Mi., 29.03.2017

Streit unter Jesiden – Verletzte – Mordkommission ermittelt Nach Bluttat: Fünf Verdächtige wieder frei gelassen

Der Streit verlagerte sich auf das Außengelände des Supermarktes. Quer über den Parkplatz sollen sich die jungen Männer gejagt haben.

Der Streit verlagerte sich auf das Außengelände des Supermarktes. Quer über den Parkplatz sollen sich die jungen Männer gejagt haben. Foto: Moritz Winde

Herford (WB). Es bestand die Gefahr von Racheaktionen: Nach einem blutigen Streit zwischen Mitgliedern jesidischer Familien haben Polizisten in der Nacht zu Mittwoch die beiden Herforder Krankenhäuser bewacht.

Die fünf Tatverdächtigen, die an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein sollen, wurden mittlerweile wieder freigelassen.

Gegen 16.15 Uhr hatten Mitarbeiter des Marktkaufs aus ihrem Aufenthaltsraum heraus beobachtet, wie junge Männer auf dem Parkplatz aufeinander losgingen. Ein Zeuge: »Dann liefen einige weg, und es gab eine Verfolgungsjagd zu Fuß über den Parkplatz Richtung Deichkamp. Ich schätze, dass zehn Leute beteiligt waren.«

Polizisten fanden einen Mann mit Stichverletzungen auf dem Gelände eines Autohandels am Deichkamp, ein zweiter Verletzter wurde in der Nähe angetroffen. Ein Beteiligter kam ins Mathilden-Hospital, der andere ins Klinikum Herford. Im Zuge der Fahndung wurde im Stadtgebiet ein Auto mit fünf kurdischen Jesiden gestoppt, die zur Klärung des Sachverhalts vorläufig festgenommen wurden.

Polizeisprecher Uwe Maser: »Kurze Zeit später meldeten die Krankenhäuser, dass sich dort etliche Familienmitglieder versammeln würden.« Weil die Polizei Racheaktionen nicht ausschließen konnte, forderte sie Beamte der Einsatzhundertschaft Bielefeld und Verstärkung aus umliegenden Kreispolizeibehörden an. Ein Teil der Polizisten bezog vor den Krankenhäusern Stellung, ein anderer stand bereit, um im Ernstfall an anderen Orten im Stadtgebiet einzugreifen.

Polizeipräsidium Bielefeld übernimmt Ermittlungen

Im Laufe des Abends übernahm das Polizeipräsidium Bielefeld die Ermittlungen und stellte eine Mordkommission auf. Zum Motiv der Auseinandersetzung machte die Polizei noch keine Angaben. Bekannt ist aber: Drei Brüder aus einer der beiden Familien wurden im Dezember vom Landgericht Bielefeld wegen Drogenhandels zu hohen Haftstrafen verurteilt. Der älteste Bruder (26) soll für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis, die jüngeren Brüder (24 und 23 Jahre alt) für fünfeinhalb Jahre. Die Herforder hatten im großen Stil mit Kokain und Marihuana gehandelt.

Dass die Vorfälle einen Bezug zum Drogenmilieu haben, steht aber keinesfalls fest. Eine Verwandte eines der gestern Verletzten sagte dem WESTFALEN-BLATT, die in Bielefeld verurteilten Kurden seien nur »entfernte Verwandte«. Sie könne sich nicht vorstellen, dass es beim Streit um Drogen gegangen sei.

Polizisten aus Bielefeld und Herford waren bis in den Abend hinein mit der Spurensicherung am Marktkauf beschäftigt.

Kommentare

Na prima

Es ist ja auch gar nichts passiert. Man lernt daraus, machen zu können, was man will. Es gibt ja doch keinerlei Konsequenz

1 Kommentare

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