Di., 26.09.2017

Vanessa von Poeppinghausen Rödinghausen verkauft Honig in gelbem Oldtimer Junge Imkerin mit altem Mobil

Es war ein unglaublicher Glücksfall, dass Venessa von Poeppinghausen ihren Honig aus einem »Fleur de Lys«-Oldtimer verkaufen kann. Der Anbieter des Verkaufswagens schaute nicht so sehr auf den Preis, sondern auf das Firmenkonzept der Bewerber.

Es war ein unglaublicher Glücksfall, dass Venessa von Poeppinghausen ihren Honig aus einem »Fleur de Lys«-Oldtimer verkaufen kann. Der Anbieter des Verkaufswagens schaute nicht so sehr auf den Preis, sondern auf das Firmenkonzept der Bewerber. Foto: Thomas Klüter

Von Thomas Klüter

Rödinghausen (WB). Vanessa von Poeppinghausen ist eigentlich Grundschullehrerin in Bad Oeynhausen. Die Rödinghausenerin verbringt ihre Freizeit aber mit Bienen. In einem alten Verkaufswagen mit der märchenhaften Modelbezeichnung »Fleur de Lys« fährt sie auf Märkte in der Region.

»Ich dachte damals, ein Haustier wäre nicht schlecht«, erinnert sich Vanessa von Poeppinghausen. Die gebürtige Mellerin hatte gerade ein Haus in Rödinghausen bezogen, genoss die Nähe zur Natur und hatte irgendwie das Gefühl, es fehlt noch etwas zu ihrem Glück.

»Ich fand die Idee spannend«

Vier Jahre ist das etwa her und hätte der 29-Jährigen damals irgendwer erzählt, dass sie statt eines Hundes oder einer Katze bald mehrere tausend Bienen habe würde, hätte sie das wohl kaum geglaubt. »Ich fand die Idee spannend als Ausgleich und die Imkerei passt auch irgendwie zu meinem Wohnort – so nah an der Natur«, sagt die Imkerin. Also machte sie einen Kurs und eignete sich all das Wissen an, das sie brauchte. Sie kaufte ihr erstes Bienenvolk, züchtete dann ein zweites und begann Honig zu produzieren.

Die erste Gelegenheit, bei der sie ihre Naturprodukte zum Verkauf anbot, war der Kilver Markt vor drei Jahren. »Damals hatte ich noch einen einfachen Stand mit Tapeziertisch und Zeltpavillion«, sagt die 29-Jährige. »Da kam dann schnell der Gedanke an einen mobilen Verkaufsstand«. Im Internet wurde Vanessa von Poeppinghausen fündig: ein knallgelber Oldtimer-Nachbau aus den 1980er Jahren hatte es ihr angetan. »Der Verkäufer aus Oldenburg hatte den Preis festgesetzt«. Das Auto ging also nicht an den Höchstbietenden, sondern an den Bewerber mit der schönsten Geschäftsidee. »Und mein Konzept mit dem Verkauf von Honig gefiel ihm wohl«, erinnert sich die junge Imkerin. »Auch die Farbe passte schon.«

Auch Schoko-Chili-Honig im Angebot

Seitdem ist Vanessa von Poeppinghausens Stand ein Hingucker auf den Märkten. Aber auch ihr Honig sorgt gelegentlich für erstaunte Gesichter. Mischvarianten, wie Schoko-Chili gibt es da, Honig mit Vanille, Zimt, Holunderblüten, Mohn und sogar mit Spekulatiusgeschmack. »Ich probiere gerne aus und zum Testen der verschiedenen Sorten verkaufe ich auch kleine Gläser im Dreierpack.«

Durch die verfeinernden Zusätze darf sie nicht die Gläser des deutschen Imkerbundes nutzen, die für reinen Bienenhonig vorgesehen sind. Die eigenen Gläser gestaltet sie aber selbst und verwertet sie mehrfach. »Meine Kunden kamen oft zu mir, um die leeren Gläser zurückzubringen«, sagt Vanessa von Poeppinghausen. »Ich fand es immer schade, das so an der Haustür zu erledigen.« Also richtete die Imkerin einen Raum in ihrem Haus an der Straße Auf der Horst zu einem kleinen Laden her, der jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr geöffnet ist. »Hier gibt es jetzt auch allerlei anderes, wie Tassen, Kerzen und Tee«, sagt die Lehrerin. Auch für ihren eigentlichen Beruf sei die Imkerei nützlich. »An der Grundschule biete ich eine Bienen-AG an und zehn Kinder sind schon dabei.«

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