Mi., 09.08.2017

Millionen-Investition in Produktionshallen und Besucherzentrum Ölmühle baut neuen Firmensitz

Der Schotter für die mehr als 3000 Quadratmeter große Halle ist verteilt, die Fundamente gegossen. Zwischen Boffzen und Höxter errichtet die Ölmühle Solling einen neuen Firmensitz. Geschäftsführer Sebastian Baensch (29) hat die Pläne vorgestellt.

Der Schotter für die mehr als 3000 Quadratmeter große Halle ist verteilt, die Fundamente gegossen. Zwischen Boffzen und Höxter errichtet die Ölmühle Solling einen neuen Firmensitz. Geschäftsführer Sebastian Baensch (29) hat die Pläne vorgestellt. Foto: Marius Thöne

Von Marius Thöne

Boffzen (WB). Die Ölmühle Solling investiert fünf Millionen Euro in einen neuen Firmensitz. Er entsteht direkt neben dem bisherigen Domizil an der Straße zwischen Höxter und Boffzen.

Entstehen soll bis Sommer kommenden Jahres ein Besucherzentrum mit Laden, ein doppelstöckiges Bürogebäude und eine 3500 Quadratmeter große Halle für Produktion, Lager und Kühlhaus. »Vor zehn Jahren sind wir nach Boffzen gezogen. Mittlerweile brauchen wir aufgrund veränderter Produktionsprozesse und einer guten Geschäftsentwicklung mehr Platz«, sagt Geschäftsführer Sebastian Baensch (29). So könne beispielsweise immer nur ein Monatsbedarf Glas und Karton eingekauft werden, weil für mehr derzeit die räumliche Kapazität fehle.

Wenn der Neubau fertig ist, wird die Manufaktur, die mit hochwertigen Ölen in Bioqualität vergangenes Jahr einen Umsatz von 7,7 Millionen Euro erwirtschaftete, aus den gepachteten Räumen der ehemaligen Gärtnerei Schrader ausziehen. »Wir sind aber froh, dass wir in der Nähe bleiben können«, sagt Baensch. Um bauen zu können, hat die Ölmühle eine Ausgleichsfläche im Hochsolling erworben, auf der ein Wald entstehen soll.

Wichtig ist Baensch, den Manufakturcharakter der Ölmühle zu erhalten. »Beim Neubau geht es nicht darum, mehr Masse herzustellen, sondern um noch mehr Klasse für frisch hergestellte Produkte«, erläutert Sebastian Baensch. So ist die Anschaffung neuer, flexibel einsetzbarer Maschinen vorgesehen. »So können wir Sortenvielfalt noch frischer produzieren«, sagt Baensch. Wichtig sei auch die Investition ins Rohwarenlager. Dank moderner Klimatechnik soll es künftig möglich sein, heimische und exotische Ölsaaten und Nüsse selbst erntefrisch unter idealen Bedingungen einzulagern. Ausgebaut werden soll mit der Fertigstellung des Neubaus auch der Online-Handel.

Beim Verkauf ist die Ölmühle Solling, die 1996 von Sebastian Baensch’ Eltern Werner und Gudrun gegründet wurde, bereit aufgestellt. Verkauft werden die Öle in Bioläden und Reformhäusern, ebenso über den Bio-Großhandel in ganz Europa und auch in Übersee. Darüber hinaus werden die Boffzener Öle auch in Kosmetikprodukten renommierter Hersteller eingesetzt und sind in Hotels und Gastronomie zu finden.

In zwei Läden vertreibt die Ölmühle ihre Waren auch direkt. Zum einen am Werk in Boffzen und zum anderen seit Anfang Juni im Köln. Dort hat Sarah, die Schwester von Sebastian Baensch, einen Mühlenladen eröffnet. Das Geschäft dort sei vielversprechend angelaufen, berichtet der Geschäftsführer, so dass es weitere Expansionspläne in diese Richtung geben. »Wir haben noch einige Städte im Blick«.

Zunächst soll in Boffzen aber die neue Betriebsstätte fertig werden. Neben den Gebäuden ist auch wieder die Anlage eines Schaugartens geplant, in dem heimische und exotische Ölpflanzen, Kräuter und Gewürze wachsen sollen. Mit Verkostungen, einer Schaupresse und Schulungen soll es dort und im Besucherzentrum noch mehr Angebote für Interessierte geben. In den Außenanlagen soll sogar ein kleines »Amphitheater« zum Verweilen entstehen.

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