Di., 15.03.2016

Hamburger Bankiers-Familie will die Region stärker unterstützen – Kultur-Forum angedacht Warburgs besuchen Warburg

Im Beisein von Bürgermeister Michael Stickeln (rechts) hat sich Max Warburg in das Goldene Buch der Stadt Warburg eingetragen. Begleitet wurde der Hamburger Bankier bei seinem eintägigen Besuch in der Hansestadt von seiner Ehefrau Dr. Nagila Warburg.

Im Beisein von Bürgermeister Michael Stickeln (rechts) hat sich Max Warburg in das Goldene Buch der Stadt Warburg eingetragen. Begleitet wurde der Hamburger Bankier bei seinem eintägigen Besuch in der Hansestadt von seiner Ehefrau Dr. Nagila Warburg. Foto: Ralf Benner

Von Ralf Benner

Warburg (WB). Sie sind durch Geschichte und kulturelle Bindungen untrennbar miteinander verbunden: die deutsch-jüdische Bankiers-Familie Warburg und die gleichnamige Hansestadt Warburg.

Das betonten Max Warburg, Mitglied im Aufsichtsrat des Hamburger Privatbankhauses M. M. Warburg & Co, und Bürgermeister Michael Stickeln am Montag bei einem Empfang im Sitzungssaal des historischen Rathauses. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Dr. Nagila Warburg besuchte der Bankier die Hansestadt, um sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen. Er war damit einer Einladung von Michael Stickeln gefolgt, der vor einiger Zeit das Bankhaus in Hamburg besucht hatte, um die Kontakte zwischen der bekannten deutsch-jüdischen Familie und der Hansestadt wieder neu zu beleben.

Gemeinsam etwas für Stadt und Region tun

»Der Kontakt war in der Tat schon etwas ausgetrocknet, doch nun sind wir hier, um zu sehen, was wir gemeinsam für die Stadt und die Region tun können«, betonte Max Warburg. Als Gastgeschenk überreichte er Stickeln einen alten Stich aus dem Jahr 1556. Dieser zeigt die Stadt Warburg. Der Bankier erinnerte damit an den frühesten bekannten Vorfahren seiner Familie, Simon von Cassel, dem Bürgermeister und Rat der Städte Warburg am 3. Januar 1559 einen Schutzbrief ausstellten, der ihm erlaubte, innerhalb der Stadt wohnen zu dürfen. Die Warburgs zogen im 17. Jahrhundert weiter nach Hamburg-Altona, wo sie das bis heute fortbestehende Bankhaus gründeten.

"

Die Stadt hat unserer Familie gut getan. Es gab andere deutsche Städte, wo es den jüdischen Mitbürgern nicht so gut erging.

Max Warburg

"

Mit seinem Besuch in der Hansestadt habe er sich jetzt bewusst »back to the roots« (Zurück zum Ursprung) begeben, zu den Anfängen seiner Familie, erklärte Warburg. »Die Stadt hat unserer Familie gut getan. Es gab andere deutsche Städte, wo es den jüdischen Mitbürgern nicht so gut erging«, erinnerte er. Es sei für ihn und seine Familie daher nun an der Zeit, einen wesentlichen Beitrag zu leisten für einen kulturellen und intellektuellen Austausch, der Bankiers-Familie und Stadt noch stärker miteinander verbinden soll.

Umfassendes Familienarchiv

Angedacht sei nach ersten Gesprächen zwischen ihm und Bürgermeister Stickeln, in der Hansestadt einen Veranstaltungsort zu schaffen, in dem Lesungen, Tagungen und Ausstellungen stattfinden. Dort könnten dann auch Dokumente aus dem umfassenden Familienarchiv der Warburgs gezeigt werden – »immerhin 1,2 Kilometer stehende Akten«, wie Max Warburg betonte. »Wir stehen mit diesen Überlegungen, dieser Idee, erst noch am Anfang. Entsprechende Pläne müssten erst noch ausgearbeitet werden«, erklärte dazu Michael Stickeln.

Im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT bestätigte Max Warburg, dass er sehr gerne die mäzenatische Tradition seines Großvaters Max Moritz Warburg (1867-1946) bewahren und fortführen würde, der bis zu seiner Flucht vor den Nazis in den Jahren bis 1933 sehr viel für die Stadt Warburg getan habe. Dieser förderte nicht nur viele Vereine, sondern investierte 1927 auch 11 650 Reichsmark in die Anschaffung eines Rettungswagens für das Krankenhaus. Mit Spenden unterstützte Max Moritz Warburg ebenfalls die damalige Jugendherberge – dort steht heute das Schulzentrum – sowie den Sportplatz auf der Hüffert.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3870083?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198395%2F2516019%2F