Do., 14.09.2017

Junge Briefmarkenfreunde Herford reisen mit Sammlung »Schwein gehabt« nach Brasilien Briefmarkensammler fahren zur WM

Eine Sammlung voller Glück (im Uhrzeigersinn von links oben): Ein Schwein aus Irland, Dagobert Duck, Marienkäfer aus Finnland und das vierblättrige Kleeblatt.

Eine Sammlung voller Glück (im Uhrzeigersinn von links oben): Ein Schwein aus Irland, Dagobert Duck, Marienkäfer aus Finnland und das vierblättrige Kleeblatt. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Schönes Geschenk zum 60. Vereinsgeburtstag: Die Jungen Briefmarkenfreunde Herford dürfen mit ihrer Sammlung »Schwein gehabt« bei der Weltmeisterschaft in Brasilien teilnehmen.

Mit Dusel hat dies allerdings nichts zu tun. Hinter der Zusammenstellung stecken Fleiß, Liebe und Durchhaltevermögen. »Zehn Jahre haben wir daran gearbeitet«, sagt Jugendleiter Wolfgang Sander. Das Knifflige: Während es von populären Themen wie Fußball, Autos oder Natur haufenweise Marken gibt, sieht es in Sachen Fortuna spärlicher aus. Detektivischer Spürsinn war von den Nachwuchssammlern gefragt. Es wurde auf Messen, im Internet, bei Tauschbörsen und in der vereinseigenen Spenden-Wühlbox gestöbert.

300 Exponate auf 48 Seiten

Der akribische Aufwand hat sich ausgezahlt: Herausgekommen ist eine Mappe, die bei der Deutschen Meisterschaft im bayerischen Memmingen mit Gold belohnt wurde und damit als eine von ganz wenigen Nachwuchssammlungen der Bundesrepublik zur Teilnahme an der WM in Brasiliens Hauptstadt Brasilia berechtigt. Eine Jury wird dort Ende Oktober unter anderem Qualität, Gestaltung und thematische Kenntnisse beurteilen.

Auf 48 Seiten werden etwa 300 Exponate mit passenden Erklärtexten aus aller Herren Länder gezeigt. Dazu zählen – na klar – überwiegend Marken, aber auch seltene Sendungen wie eine britische Feldpostkarte aus dem Zweiten Weltkrieg, die die Regierung an ihre Front-Soldaten geschickt hatte. Auf der »V-Mail« – das »V« stand für »Victory« (deutsch: Sieg) – war zudem das obligatorische »Good luck« gedruckt worden. »Es ist spannend, wie viel man über die Welt lernt«, sagt Phileas Talbot. Sozusagen Geschichtsunterricht im Mini-Format.

Beliebt sind aber vor allem die klassischen Symbole: Ob ein Schwein aus Irland, ein Pilz aus Korea, ein Marienkäfer aus Finnland, ein Hufeisen aus Mazedonien, ein Kleeblatt aus der Schweiz oder Dagobert Ducks berühmter Taler aus San Marino: Glück wünschen sich die Menschen überall – manchmal eben auch per Brief.

Die Briefmarkenfreunde (von links): Bernhard Hooge, Lina Röcker, Sarah Stellbrink, Simon Reinke, Phileas Talbot, Julia Vetter, Klara Hooge und Ludwig Begemann. Foto: Moritz Winde

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