Do., 20.10.2016

31-jähriger Randalierer bedroht und verletzt Mitarbeiter – Security läuft Patrouille Polizisten bewachen das Rathaus

Zwei Polizisten stehen vor dem Rathaus. Sie sollen verhindern, dass der 31-jährige Randalierer es erneut in den Verwaltungssitz schafft und dort Mitarbeiter attackieren kann.

Zwei Polizisten stehen vor dem Rathaus. Sie sollen verhindern, dass der 31-jährige Randalierer es erneut in den Verwaltungssitz schafft und dort Mitarbeiter attackieren kann. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford(WB). Polizisten und Sicherheitsleute bewachen das Rathaus. Ein 31-Jähriger hat dort wiederholt randaliert und Mitarbeiter bedroht – einen sogar mit dem Tod. Ein Beamte soll einen Faustschlag ins Gesicht bekommen haben.

Hausverbot in allen Behörden der Stadt

Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um einen Flüchtling handeln, der seit drei Jahren in Herford geduldet ist. Er soll polizeibekannt sein. An mehreren Orten in der Innenstadt soll er bereits für Ärger gesorgt haben. In sämtlichen Behörden der Stadt soll er keinen Zutritt mehr haben.

Randalierer weiter auf freiem Fuß

Der Haupteingang wird seit Montag von Security bewacht. Foto: Moritz Winde

Nach Informationen dieser Zeitung soll der 31-Jährige unter einer Persönlichkeitsstörung leiden. Die Frage, warum er trotz zahlreicher Straftaten immer noch auf freiem Fuß ist, konnte weder die Polizei noch die Stadt Herford beantworten. Im Moment scheint es nicht möglich, den Mann im beschleunigten Verfahren in Haft zu bringen.

Motiv ist unklar

Nachdem der 31-Jährige in der vergangenen Woche an zwei Tagen grundlos im Rathaus für Stunk gesorgt hatte, habe man ihm Hausverbot erteilt, sagt Stadtsprecherin Susanne Körner. Weil man aber befürchtete, dass sich der renitente Mann – wie schon in der Vergangenheit – daran nicht halten wird, hat die Verwaltung zu außergewöhnlichen Mitteln gegriffen und einen Sicherheitsdienst engagiert. Susanne Körner: »Wir wollen in erster Linie unsere Mitarbeiter schützen.« Das Motiv des Mannes ist offenbar völlig unklar. Er habe kein verständliches Anliegen mehr formuliert, sondern sei direkt zu bedrohlichem Körpereinsatz übergegangen.

 Mann im Flur überwältigt

Trotz der verschärften Sicherheitsmaßnahmen schaffte es der 31-Jährige am Mittwochmorgen gegen 10.15 Uhr erneut ins Rathaus zu gelangen – durch die Hintertür. Bis in eines der Büros drang er jedoch nicht vor. »Wir haben ihn anhand eines Fotos erkannt und ihn rechtzeitig auf dem Flur überwältigen können. Er war ziemlich aggressiv und hat immer wieder in gebrochenem Deutsch gesagt, er wolle nur sein Recht«, beschreibt ein 25-Jähriger vom Sicherheitsdienst die Szene.

Security aufgestockt

Bei der Auseindersetzung soll ein Security-Mann einen Schlag auf den Kopf bekommen haben. Dem Hausmeister soll der Störenfried ein blaues Auge verpasst haben. Der Flüchtling soll zudem auf Kopierer, Faxgeräte, Türen und Schränke eingedroschen und Absperrbänder abgerissen haben.

Nach diesem Vorfall wurde die Anzahl der Security aufgestockt. Zwei Männer stehen am Haupteingang, einer läuft auf den Fluren Patrouille. »Die Hintereingänge bleiben zurzeit abgeschlossen«, sagt Stadtsprecherin Susanne Körner. Auch die Polizei zeigt vor dem Rathaus seit gestern Präsenz. »Wir haben dort eine Gefährdungslage«, kommentiert Sprecher Uwe Maser. Wie lange soll das Rathaus geschützt werden? »Bis auf Weiteres«, heißt es aus der Verwaltung.

Bürgermeister Tim Kähler denkt sogar darüber nach, auch andere Behörden der Stadt wie das Technische Rathaus und das Elsbachhaus bewachen zu lassen.

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