Di., 24.03.2015

US-Fotojournalistin Heidi Levine ausgezeichnet – WDR-Doku über Fotografin aus Höxter Erster Anja-Niedringhaus-Journalistenpreis

Die aus Washington stammende freie Journalistin Heide Levine bei der Arbeit in Jerusalem.

Die aus Washington stammende freie Journalistin Heide Levine bei der Arbeit in Jerusalem. Foto: dpa

Höxter/Washington (WB/rob). Heidi Levine ist die erste Gewinnerin des neuen Anja-Niedringhaus-Preises für mutigen Fotojournalismus. Die mit 20 000 Dollar dotierte Auszeichnung ist nach der aus Höxter stammenden, am 4. April 2014 in Afghanistan ermordeten Anja Niedringhaus benannt.

Die US-Amerikanerin wird von der Non-Profit-Organisation International Women's Media Foundation (IWMF) ausgezeichnet. Der Preis wird am 25. Juni in Berlin übergeben. »Wir sind stolz, den Mut von Fotojournalistinnen würdigen zu können, die ihr Leben riskieren, um Konfikte und Kriege zu dokumentieren und Momente der Menschlichkeit festzuhalten«, sagt die IWMF-Exekutivdirektorin Elisa Lees Muñoz. »Ihre Arbeit hilft uns, die Welt besser zu verstehen, und motiviert uns zum Handeln.« Die Jury lobt die in Jerusalem lebende Heidi Levine für ihre überwältigenden und wirkungsvollen Bilder: »Ihr Mut und ihr Engagement für die Geschichte von Gaza sind unermüdlich.«

»Ich fühle mich geehrt, mit einem Preis ausgezeichnet zu werden, der das Andenken an Anja aufrechterhält«, sagte Heidi Levine. »Anja war eine Frau, die ich bewundert habe. Ich habe sie bei der Arbeit unter extremen Bedingungen oft um Rat gefragt.«
Heidi Levine hat Krisen- und Konfiktberichterstattung zu ihrer Lebensaufgabe gemacht. Sie berichtete über entscheidende Momente im Nahen Osten, unter anderem die Revolutionen in Ägypten, Syrien und Libyen, und das Schicksal irakischer Flüchtlinge in Jordanien, Syrien und Schweden. Ferner berichtete sie über im Irak stationierte US-Soldatinnen. Die US-Milliardärsfamilie Buffett, mit der Anja Niedringhaus gut bekannt war (wir berichteten),  hatte einige Wochen nach ihrem Tod eine Million US-Dollar für den Anja-Niedringhaus-Preis zur Verfügung gestellt. Niedringhaus' Mutter und Schwester sitzen in der Jury. Die Preisverleihung findet in Berlin statt. Anja Niedringhaus ist in Höxter beerdigt. Am Rathaus von Höxter wird in Kürze eine Erinnerungsplakette an die "bekannteste Tochter der Stadt" enthüllt. 

Die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Anja Niedringhaus (1965-2014) begann nach dem Abi 1986 in Höxter 1990 ihre fotojournalistische Karriere. Einer ihrer ersten Einsätze führte sie in den Balkankrieg, wo Journalisten regelmäßig von bosnisch-serbischen Einheiten angegriffen wurden. Ab 2002 arbeitete sie als Fotografin für die Nachrichtenagentur AP (Associated Press). Sie berichtete hauptsächlich aus Kriegs- und Krisengebieten im Nahen Osten, Afghanistan und Pakistan. Anja Niedringhaus wurde am 4. April 2014 in Afghanistan erschossen. Die IWMF setzt sich seit 25 Jahren weltweit für Journalistinnen ein.
In seiner Reihe »Die Story extra« zeigt der WDR am kommenden Montag um 22 Uhr ein 30-minütiges Porträt der Fotografin Anja Niedringhaus. Darin äußert sich erstmals auch die AP-Journalistin Kathy Gannon. Sie war im April 2014 an der Seite von Anja Niedringhaus in Afghanistan unterwegs und überlebte den Anschlag schwer verletzt. Im Anschluss widmet sich die von Sonia Mikich moderierte Sendung Reportern in Gefahr.

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