Do., 12.10.2017

Pöbel-Affäre um Ratsherr Martin Wolf hat weitere Konsequenzen in Herford Causa Wolf: Vorstand des SPD-Stadtverbands tritt zurück

Rücktritt nach einem Jahr im Amt: Thomas Besler.

Rücktritt nach einem Jahr im Amt: Thomas Besler.

Von Ralf Meistes

Herford (WB). Der Herforder SPD-Stadtverbandsvorstand ist am Mittwochabend geschlossen zurückgetreten. Auslöser waren die Diskussionen um Ratsmitglied Martin Wolf. Wolf soll am 24. September CDU-Wahlhelferinnen beleidigt und sich abfällig über Bürgermeister Tim Kähler geäußert haben.

Neuwahlen im Januar

In einer Erklärung der zurückgetretenen Vorsitzenden heißt es: »Um ein deutliches Zeichen zu setzen und aus Protest wegen des sozial äußerst fragwürdigen Verhaltens des Ratsmitgliedes Martin Wolf ist der gesamte Vorstand des SPD-Stadtverbandes zurückgetreten. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.« Im Januar soll es Neuwahlen geben, bis dahin wird die Arbeit kommissarisch vom Kreisvorstand und vom Kreisgeschäftsführer übernommen.

»Nicht zum ersten Mal negativ aufgefallen«

Die Mitglieder des Stadtverbandvorstands konnten und wollten sich mit dem Verhalten von Wolf nicht identifizieren, der nicht zum ersten Mal negativ aufgefallen war. »Ein Anpöbeln des eigenen Bürgermeisters, der eigenen Jusos und auch anderer Parteien ist nicht zu tolerieren und mit den Vorstellungen der Herforder SPD nicht in Einklang zu bringen«, heißt es vom Vorstand.

Im Vorfeld hatte bereits der Ortsverein »Ahmser Straße«, in dem Wolf Mitglied ist, in seiner letzten Sitzung über die Personalie beraten und Wolf einen freiwilligen Rücktritt nahe gelegt.

Fraktion soll Thema erneut behandeln

Noch vor dem Rücktritt des Stadtverbandes wurde ein Antrag an die Fraktion gestellt, das Thema in den nächsten Fraktionssitzungen erneut zu behandeln, bis es eine Lösung für eine zukünftige vertrauensvolle Zusammenarbeit gebe.

»Beschämendes Abstimmungsverhalten«

Auch wurde das Abstimmungsverhalten einiger Genossen in der Fraktion als beschämend bezeichnet. Die Nichtveröffentlichung des Abstimmungsergebnisses wurde ebenfalls scharf kritisiert. »Wir haben uns gewünscht, dass Martin Wolf aus der Fraktion ausgeschlossen wird, weil wir sein Verhalten in seiner Vorbildfunktion für die Öffentlichkeit nicht akzeptabel finden. Da das nicht passiert ist, haben wir uns nun zu diesem Schritt entschlossen«, so der bisherige Vorsitzende Thomas Besler.

Mit ihm zurückgetreten sind seine Stellvertreterinnen Julia Désirée Hillebrandt, Katharina Brand-Parteck sowie die übrigen Vorstandsmitglieder.

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