Mi., 20.01.2016

Meinertsweg und Oberer Hellweg werden zum Ärger der Bürger als Abkürzung genutzt Anwohner fordern Lkw-Verbot

Eckhard Anker (links) sowie weitere Anwohner des Meinertsweges und der Straße Oberer Hellweg sind frustriert. Obwohl dort ein Lkw-Verbot gilt, nutzen viele Brummifahrer die Strecke als Abkürzung ins Industriegebiet. Die Straßen haben darunter gelitten.

Eckhard Anker (links) sowie weitere Anwohner des Meinertsweges und der Straße Oberer Hellweg sind frustriert. Obwohl dort ein Lkw-Verbot gilt, nutzen viele Brummifahrer die Strecke als Abkürzung ins Industriegebiet. Die Straßen haben darunter gelitten. Foto: Julia Gresförder

Von Julia Gresförder

Löhne (WB). Ein Lastwagen nach dem anderen rollt über die Straßen Oberer Hellweg und Meinertsweg – obwohl das eigentlich verboten ist. Das beklagen die Anwohner. Bei den aktuellen Witterungsverhältnissen bleiben Lkw und Pkw dort zudem auch immer wieder stecken.

»Wir haben hier einen Durchgangsverkehr, das kann man sich nicht vorstellen«, beschwert sich Eckhard Anker, Anwohner des Meinertsweges. Allein bei ihm führen pro Tag fünf Lkw her  – trotz des  Verbotsschildes. »Die Straße Oberer Hellweg trifft es noch schlimmer.« Zur Zeit ist sie offiziell gesperrt. »Die Polizei war hier und hat sie aufgrund der Glätte  gesperrt«, erklärt der Löhner.

Gut 100 Bewohner sind vom Durchgangsverkehr zum Industriegebiet betroffen. »Ich habe Angst um meine Kinder. Wenn die mit dem Rad unterwegs sind, gibt es keine Möglichkeit für sie, auszuweichen«, sagt die besorgte Mutter Kerstin Pörtner (47). Denn die Seitenstreifen seien total zerfahren. Tiefe Spurrillen seien zu entdecken. Dies sei kein Wunder, da beide Straßen nur 3,80 Meter breit seien und ursprünglich kleine Feldwege waren, die erst Anfang der 1960er Jahre geteert wurden. 

»Vor zwei Tagen standen sich bei uns zwei Lkw gegenüber und wollten aneinander vorbei. Es hat ewig gedauert, bis einer zurückgefahren ist, bis er ausweichen konnte«, erklärt Melanie Fischer und zeigt ein Foto von dieser Situation. Doch es geht nach ihrer Darstellung »noch verrückter«: Am Tag zuvor erst seien drei Autos vor ihrem Haus steckengeblieben. Und das an einem  Vormittag. Vor zwei Wochen wäre sogar das ADAC-Abschleppmobil stecken geblieben.

Im Herbst 2015 seien neue Wasserleitungen am Oberen Hellweg verlegt worden. Danach war die Straße nach Beschreibung der Anwohner wieder in einem top Zustand. Doch bereits in dieser kurzen Zeit seitdem hätten die vielen Ausweichmanöver der Lkw dazu beigetragen, dass nun wieder Chaos herrsche. Denn die Antwort der Fahrer sei: »Das Navi hat uns hier entlang geschickt.«

Es muss sich etwas ändern. Das fordern nun die Anwohner. »Man könnte hier eine Einbahnstraße machen oder eine Sackgasse«, schlägt Karl Lohoff (75) vor.

»Ich habe mehrfach mit der Stadt gesprochen. Das erste Mal im März 2015«, sagt Eckhard Anker. Passiert sei aber nichts. Von der Stadt hätte es keine Rückmeldung gegeben. So kann es laut der Anwohner nicht weitergehen. Sie wollen eine Lösung. Denn eigentlich könnten die Brummifahrer bequem vom Industriegebiet aus über die Straßen Großer Kamp, Postweg und Weihestraße auf die A30 fahren, von dort aus auch weiter auf die A2. »Die Straßen sind Kreisstraßen und immer gestreut. Da bleibt man auch nicht so schnell stecken«, erklärt Anker.

Die Stadt hat das Problem ebenfalls erkannt. »Die Bezeichnung Straße ist ja schon schmeichelhaft, Die  Straßen sind eng, und der Untergrund weicht gerade bei der Witterung jetzt auf«, erklärt Eberhard Lindemann von der Bauverwaltung. Daher sei der Zustand auf Dauer nicht hinnehmbar. Eine Lösung gebe es zur Zeit leider nicht. »Langfristige Lösungen schüttelt man nicht so leicht aus dem Ärmel«, sagt Lindemann. Außerdem würde die Stadt abwarten, bis die Anschlussstelle zur B61 fertig ist. »Wir möchten die Straße auf gar keinen Fall weiter so befahren lassen. Aber alle Baumaßnahmen, die den Straßen etwas bringen würden, kosten natürlich und müssten zunächst genehmigt werden.«

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