Mi., 08.11.2017

IHK-Standortumfrage: Ergebnisse für Kirchlengern werden diskutiert Im Dialog mit der Wirtschaft

Stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe (von links) moderierte das Wirtschaftsgespräch an dem Uwe Sczesni (Sczesni Autodienst), IHK-Vizepräsident Dr. Klaus Bockermann, Heinz-Günter Osterholz (OAT GmbH), Dr. Andreas Hettich (Hettich Holding), Kirchlengerns Bürgermeister Rüdiger Meier sowie Martin Kirchner (Kirchner Media Print) teilnahmen.

Stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe (von links) moderierte das Wirtschaftsgespräch an dem Uwe Sczesni (Sczesni Autodienst), IHK-Vizepräsident Dr. Klaus Bockermann, Heinz-Günter Osterholz (OAT GmbH), Dr. Andreas Hettich (Hettich Holding), Kirchlengerns Bürgermeister Rüdiger Meier sowie Martin Kirchner (Kirchner Media Print) teilnahmen. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Kirchlengern (WB). Bei der jüngsten IHK-Standortumfrage hat die Gemeinde im Kreisvergleich gut abgeschnitten. Dennoch sahen die befragten Unternehmen bei einigen Aspekten Handlungsbedarf – etwa in Sachen Breitbandausbau. In einem Wirtschaftsgespräch wurden die Ergebnisse erörtert.

»Nicht nur Unternehmen, sondern auch Standorte sind einem immer stärker werdenden Wettbewerb ausgesetzt«, machte Dr. Klaus Bockermann, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen, zum Auftakt der Veranstaltung vor 40 Zuhörern im Hettich-Forum deutlich.

Künftige Herausforderungen angehen

Dabei braucht Kirchlengern den Vergleich mit den übrigen Kommunen im Kreises keineswegs zu scheuen: Mit einer Note von 2,3 schnitt die Elsegemeinde kaum schlechter ab als Spitzenreiter Rödinghausen (2,2), liegt dabei zudem unter dem Kreisdurchschnitt (2,8). 62 Unternehmen aus dem Ort hatten Bewertungen abgegeben, dabei 36 Standortfaktoren benotet.

Das Wirtschaftsgespräch betrachtet Bockermann als Ausgangspunkt für einen »Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung«. Man könne bei einem solchen Treffen zwar nicht alle Probleme auf einmal lösen, sich aber den künftigen Herausforderungen bewusst werden, so der IHK-Vizepräsident weiter.

Top-Noten für Gemeinde

Im einzelnen stellte Ulrich Grubert, Projektleiter der Standortumfrage, die Ergebnisse für Kirchlengern vor. Fest steht demnach: Die Elsegemeinde ist lebenswert, hat von den Unternehmen Top-Noten in den Bereichen Einkaufsmöglichkeiten, Wohnen und Umweltqualität erhalten. »Fachkräfte, die zu uns kommen sind überrascht, wie schön es hier ist und auch günstig«, bestätigte Dr. Andreas Hettich, Geschäftsführer der Hettich Holding. Auch die Verkehrsinfrastruktur in der Gemeinde sei gut. Eine Einschätzung die Podiumsteilnehmer Uwe Sczesni (Sczesni Autodienst GmbH und Co. KG) ebenfalls teilte – auch dank der Entlastungsstraße. »Sie entlastet den Obrock. Das sind gute Dinge, in die im Lauf der Zeit investiert wurde.«

Die Wirtschaftsfreundlichkeit von Bevölkerung und Kommunalverwaltung werde ebenfalls hoch eingeschätzt. 88 Prozent der Unternehmen würden sich bei einer erneuten Standortentscheidung gerne wieder in Kirchlengern ansiedeln. Handlungsbedarf gebe es – wie bei den anderen Kommunen im Kreis übrigens auch – beim Thema Breitbandausbau. Kritisiert wurde auch die Höhe der Gewerbesteuer sowie die Ausbildungsreife der Jugendlichen am Ort.

»Wir sind da dran«

»Über das Ergebnis der Umfrage insgesamt können wir uns freuen, aber nicht darauf ausruhen. Die spannende Frage ist: Was können wir daraus lernen«, merkte Kirchlengerns Bürgermeister Rüdiger Meier an, der die Wirtschaftsförderung in seiner Kommune als »Chefsache« versteht. Daher wolle er weiterhin gute Rahmenbedingungen für die heimische Wirtschaft schaffen, baut dafür auch auf die neue NRW-Landesregierung – etwa bei der Ausweisung neuer Gewerbeflächen. Beim Ausbau der Breitbandversorgung habe die Gemeinde bereits Geld in die Hand genommen. Auch im Zusammenspiel mit den übrigen Kreiskommunen habe sich einiges getan. Allerdings müsse auch die Bundesregierung ihren Teil beitragen. »Wir sind da dran«, so der Bürgermeister.

Die Unzufriedenheit der Unternehmer im Zusammenhang mit der Gewerbesteuer könne Meier nach deren Anhebung 2016 zwar nachvollziehen. Aber: »Um Geld auszugeben, müssen wir auch welches einnehmen.« So habe die Gemeinde etwa 6,2 Millionen in Oberbehme – etwa in die Infrastruktur – investiert.

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