Mo., 23.10.2017

Insolventer Küchenhersteller: Gespräche mit Betriebsrat über Interessenausgleich und Sozialplan Alno-Mitarbeiter werden freigestellt

Stammsitz in Pfullendorf.

Stammsitz in Pfullendorf. Foto: dpa

Pfullendorf/Enger (WB/ef). Noch keine Lösung für den insolventen Küchenhersteller Alno gefunden: Nach den 400 Alno-Mitarbeitern in Enger werden nun auch etwa 400 Alno-Beschäftigte am Stammsitz Pfullendorf freigestellt.

Lediglich ein Team für den Investorenprozess und insolvenzspezifische Aufgaben, das rund 170 Mitarbeiter inklusive Azubis umfasst, ist von der Maßnahme des Insolvenzverwalters Prof. Dr. Martin Hörmann nicht betroffen.

Die Freistellungen erfolgen mit Wirkung zum 24. Oktober 2017. Insolvenzverwalter Hörmann betonte, dass die Freistellung nicht gleichzeitig die Kündigung bedeute. Der Insolvenzverwalter und sein Team nehmen kurzfristig Gespräche mit dem Betriebsrat auf, um einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für die Beschäftigten zu verhandeln.

Gespräche mit Investoren

Ziel sei es, die Verhandlungen noch im Oktober zum Abschluss zu bringen. Die Maßnahmen seien trotz intensiver und konkreter Verhandlungen im Investorenprozess auf Grund der Liquiditätssituation von Alno erforderlich. Ungeachtet der Freistellungen würden »die vielversprechenden Investorengespräche« bei der Alno Aktiengesellschaft fortgesetzt.

Der Insolvenzverwalter und sein Team führten mit ernst zu nehmenden Interessenten konkrete Verkaufsverhandlungen.

Produktion ruht seit September

Seit Mitte September ruht die Alno-Produktion. In branchenkreisen heißt es, dass Kunden länger auf ihre neuen Küchen warten müssen.

Alno mit seinen rund 1600 Mitarbeitern hatte im Juli Insolvenz angemeldet, das Insolvenzverfahren läuft seit Oktober. Bei einem Erlös von 493,2 Millionen Euro machte man 2016 einen Verlust von 67,2 Millionen Euro.

Bekannt ist bereits, dass das Unternehmen zerschlagen wird, d enn Tochter Pino wird von Küchenmöbel-Marktführer Nobilia (Verl) übernommen. Die Schweizer Tochter Forster ist bereits verkauft.

 

Kommentare

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Ja ist zu vermuten oder Arbeitsplätze werden ins Ausland velagert wegen der Lohnkosten . Uns man man auch aus­quet­scht Lohnverzicht Tarifliche Lohnerhöhung Mehrarbeit und mit der Ausicht auf Standorterhaltung .Von wegen 130 Arbeitsplätze weg 2014 Hörnlein Bevern . Tarifgebunden und zu teuer das wars damals . Hat keinen mehr in­te­r­es­siert was aus uns wird . Für die Mitarbeiter ein schwer verständlicher Prozeß , und die Verantwortlichen werden woanders arbeiten und können nur selten zur Verantwortung gezogen werden .

Ja super, wenn 800 Mitarbeiter freigestellt werden, lassen sich Alno und Wellmann leichter verkaufen und der Insolvenzverwalter kann sich auf die Schulter klopfen. Die freigestellten Mitarbeiter landen beim Arbeitsamt und die von Inverstoren - sofern denn welche tatsächlich vorhanden sind - benötigten Arbeitskräfte werden billig über Zeitarbeitsfirmen organisiert.

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