Do., 22.09.2016

Mehrere tausend Euro vom Konto der Cousine veruntreut – Geldstrafe auf Bewährung Betreuer (79) bediente sich selbst

Wenn Menschen ihre Angelegenheiten nicht mehr regeln können, kann das Gericht einen Betreuer bestellen.

Wenn Menschen ihre Angelegenheiten nicht mehr regeln können, kann das Gericht einen Betreuer bestellen. Foto: Peter Schelberg

Von Peter Schelberg

Herford(WB). Als vom Gericht bestellter Betreuer sollte sich ein heute 79-jähriger Herforder um das Wohl seiner Cousine kümmern. Weil er aber große Finanzprobleme hatte, bediente er sich selbst und ließ sich mehrfach Beträge vom Konto der Verwandten auszahlen. Mit fremdem Geld bediente er dann eigene Schulden. Wegen Untreue in sieben Fällen musste sich der Rentner dafür jetzt vor dem Amtsgericht Herford verantworten. Gesamtschaden laut Anklage: 5 170 Euro. In drei Fällen wurde das Strafverfahren eingestellt.

Für die restlichen vier Fälle (Schaden: 4 400 Euro) sprach Richter Steinecker eine Verwarnung mit Strafvorbehalt aus, eine »Geldstrafe auf Bewährung«: Der Ex-Handwerker wurde verwarnt und muss 1 800 Euro Geldstrafe zahlen, wenn er in zweijähriger Bewährungszeit erneut straffällig wird. Zudem erhielt er die Auflage, der Erbin der inzwischen verstorbenen Cousine als Wiedergutmachung 2 500 Euro zu überweisen.

Vom Gesamtschaden hat der nicht vorbestrafte und weitgehend geständige Herforder inzwischen den größten Teil zurückgezahlt. Er selbst lebt nach eigenen Angaben von einer kargen Rente und hat sein Haus verkaufen müssen. Als Motiv für den verbotenen Griff in die Kasse nannte er finanzielle Engpässe: »Durch Mietnomaden hatte ich einen großen Schaden in meinem Wohnhaus.« Das vom Konto seiner Cousine ausbezahlte Geld habe er als Darlehen betrachtet: »Ich wollte es nicht behalten.«

Eine Verfahrenseinstellung komme bei dieser Summe nicht in Betracht, betonte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte habe ohne Absprache und pflichtwidrig Geld kassiert: »Das war kein einmaliges Fehlverhalten. Sie haben die Vertrauensposition als Betreuer missbraucht.« 4400 Euro seien kein Pappenstiel, verdeutlichte auch Richter Steinecker in der Urteilsbegründung: Der Ex-Betreuer habe in die eigene Tasche gewirtschaftet – und damit einem Menschen geschadet, der sich nicht wehren konnte.

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