Mi., 08.11.2017

Bürger können sich auf der Internetseite der Gemeinde informieren Gefahrbereiche bei Starkregen

Bei einem Starkregen vor gut drei Jahren hatte besonders die Straße Im Sieke mit Schlamm-Massen zu kämpfen.

Bei einem Starkregen vor gut drei Jahren hatte besonders die Straße Im Sieke mit Schlamm-Massen zu kämpfen. Foto: Gemeinde Hiddenhausen/Dickhausen

Von Karin Koteras-Pietsch

Hiddenhausen (WB). Ist mein Grundstück bei Starkregen gefährdet? Eine Antwort auf diese Frage gibt es ab sofort auf der Homepage der Gemeinde Hiddenhausen. Mit nur wenigen Klicks wird eine Karte sichtbar, die die Fließwege des Wassers aufzeigt.

Bereits vor mehr als einem Jahr hatte Diplom-Ingenieur Ralf Fritze im Gemeindeentwicklungsausschuss die Problematik erläutert: Wenn bei Starkregen Wassermassen auf landwirtschaftliche Flächen fallen und die nicht umgeleitet werden, dann wird’s gefährlich für manches Wohngebiet.

Leidvolle Erfahrungen haben vor gut drei Jahren zum Beispiel die Anwohner an der Straße Im Sieke in Schweicheln gemacht. Es war nicht nur der Regen, der über die Straße und in die Vorgärten lief. Es war vor allem der Schlamm, den das Wasser von den Feldern mit sich brachte, der die Anwohner verzweifeln ließ. An stark gefährdeten Stellen hat die Gemeinde Pfahleichen aufgestellt, so dass zumindest der Schlamm aufgefangen werden kann.

Fließwege entscheidend

Vorkehrungen können immer getroffen werden. Doch zunächst gilt es zu schauen, welche Grundstücke gefährdet sind. Dafür kann der Nutzer auf die Internetseite der Gemeinde Hiddenhausen ( www.hiddenhausen.de ) gehen, hier auf der linken Seite »Suche« anklicken, bei Suchbegriff »Starkregen« eingeben. Unter dem dritten Kapitel »Seiten« muss gleich der erste Link »Starkregen« angeklickt werden.

Der Nutzer landet auf der Starkregen-Seite. Hier gilt es, unter dem Punkt Inhaltsübersicht die Fließwegmodell anzuklicken. Es öffnet sich eine Karte. Wer nun diese ganz weit aufzieht, kann die einzelnen Fließwege erkennen. »Sie zeigen aber nicht, wie stark die Fließwege sind, sondern vielmehr, welche Flächen hier maßgeblich sind«, erläutert Michael Bastek vom Abwasserwerk der Gemeinde.

Die Daten für die Karte stammen aus einer Radarbefliegung, bei der die Erdoberfläche mit Radarstrahlen abgescannt wird. Diese Daten des Landes NRW hat Ingenieur Fritze aufgearbeitet und die Karte für die Gemeinde Hiddenhausen erstellt.

Unterlieger und Oberlieger

»Mit den Informationen auf unserer Internetseite wollen wir ein Bewusstsein in der Bevölkerung schaffen, denn die Gemeinde kann nicht für jedes einzelne Grundstück Vorkehrungen treffen«, erklärt Bastek weiter. Hier sei der Bürger selbst gefragt. Unterstützung seitens der Gemeinde werde es aber jederzeit geben.

Der Fachmann weist weiter darauf hin, dass der »Unterlieger den Oberlieger ertragen muss.« Das bedeutet, dass der Besitzer eines Grundstücks oberhalb eines anderen Grundstücks nicht für die Schäden bei Starkregen auf dem unterhalb liegenden Grundstück aufkommt. Bastek rät dem »Unterlieger« zum Beispiel einen Wall aufzuschütten. Das sei relativ einfach zu machen und nicht zu kostspielig. Weitere Infos gibt er unter Telefon 05221/964242.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5274409?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198393%2F2514616%2F