Mi., 25.06.2014

Stadt erhält für Rathaus im Passivhausstandard Zertifikat von Dr. Bernd Steinmüller »Sanierung war wie ein Sechser im Lotto«

Dr. Bernd Steinmüller (links) überreicht Bürgermeister Heinz-Dieter Held (rechts) das Zertifikat. Darauf sind auch (von links) Jörg Achilles, Matthias Kreft und Wolfgang Helten stolz.

Dr. Bernd Steinmüller (links) überreicht Bürgermeister Heinz-Dieter Held (rechts) das Zertifikat. Darauf sind auch (von links) Jörg Achilles, Matthias Kreft und Wolfgang Helten stolz. Foto: Sonja Töbing

Von Sonja Töbing

Löhne (WB). Voller Stolz nimmt Bürgermeister Heinz-Dieter Held das Zertifikat von Dr. Bernd Steinmüller entgegen. »Qualitätsgeprüftes Passivhaus« steht darauf. Damit findet die Sanierung des Löhner Rathauses ihren Abschluss.

»Ich habe dieses Projekt seit Ende 2008 begleitet und bin sehr stolz auf das Ergebnis«, betonte Dr. Bernd Steinmüller, der als Geschäftsführer des Paderborner Beratungsbüros BSMC dem Löhner Rat einst die Vorteile der Passivhaussanierung nähergebracht hatte und 2012 mit dem internationalen »Passive House Pioneer Award« ausgezeichnet wurde. Bürgermeister Heinz-Dieter Held sprach von einer »spannenden Zeit« und erinnerte die Beteiligten, Matthias Kreft und Jörg Achilles vom Bereich Immobilienwirtschaft sowie Baudezernent Wolfgang Helten, an den Zustand des Rathauses vor Sanierungsbeginn. »Vor allem die herunterfallenden Kacheln sind vielen in Erinnerung geblieben«, sagte Held. Die Sanierung sei viel zu lange diskutiert worden, so dass sich der Zustand des Gebäudes immer weiter verschlechtert habe.

Doch im Herbst 2009 wurden mit der Entscheidung des Rates für die Passivhaussanierung die entscheidenden Weichen gestellt. »Dem Rat muss für seinen Mut gedankt werden, denn damals standen viele Faktoren wie beispielsweise Förderung und Finanzierung noch gar nicht fest, betonte Dr. Bernd Steinmüller. Am 1. April 2011 startete das Projekt offiziell, am 31. Oktober 2013 endete es. Zumindest bautechnisch gesehen, denn nach Aussagen von Matthias Kreft laufe die so genannte Monitoring-Phase, also die Auswertung des Energieverbrauchs, noch über weitere drei Jahre weiter.

Erste Erfolge sind nach Angaben von Bernd Steinmüller bereits erkennbar. »Als eines der ersten Rathäuser weltweit hat die Stadt Löhne in den vergangenen Jahren ihr Rathaus auf Passivhaus-Standard saniert und dabei den Heizenergiebedarf wirtschaftlich und nachhaltig um 90 Prozent reduziert«, sagte der Experte. Das Projekt habe auch international für Aufsehen gesorgt, betonte Matthias Kreft. »Ein Höhepunkt war es für uns, das Projekt auf der internationalen Passivhaustagung 2012 in Hannover vorzustellen.« Doch habe trotz der enormen Außenwirkung vor allem die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit für die Stadt Löhne im Fokus gestanden.

Das Monitoring sei notwendig, um die prognostizierten Einsparungen dauerhaft abzusichern. »Der Gebäude- und Bürobetrieb wird fein justiert und weiter optimiert. Die ersten Verbrauchswerte bekräftigen bereits, dass wir auf dem richtigen Weg sind«, erklärte Matthias Kreft. Während der Sanierungsphase habe sich gezeigt, dass es wichtig sei, einen ständigen Abgleich zwischen Planung und praktischer Umsetzung herzustellen und auf eine qualitativ hochwertige Ausführung zu achten. »Erst eine luftdichte, hochwärmegedämmte Gebäudehülle sichert dauerhaften Komfort, beugt Bauschäden vor und bringt die sparsame Passivhauslüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung zum Tragen.« Alle Beteiligten waren sich bei der Zertifikatsübergabe im Rathaus einig: »Die Passivhaussanierung war wie ein Sechser im Lotto für die Stadt Löhne.«

www.passiv-bewegt.de

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