Do., 21.09.2017

1000 Cannabis-Pflanzen im »Horror-Haus« in Bosseborn sichergestellt Kaum zu glauben

Diese Cannabis-Pflanzen sind im »Horror-Haus« sichergestellt worden.

Diese Cannabis-Pflanzen sind im »Horror-Haus« sichergestellt worden. Foto: Guido Vogels

Von Michael Robrecht

Höxter (WB). Das »Horror-Haus« von Höxter-Bosseborn sorgt schon wieder für Schlagzeilen. Hauseigentümer Dave M. hat mit dem angekündigten Umbau nicht erst vor wenigen Tagen begonnen, sondern offenbar schon vor Wochen eine Drogenplantage mit 1000 Pflanzen auf mehreren Etagen angelegt und dafür das Gebäude innen hergerichtet.

Hauseigentümer Dave M. Foto: Michael Robrecht

Auf diesem Haus liegt ein Fluch, glauben inzwischen nicht nur viele Bosseborner: Jahrelang sollen dort Frauen misshandelt und zu Tode gequält worden sein, der Prozess in Paderborn am Landgericht läuft noch. Jetzt züchtet eine Bande Cannabispflanzen und katapultiert das 30er-Jahre-Gebäude im Saatweg 6 – und damit den 700-Seelen-Ort Bosseborn – erneut in die Nachrichten.

Die Nachbarn, die von der Drogenbande nichts bemerkt haben, hatten ein Déjà-vu,  als ein Spezialeinsatzkommando der Polizei Mittwochvormittag das Haus stürmte, zwölf Menschen festnahm und die Verdächtigen abführte.

Dachdecker Dave M. kaufte das Anwesen im Februar

Die Polizei nahm zuletzt Mitte Mai letzte intensive Untersuchungen im Saatweg 6 auf dem Gelände vor, nachdem es Hinweise eines Mithäftlings des Horror-Paares Wilfried und Angelika W. gab, unter den Platten am Eingang sei noch etwas verborgen. Nachdem die Kripo das Haus wieder freigegeben hatte, übernahm der 50-jährige Dachdecker Dave M. das Anwesen mit der traurigen Berühmtheit, das er im Februar von einer Eigentümergemeinschaft aus Bosseborn für 5000 Euro gekauft hatte.

Im Frühsommer muss der Schotte mit seinem Kumpanen offenbar die ersten Cannabispflanzen aufgestellt haben. Gegenüber dem WESTFALEN-BLATT kündigte er dagegen noch vor wenigen Tagen in aller Harmlosigkeit an, dass er nun endlich mit dem Umbau beginnen wolle. Dachdecker Dave, der von sich gerne als »verrückter Kerl« spricht, wollte die Außensanierung zügig in Angriff nehmen und dann die Innenräume renovieren. Ein Gerüst hatte er schon aufgebaut.

Von internationalen TV-Teams belagert

Der Schotte sagte, er plane selbst einzuziehen und Material seiner Handwerksfirma einzulagern. Vermietet werden sollte das bekannte Haus aber nicht mehr, sagte er

Höxter-Bosseborn, Saatweg 6: Handwerker montieren Holzfaserplatten vor Fenstern, die bei der Erstürmung durch die Polizei beschädigt worden sind. Foto: Timo Gemmeke

ausdrücklich. Warum wohl?

Er verwies auch Gerüchte ins Reich der Spekulation, er wolle das »wohl zeitweise bekannteste Haus der Welt« weiterverkaufen, nach Australien auswandern oder er habe gute Angebote von auswärtigen Interessenten bekommen. Auch der verwilderte Garten werde bald in Ordnung gebracht, darum hätten ihn einige Nachbarn gebeten. Seit Mai habe er auch keine Medienkontakte mehr gehabt – vorher hätten ihn internationale TV-Teams und Reporter belagert, schilderte er.

In Bosseborn schlug die Nachricht von der Hanfplantage am Mittwoch ein wie eine Bombe. »Wir waren froh, dass das Medienecho abgeebbt war, und jetzt das«, meinte eine Bürgerin. »Ihr glaubt nie, was Dachdecker Dave, den wir alle hier gut kennen, aus dem ›Horror-Haus‹ gemacht hat«, rief die Frau aufgeregt ins Telefon.

Straßenverkaufswert von 500.000 Euro

Angeblich sollen 1000 Pflanzen sichergestellt worden sein, aus denen man Drogen im Straßenverkaufswert von 500.000 Euro hätte herstellen können. Die Polizei soll bei Ermittlungen im Drogenmilieu auf die Spur zum Horror-Haus gekommen sein. So richtig glauben konnte die Dreistigkeit der Bande in Höxter gestern niemand.

Gestern Nachmittag waren Polizisten und Handwerker noch vor Ort. Tischler verriegelten Türen und Tore und montierten Holzfaserplatten vor die Fenster.

Kommentare

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Vielleicht hätte der Schotte lieber einen Pub aus dem Haus machen sollen. Dann hätte er diesen ganzen Ärger nicht und die Polizei könnte sich um sinnvolle Dinge kümmern.

Alkohol tötet zwar jedes Jahr über 70.000 Menschen. Aber was soll’s, der gehört ja zu unserer Kultur ...

1 Kommentare

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