So., 13.03.2016

Comedian spricht im Interview über Hessen und seinen Auftritt in Peckelsheim »Maddin« Schneider: »Ich fühle mich auf dem Land wohl«

Foto: Künstler

Willebadessen (WB). Er hat den »Aschebeschä« zum geflügelten Wort gemacht: Am Freitag, 8. April, tritt der Komiker Martin »Maddin«Schneiderin der Peckelsheimer Schützenhalle auf. Dort spielt er sein neues Programm »Meister Maddin«. Über hessische Mundart und hessische Chakras spricht er im Interview mit MariusThöne.

 Die Hessen gelten ja als ziemlich unterkühlt, den Ostwestfalen sagt aber man nach, sie gingen zum Lachen in den Keller. Was stimmt sie zuversichtlich, dass das Publikum über »Maddin« Schneider trotzdem lacht?

Martin Schneider: Bevor wir die Veranstaltung in einen Keller verlegen, werde ich mit meinem südhessischen Temperament versuchen, die Ostwestfalen von der Bühne aus in Ekstase zu bringen. Lachen ist ein Grundbedürfnis. Sogar in Grönland wird gerne gelacht.

Ihre Programme sind von hessischer Mundart geprägt. Machen wir hier doch mal einen kleinen Ostwestfalen-Test. Wissen Sie, was ein Pölter ist? Oder was hinter dem Hinweis »nen Tucken noch« steckt?

Schneider: Ist ein Pölter nicht ein gegrilltes Hähnchen? Ich gebe zu, dass es dieses Wort bei uns nicht gibt. Aber ich werde mich informieren, bevor ich nach Peckelsheim komme. Ein Tucken könnte ein bisschen bedeuten.

Wie gut kennen Sie das westfälisch-hessische Grenzgebiet zwischen Paderborn und Kassel?

Schneider: Meine Tour hat mich schon manchmal in diese landschaftlich reizvolle Gegend geführt. Auffällig ist die hohe Zahl der Schützenvereine – von Feierträgheit also keine Rede.

Waren Sie schon einmal in Peckelsheim?

Schneider: Nie! Absolute Premiere! Obwohl jeder Komiker davon träumt, einmal im Leben in Peckelsheim zu spielen!

Was glauben Sie, interessiert die Peckelsheimer am hessischen Dialekt?

Schneider: Der Wohlfühl-Effekt. Hessisch sprechen ist eine Art Wellness, total entspannend.

Was ist für Sie das Tolle an Hessen und dem hessischen Dialekt?

Schneider: Ich finde jeden Dialekt interessant, jede Mundart hat ihren eigenen Charakter. In Hessen gibt es sehr viele Dialekte, am bekanntesten ist das frankfurterische Hessisch. Es hat etwas sehr Lässiges, Schnodderiges.

Sie tragen seit Beginn Ihrer Karriere das Hessische in die Welt hinaus. Sie müssen Ihre Heimat ja wirklich sehr lieben.

Schneider: Ich fühle mich auch in anderen Regionen wohl – vor allem auf dem Land, wo die Menschen noch echt geblieben sind. Aber mit dem Hessischen kenne ich mich natürlich am besten aus.

In Ihrem neuen Programm sind Sie als Guru »Meister Maddin« unterwegs. Was haben denn Indisch und Hessisch gemeinsam?

Schneider: In den alten hessischen Sprichwörtern steckt viel von dem, was man auch aus asiatischen Weisheiten kennt. Dazu werde ich einige Beispiele bringen – und sicher noch etwas lernen über die Weisheit Ostwestfalens.

Wie würden Sie als Guru ihre Anhänger auf Trab halten?

Schneider: Auf Trab halten wäre kontraproduktiv – eher entspannt halten. Wir sind heute eigentlich eher zu schnell unterwegs, deshalb lehre ich die Langsamkeit. Nur wer sich Zeit nimmt, kann genießen.

Gibt es denn speziell hessische Chakras, also Energiezentren?

Schneider: Es gibt zum Beispiel das Bembelchakra. Es muss randvoll gefüllt sein – mit Äbbelwoi.

Sind Sie denn ein tiefenentspannter Typ, der das auch anderen gut vermitteln kann?

Schneider: Ja, da habe ich auch einen sehr guten Lehrer: Meine Katze. Die ist grundentspannt und bringt mir sogar Yoga bei.

 Und was kann Sie richtig aus der Ruhe bringen?

Schneider: Zeitdruck mag ich nicht. Wenn man mich hetzen will, erreicht man das Gegenteil.

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