Do., 14.01.2016

Wirtschaftsbetriebe lagern fremde Kleidersammelbehälter ein – Stadt stellt jetzt eigene auf Drei illegale Container abgeholt

Umweltberaterin Petra Schepsmeier (von links) hat die Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Löhne, Karl-Heinz Rech und Siegmar Peitzmeier, über den an der Rathausstraße illegal aufgestellten Altkleidercontainer informiert.

Umweltberaterin Petra Schepsmeier (von links) hat die Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Löhne, Karl-Heinz Rech und Siegmar Peitzmeier, über den an der Rathausstraße illegal aufgestellten Altkleidercontainer informiert. Foto: Sonja Gruhn

Von Sonja Gruhn

Löhne (WB). Die Stadt Löhne kämpft weiter gegen den »Wildwuchs« von Altkleidercontainern. Immer wieder tauchen quasi über Nacht illegal auf städtischem Grund abgestellte Container auf. Allein drei sind es bereits im neuen Jahr. Am Mittwoch haben die Wirtschaftsbetriebe Löhne (WBL) den ersten davon entfernt.

Beinahe unscheinbar steht der beigefarbene Kleidercontainer an einer Hecke neben einigen Glascontainern an der Rathausstraße. Während Siegmar Peitzmeier von den WBL ihn vorsichtig mit der Gabel des Radladers anhebt, achtet Kollege Karl-Heinz Rech auf den Straßenverkehr. Dann wird der Behälter auf einen Lastwagen geladen und  zum Einlagern abtransportiert.

Auch Petra Schepsmeier, Umweltberaterin der Stadt Löhne, ist vor Ort. Sie kümmert sich um die illegal aufgestellten Boxen, die sie entweder selbst entdeckt, oder die ihr von Verwaltungsangestellten oder Bürgern gemeldet werden – allerdings nur dann, wenn sie auf städtischen Grundstücken stehen.  Wer nämlich auf seinem Privatgrundstück plötzlich einen Container entdeckt, der muss sich selbst um die Entfernung kümmern, da es sich in diesem Fall um  Privatrecht handele. »Wir können aber gerne dazu beraten«, sagt  die Umweltberaterin, die unter Telefon 05732/100362 erreichbar ist

»Auf dem Dreiecksplatz an der Straße An den Teichen und an der Ecke Liegnitzer Straße/Hochstraße stehen die anderen beiden, die auch noch in dieser Woche abgeholt werden«, sagt Schepsmeier. Zuvor – so ist es gesetzlich geregelt – muss sie aber versuchen, die Besitzer der Container ausfindig zum machen. »Auf den meisten Behältern sind keinerlei Hinweise zu den Aufstellern vermerkt, obwohl sie dazu verpflichtet sind. Bei diesem Container an der Rathausstraße war zwar eine Telefonnummer angegeben, und ich habe mehrfach dort angerufen«, sagt Schepsmeier.

Allerdings ohne Erfolg. Denn  Kontakt habe sie lediglich zu einer Sprachansage bekommen, die ihr mitteilte, dass unter besagter Nummer niemand erreichbar sei. Lediglich dann, wenn eine Verkehrsgefährdung bestehe, könne sofort gehandelt werden. »Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel. Die Container werden über Nacht einfach irgendwo aufgestellt. Sie sind schon länger ein Ärgernis«, sagt die Umweltberaterin. Allein 2014 hätten die Wirtschaftsbetriebe 21 illegal aufgestellte Altkleidercontainer entfernt, 2015 waren es immerhin noch 14.

»Die Container müssen dann laut Gesetz sechs Wochen lang eingelagert werden. Wenn  der Besitzer sich bis dahin nicht gemeldet hat, werden sie verschrottet.« Zwar koste ein solcher Container, wie er an der Rathausstraße bis Mittwoch gestanden hat, etwa 350 Euro, aber das Geschäft mit Altkleidern sei lohnend. »Die Behälterkosten amortisieren sich schnell. Das ist wohl auch ein Grund, warum  so gut wie niemand sich meldet, um seinen Container abzuholen«, meint Schepsmeier.

Wie Bernd Poggemöller noch im Sommer vor seiner Wahl zum Bürgermeister angekündigt hatte, wird die Stadt Löhne jetzt auch in dieses lohnende Geschäft einsteigen und hat sich dafür einige Partner gesucht. Mit im Boot sind das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Recyclingbörse und die Kolpingfamilie der katholischen Kirchengemeinde. »Die Kooperation funktioniert sehr gut«, betont Schepsmeier.  Unter dem Titel »give away! –  Klamottenkiste Löhne« sollen nun  bis Ende Januar an 30 verschiedenen Standorten im gesamten Stadtgebiet insgesamt 37 der  grünen Altkleidercontainer aufgestellt werden. »Die meisten werden auf städtischem Grund stehen, teilweise aber auch auf zur Verfügung gestelltem Betriebsgelände.«

Allein vier Container werde das DRK an der Brunnenstraße/Ecke Herforder Straße aufstellen. »Jeder der Partner hat seinen eigenen Verwertungsweg«, sagt Schepsmeier. Genaueres dazu soll erst Anfang Februar verraten werden.  Dann werde auch eine Standortkarte über die Internetseite der Stadt Löhne freigeschaltet. »Einige Informationen sind auch schon auf dem aktuellen Abfallkalender zu finden«, sagt die Umweltberaterin.

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