Do., 01.12.2016

Umgestaltung der Herforder Kasernen soll im Januar starten – Bedenken der Bürger Angst vor zu viel Verkehr

Vlothoer Straße, kurz vor 8 Uhr: Um diese Zeit ist auf dem Herforder Stiftberg kaum ein Durchkommen. 1400 Kinder besuchen das Gymnasium, die Grundschule und die Kita. Viele werden gebracht. Anlieger befürchten, dass der Verkehr zunimmt, je mehr Leute auf den Kasernenflächen arbeiten und wohnen. Man arbeite an einem Konzept, heißt es aus der Verwaltung.

Vlothoer Straße, kurz vor 8 Uhr: Um diese Zeit ist auf dem Herforder Stiftberg kaum ein Durchkommen. 1400 Kinder besuchen das Gymnasium, die Grundschule und die Kita. Viele werden gebracht. Anlieger befürchten, dass der Verkehr zunimmt, je mehr Leute auf den Kasernenflächen arbeiten und wohnen. Man arbeite an einem Konzept, heißt es aus der Verwaltung. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). 72 Fußballplätze: So groß ist die Fläche, die die Briten auf dem Stiftberg zurückgelassen haben. Was wird aus dem Areal in Top-Lage? Ideen sind am Dienstagabend der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Ein Dorfplatz mit Supermarkt, Cafés, Ärzten und anderen schönen Dingen soll die beiden ehemaligen Militärstandorte miteinander verbinden. Foto: Winde

100 Anlieger hörten in der Mensa des Königin-Mathilde-Gymnasiums zu, als Verwaltungsspitze und Planer erste Konzepte präsentierten. Einige mischten sich ein. Klar ist allen: Die Entwicklung der ehemaligen Militärstandorte ist für Herford eine herausragende Chance, allerdings auch eine riesige Herausforderung. Schließlich handelt es sich um das wohl größte städtebauliche Projekt der Nachkriegszeit. Ein umzäunter Fremdkörper muss in die Stadt integriert werden.

Die Kosten für das Mammut-Vorhaben kann noch keiner absehen. Schätzungen zufolge dürften die 142 Maßnahmen zur Umgestaltung etwa 47 Millionen Euro verschlingen, Grunderwerb nicht eingeschlossen. Bürgermeister Tim Kähler sagte, er werde alles daran setzen, eine Menge Fördermittel nach Herford zu holen.

Dort, wo heute Wildwuchs und Leere herrschen, soll in zehn bis 15 Jahren ein völlig neues Quartier entstehen. Anfang des Jahres schon könnten Veränderungen sichtbar werden. Gestern holte Tim Kähler aus dem Bundesbauministerium einen Scheck in Höhe von 3,4 Millionen Euro ab. Das Geld ist für die Sanierung dreier Gebäude der Wentworth-Kaserne bestimmt. Die Verhandlung mit der Bundesrepublik als Eigentümer sei kurz vor dem Abschluss. Wie berichtet, soll ein Bildungscampus entstehen. Auf dem Gelände der Hammersmith-Barracks soll Wohnbebauung dominieren.

Die Pferdeställe in Klinker-Optik könnten in schicke Reihenhäuser umgebaut werden. Foto: Winde

Interessanter Vorschlag: Die alten Pferdeställe könnten in schicke Reihenhäuser verwandelt werden. Tim Kähler betonte, dass auch die Voraussetzungen geschaffen werden müssten, dass sich junge Familien auf dem Stiftberg ansiedeln können: »Wir brauchen einen guten Mix.« Gettos sollen vermieden werden – die Häuser im Baumviertel sollen abgerissen werden. Mittendrin soll ein Platz mit Supermarkt, Kneipen, Cafés und anderen Dingen entstehen, die man zum Leben braucht.

Neben euphorischer Aufbruchstimmung gibt es auch Sorgen. Immerhin sollen 1000 neue Arbeitsplätze und Wohnraum für 1000 Menschen entstehen. Anlieger Friedhelm Siebrasse: »Wo sollen die alle parken?« Tim Kähler sagte, an einem Verkehrskonzept werde derzeit garbeitet.

Jörg Brökel moderierte den Diskussionsabend. Etwa 100 Anlieger waren ins KMG gekommen. Einige mischten sich ein. Foto: Moritz Winde

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