Di., 29.08.2017

40-Jährige wollte Badelatschen aus Zierteich holen – Raubfisch schnappt Finger H2O: Frau von Wels gebissen

Welse sind die größten Süßwasserfische Europas. Sie können eine Körpergröße von anderthalb Metern erreichen, manchmal auch mehr. Im H2O wurde eine Frau von einem Tier gebissen.

Welse sind die größten Süßwasserfische Europas. Sie können eine Körpergröße von anderthalb Metern erreichen, manchmal auch mehr. Im H2O wurde eine Frau von einem Tier gebissen. Foto: dpa

Von Moritz Winde

Herford (WB). Blutiges Ende eines Saunatages: In einem Zierteich auf dem Außengelände des Freizeitbades H2O ist eine Frau von einem Wels gebissen worden. Der ungewöhnliche Vorfall ereignete sich bereits am Donnerstagabend. Bad-Betriebsleiter Markus Diering kündigte Konsequenzen an: »Der Fisch kommt in einen Privatteich.«

Badelatschen ins Wasser gefallen

Eigentlich wollte die Herforderin gegen 22 Uhr lediglich den Badelatschen aus dem Weiher holen, der ihrer Tochter zuvor hineingefallen war. »Das Wasser war sehr dunkel, man konnte nichts sehen«, berichtet die Frau. Also habe sie sich mit der Hand vorangetastet, ohne zu ahnen, dass im Trüben ein Fisch lauert, der wenig später zuschnappt.

»Plötzlich habe ich einen stechenden Schmerz im Finger gespürt. Es war ein Gefühl, als ob man sich an einer rauen Fassade die Haut aufschürft«, sagt die 40-Jährige. Der Wels – es soll sich um ein knapp einen Meter großes Männchen handeln – hatte doch tatsächlich zugebissen und versucht, seine »Beute« nach unten zu ziehen.

Tetanusspritze vom Arzt

Die Frau sagt, die Fisch-Attacke sei ein Schock und ziemlich schmerzhaft gewesen. »Beinahe wäre ich vor Schreck in den Teich gefallen. Ich konnte gerade noch das Gleichgewicht halten.« Der Zeigefinger ihrer rechten Hand habe aus mehreren Wunden angefangen zu bluten. Eine H2O-Mitarbeiterin verband den verletzten Finger. Um auf Nummer sicher zu gehen, konsultierte die 40-Jährige am Morgen danach einen Arzt. Der Mediziner gab ihr vorsichtshalber eine Tetanusspritze.

Der Wels ist ein vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiver Raubfisch. Er hat zwar keine Zähne, dafür aber Hornplatten ähnlich wie Feilen oder Schmirgelpapier. »Am Abend geht der Wels auf die Jagd«, sagt Manuel Frick vom Angelsportverein Herford. Er vermutet, dass der H2O-Wels den Finger offenbar mit schmackhafter Beute verwechselt hat.

Welse sollen umgesiedelt werden

Auf der Speisekarte der größten Süßwasserfische Europas – sie können abhängig von ihrem Lebensraum Körperlängen von einem bis eineinhalb Metern und ein Gewicht von bis zu 50 Kilogramm erreichen – stehen lebende und tote Fische sowie kleinere Wasservögel. »Welse können sich ohne Probleme Enten von der Wasseroberfläche schnappen«, sagt Manuel Frick, der mit seinen Vereinskollegen regelmäßig am Hücker Moor in Spenge nach den Raubfischen angelt.

Für die Welse im Freizeitbad – in einem anderen Zierteich auf dem Gelände lebt ein weiteres Exemplar – hat der Vorfall ein Nachspiel. In der Revisionszeit vom 3. bis 8. September sollen die Tiere gefangen und umgesetzt werden. Bad-Betriebsleiter Markus Diering sagte: »Ich hoffe, der Frau geht es inzwischen wieder gut.«

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