abfließen.

 

 

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