Fr., 07.04.2017

Merkel würdigt Arbeit von Ehrenamtlichen - Heike von Broock aus Höxter im Kanzleramt Bundeskanzlerin dankt Flüchtlingshelfern

Heike von Broock am Freitag im Kanzleramt bei Kanzlerin Angela Merkel (roter Blazer): Die Höxteranerin steht in der 1. Reihe unten ganz links.

Heike von Broock am Freitag im Kanzleramt bei Kanzlerin Angela Merkel (roter Blazer): Die Höxteranerin steht in der 1. Reihe unten ganz links. Foto: Bundesregierung

Höxter/Berlin (WB/rob). Bundeskanzlerin Angela Merkel hat engagierten Flüchtlingshelfern aus ganz Deutschland am Freitag für ihren Einsatz gedankt. Bei dem Empfang im Kanzleramt war auch Heike von Broock aus Höxter eingeladen, die den Flüchtlingshilfeverein »Welcome« in Höxter repräsentierte.

Merkel diskutierte mit 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – und warb für mehr Zusammenarbeit zwischen ehren- und hauptamtlichen Helfern. »Sie haben Vieles auf die Beine gestellt, was der Staat nicht alleine hinbekommen hätte«, dankte Bundeskanzlerin Angela Merkel den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern.

Nachdem es 2015 um unmittelbare Hilfe gegangen sei, stehe jetzt vermehrt die Integration im Vordergrund. »Wir haben Rahmenbedingungen geschaffen. Im Einzelnen ist aber noch viel zu tun«, so Merkel. Kanzleramtschef Peter Altmaier fügte hinzu: »Wir sind entschlossen, Sie nicht allein zu lassen.«

140 Flüchtlingshelfer im Kanzleramt

140 Frauen und Männer waren ins Kanzleramt gekommen, um sich mit der Bundeskanzlerin auszutauschen – stellvertretend für die tausenden Engagierten im ganzen Land. Sie wollten über die Flüchtlingspolitik sprechen, aber vor allem über das, was sie bei ihrem Engagement erlebt haben.

Mit Blick ins Publikum fragte die Bundeskanzlerin: »Was wünschen Sie sich? Welchen Problemen begegnen Sie immer wieder?« Viele Hände gingen hoch. Es folgten direkte Antworten der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer: Weniger Bürokratie. Flüchtlinge brauchen Wohnungen. Es sei enttäuschend, wenn Menschen abgeschoben werden. Es müsse viel mehr über positive Beispiele berichtet werden. Die Kanzlerin hörte zu, schrieb mit und antwortete.

Merkel: Individuelle Schicksale

Flucht, Migration und Vertreibung gehen alle an, so Merkel. Ehrenamtliche, Hauptamtliche und die Behörden müssten zusammenarbeiten, damit Integration gelinge. Darüber sei man sich einig. Aber: »Jeder Mensch ist ein individuelles, eigenes Schicksal. Manches braucht länger als man denkt«, so Merkel.

Man müsse gucken, dass es weiter voran geht. 1,5 Millionen Flüchtlinge unterzubringen sei ein langer Prozess. 2015 sei es erst einmal darum gegangen, dass jeder ein Bett kriege. Aber mit der Unterbringung sei es nicht getan. Auch in Kitas und Schulen müssten die Kapazitäten vorhanden sein, so Merkel.

Thema Abschiebung bewegte

Das Thema Abschiebungen bewegte viele der Ehrenamtler. »Keinen, der sich damit beschäftigt, lässt das kalt«, sagte Merkel. Man könne aber auch nicht das Signal geben, dass jeder kommen könne. Das sei nicht leistbar. »Wer kein Aufenthaltsrecht hat, muss das Land verlassen. Wir versuchen das möglichst oft freiwillig zu machen«, so Merkel weiter.

Heike von Broock mit Künstler Nashwan im Welcome-Cafe. Foto: M. Robrecht

Über eine Stunde dauerte die Podiumsdiskussion im Bundeskanzleramt. Heike Krämer-Resch vom Flüchtlingsnetzwerk Bad Neuenahr-Ahrweiler saß mit vier anderen Flüchtlingshelfern mit auf dem Podium. »Es ist gut, dass das so direkt angekommen ist. Und interessant, dass alle Ähnliches erleben«, sagt sie über die Wortmeldungen.

Viele der eingeladenen Flüchtlingshelfer haben ihre Initiative über ein Kontaktformular auf der Landkarte von www.deutschland-kann-das.de registriert.

Höxteranerin hat Merkel-Bild als Geschenk dabei

Neben Willkommensimbiss, Gruppenfoto mit Regierungschefin und Reden gab es im Kanzleramt eine Podiumsdiskussion mit der Kanzlerin, die sogar live im Internet übertragen wurde. Und mitten drin war Heike von Broock.

Die Höxteranerin, die neben dem Flüchtlingscafé auch viele Aktionen für Flüchtlinge managt, wollte bei ihrem Besuch Angela Merkel ein besonderes Gastgeschenk überreichen: Ein Bild des aus Mossul/Irak vor dem Islamischen Staat geflüchteten Künstlers Nashwan Naif Salim (56). Das Gemälde mit dem Titel »Refugees« zeigt zwei die Freiheit symbolisierende Pferde, Flüchtlinge und unten rechts ein weibliches Wesen: die Kanzlerin im blauen Blazer.

 

 

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