So., 05.11.2017

Junge nicht Opfer eines Anschlags in Bad Salzuflen, sondern eines Unfalls Angeschossenes Kind: Anklage wegen Falschaussage

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Bad Salzuflen (WB/ca). Der dreijährige syrische Junge, der im Februar in Bad Salzuflen von einer Luftgewehrkugel verletzt wurde, wurde nicht das Opfer eines Unbekannten. »Eine Verwandte hat sich gemeldet und ausgesagt, dass der Junge damals in einer Wohnung von einem Familienmitglied aus Versehen angeschossen wurde«, sage Oberstaatsanwalt Christopher Imig aus Detmold.

Die Familie hatte damals ausgesagt, sie sei gegen 22 Uhr nach Hause gekommen. Beim Aussteigen aus dem Auto habe der Junge plötzlich geschrien. Die Eltern hätten eine blutende Wunde in der Brust entdeckt. Sie brachten den Jungen ins Klinikum Herford, das er am nächsten Tag verlassen konnte. Mordkommission und der für politische Taten zuständige Staatsschutz ermittelten, hatten aber Zweifel an der Darstellung der Familie. Denn die Örtlichkeiten ließen die geschilderte Tat kaum zu.

Oberstaatsanwalt Imig: »Es war so, dass sich die Familie bei Verwandten in Schötmar aufhielt und ein Mann dort mit seinem Luftgewehr hantierte. Dabei löste sich ein Schuss.«

Anklage gegen drei Angehörige

Wegen der Falschaussagen und der Verletzung des Kindes erhob Imig Anklagen gegen drei Angehörige – eine Frau, die bei ihrer Vernehmung einmal gelogen haben soll, einen Mann, der dreimal gelogen haben soll, und den Schützen. Die Anwälte der Syrer kündigten Geständnisse an und baten darum, das Verfahren ohne öffentlichen Prozess zu beenden.

Dem stimmte die Staatsanwaltschaft zu. Oberstaatsanwalt Imig beantragte bei Gericht Strafbefehle gegen die drei Angeklagten. Für die Frau fordert er sieben Monaten Haft auf Bewährung, für die beiden Männer je elf Monate auf Bewährung. Außerdem soll jeder 1000 Euro Strafe zahlen. Über den Antrag muss das Amtsgericht Lemgo entscheiden.

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