Do., 09.11.2017

Sudbachtalbrücke in Löhne wird in der kommenden Woche gesprengt – neue Überführung wird gebaut Ein großer Knall zum Abschied

100 Meter lang – zehn Meter hoch. Bald wird die Sudbahnbrücke gesprengt.

100 Meter lang – zehn Meter hoch. Bald wird die Sudbahnbrücke gesprengt. Foto: Rajkumar Mukherjee

Löhne (WB/wa). Die Tage der Sudbachtalbrücke sind gezählt. In der kommenden Woche soll das Bauwerk an der Bundesstraße 61 nun gesprengt werden. Seit Montag bereiten die Arbeiter rund um Sprengmeister Oliver Marks alles für den Abbruch vor. Ein Abriss des Bauwerks wäre zu umständlich, erläuterte Sven Johanning, Sprecher von Straßen NRW. »Da müssten die Bagger mindestens drei Tage lang knabbern.«

Nach der Sprengung sollen Bagger den Bauschutt entfernen. Derzeit bohren Arbeiter noch bis zu 1,35 Meter tiefe Löcher in die Pfeiler der 100 Meter langen und zehn Meter hohen Brücke. »Insgesamt acht Bohrlöcher pro Pfeiler werden es sein«, erläutert der Sprengmeister Oliver Marks. »Alle vier Pfeiler sollen dann bis zu einer Höhe von sechs Metern mit dem Sprengstoff unter der Brücke weggesprengt werden.« Etwa 100 Millisekunden werde der gesamte Vorgang dauern.

Deutlich aufwendiger ist dagegen die Vorbereitung. »Seit Montag bin ich mit meinen Mitarbeitern jetzt vor Ort«, sagt Marks. Das Gelände wurde mit Bauzäunen großflächig abgesperrt. Am Tag der eigentlichen Sprengung soll der Sprengstoff Eurodyn 2000 acht Stunden vor dem Vorgang in die Bohrlöcher eingebracht werden. Sie werden miteinander verdrahtet, so dass über ein Kabel die Sprengung ausgelöst werden kann. Zudem werden große Planen von der Brücke heruntergelassen. Sie sollen verhindern, dass größere Stücke weggeschleudert werden können.

Ein gezogener Sperrkreis mit einem Radius von 200 Metern rund um die Brücke soll für die Sicherheit sorgen. »Die Häuser der angrenzenden Straße Mühlensiek werden dann evakuiert sein«, erläutert Sven Johanning. »Posten werden die Zugänge am Sperrkreis zur Brücke kontrollieren, dass niemand hindurch kommt«, ergänzte Marks. »Eine halbe Stunde vor der Sprengung wird für sie ein Signal gegeben. Fünf Minuten und unmittelbar vor der Sprengung gibt es dann noch zwei weitere Signale«, erklärte er. Bei ungeplanten Vorkommnissen könne man immer noch abbrechen.

Die Kosten für Sprengung und Neubau werden sich auf etwa 4,5 Millionen Euro belaufen, erläuterte Sven Johanning. Eine Sanierung der Spannbetonbrücke, die in den 1970er Jahren gebaut worden war, hätte sich aufgrund statischer Schäden nicht mehr gelohnt. Man habe statische Berechnungen mit Lastenverteilung heutiger Zeit durchgeführt und die Brücke während Reparaturarbeiten bereits einmal von einer einst vierspurigen auf eine zweispurige Trasse verkleinert, um Sicherheit zu gewährleisten.

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