Fr., 04.08.2017

Annentag: Kinder wagen ersten Blick – Handwerker im Einsatz Karussell dreht sich seit 50 Jahren

Mit ihrer Oma Gabriele Rampe zusammen beobachtet Greta (2) schon einmal das Treiben während des Aufbaus und bestaunt das 50 Meter hohe Riesenrad. Auch mit diesem Karussell möchte sie natürlich gern einmal fahren.

Mit ihrer Oma Gabriele Rampe zusammen beobachtet Greta (2) schon einmal das Treiben während des Aufbaus und bestaunt das 50 Meter hohe Riesenrad. Auch mit diesem Karussell möchte sie natürlich gern einmal fahren. Foto: Jürgen Köster

Von Jürgen Köster

Brakel (WB). Drei Böllerschüsse werden am Freitag den 262. Annentag eröffnen. Auf dem Kirmesgelände herrschte am Tag zuvor Betriebsamkeit, aber keine Hektik. »Für die meisten hier ist das Routine«, sagt Karl-Heinz Wendler (57). Seit seinem 15. Lebensjahr begleitet er seine Eltern. »Wendlers Kinderparadies« ist seit 50 Jahren auf den Kirmessen in Deutschland zu finden.

Wendler ist heute Schausteller von Beruf. »Jede Woche etwas Neues, immer auf Tour«, das ist für ihn der Reiz an diesem Job. Andreas Kersting ist seit einer Woche auf dem Annentagsgelände im Einsatz.

Zusammen mit seinem Kollegen André Fechner (21) von der Firma Kaufmann installiert er mehr als 120 Wasserzapfstellen und verlegt mehrere hundert Meter Schlauch von einem halben, drei Viertel oder einem Zoll Durchmesser. 35 Anschlussstellen sind auf der Kirmes verteilt; spezielle Rohrtrenner sorgen dafür, dass kein Schmutzwasser in die Frischwasserversorgung zurückläuft. Von den Anschlüssen aus werden nicht nur die Wasser-Großabnehmer wie die Festzelte, Bierstände und Imbisse versorgt, sondern auch die Schausteller, die in ihren Wohnwagen leben. »Im Durchschnitt werden auf dem Annentag in Brakel etwa 460 Kubikmeter Wasser verbraucht«, sagt Antonius Köhne vom Wasserwerk der Stadt.

Wenn Andreas Kersting heute kurz vor Kirmesbeginn Feierabend macht und seinen 56. Geburtstag vermutlich auf dem Annentag feiert, fängt für Karl-Heinz Wendler die heiße Phase erst an. Vier Tage lang dreht sich das Karussell auf dem Annentag. In nur drei Stunden ist es aufgebaut, eineinhalb Stunden sind für den Abbau erforderlich. In der fünften Generation ist die Familie Wendler aus Unna im Schausteller-Gewerbe aktiv. »Meine Oma Maria betrieb zuletzt ein Automatengeschäft am Thy«, berichtet Karl-Heinz Wendler. Sein Sohn hat zwei Karussells und einen Imbiss, er einen Eiswagen und das Kinderkarussell, das sich jetzt am Feuerteich dreht.

Vor diesem Kinderkarussell stehen Greta (2) und Linus (4). Sie schauen sich zusammen mit ihrer Oma Gabriele Rampe schon einmal das Treiben an und bestaunen das 50 Meter hohe Riesenrad. »Pferde reiten«, sprudelt es unisono aus dem Mund der Kinder auf die Frage nach dem ersten »Karussell«, das die Geschwister am Freitag entern wollen. Später spendiert die Großmutter den Enkelkindern noch ein Eis. Mit diesem in der Hand kommen die Drei auch an einem Schuhgeschäft am Thy vorbei. Inhaber Rainer Schäfers legt persönlich Hand an, als es darum geht zwei Sonnenschirme zu installieren. Es handelt sich um die dunkelroten Exemplare, die in der Innenstadt dominieren. »Annentag ist für uns Einzelhändler natürlich auch eine gute Gelegenheit für unsere Stadt über ihre Grenzen hinaus als Einkaufsstadt zu werben«, sagt Werberingmitglied Schäfers.

Live-Video von der Eröffnung am Freitag 

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