Di., 03.10.2017

Mit dem Herforder Kniespezialist Dr. Eckhard Jungmann im OP Wenn das Kreuzband kaputt ist

Aus dem Unterschenkel wird eine Sehne entnommen, die später als Kreuzbandersatz dient. Sie besitzt physikalische und biomechanische Eigenschaften, die dem Kreuzband ähneln. Auf diesen Teil des Muskels kann der Mensch zur Not verzichten.

Aus dem Unterschenkel wird eine Sehne entnommen, die später als Kreuzbandersatz dient. Sie besitzt physikalische und biomechanische Eigenschaften, die dem Kreuzband ähneln. Auf diesen Teil des Muskels kann der Mensch zur Not verzichten. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Auf wackligen Knien: Wenn das Kreuzband reißt, hilft oft nur eine Operation. Dr. Eckhard Jungmann gilt als ausgewiesener Kniespezialist. Er sagt: »Die Patienten werden immer jünger.«

Schon mehr als 5000 Kreuzband-Operationen

Vor kurzem hat der bekannte Herforder Chirurg die 5000. Kreuzband-OP gemeistert. Im

Durchschnitt repariert er 400 im Jahr. Trotz des medizinischen Fortschritts sei es nach wie vor der schwerste Eingriff am Knie überhaupt. Zwar könnten die Patienten das Krankenhaus dank minimal-invasiver OP-Techniken in der Regel wenige Stunden nach der letzten Naht wieder verlassen. Doch die vor allem in der Anfangszeit schmerzhafte Regeneration dauert meist länger als ein halbes Jahr. Jungmann hat seine Praxisklinik an der Hansastraße, operiert ambulant aber im Mathilden-Hospital.

Fasziniert vom Kniegelenk

Oft wird im Knie neben dem Kreuzband auch der Meniskus oder – noch schlimmer – der Knorpel in Mitleidenschaft gezogen. Wie schwer das Trauma tatsächlich ist, wird häufig erst während des Eingriffs deutlich. Manches bleibt trotz hochauflösender Bilder im Verborgenen. Eine Herausforderung, die Jungmann liebt. Überrascht sei der 57-Jährige nur noch sehr selten. Bei aller Routine fasziniere ihn das größte Gelenk des menschlichen Körpers nach wie vor. Jungmann: »Ich habe den Ansporn, immer besser zu werden.«

Der Kreuzbandriss gehört zu den häufigsten und schwerwiegendsten Sportverletzungen. Eckhard Jungmann, der an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studiert und approbiert hat, beobachtet, dass verstärkt Teenager betroffen sind. Auf seinem OP-Tisch landen schon Mädchen und Jungen mit massiven Knietraumata, »die sind gerade zwölf oder 13 Jahre alt«.

Langer Weg der Rehabilitation

Der Mediziner hat dafür eine Erklärung: »Der Sport wird immer dynamischer. Damit steigen auch die Anforderungen an den Bewegungsapparat. Irgendwann ist die Belastung zu hoch. Wenn der Körper nicht richtig trainiert ist, kann er nicht standhalten.«

Ist das Kreuzband kaputt – meist reißt das vordere – ist die Stabilität weg. »Das Band wird nicht mehr mit Blut versorgt und verkümmert«, erklärt Jungmann. Eine knappe Stunde benötigt er für eine Rekonstruktion des Bandes mit körpereigenem Gewebe. Dann beginnt der lange Weg der Rehabilitation.

 

 

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