Sa., 08.08.2015

Kripo Lippe äußert sich nach Berichterstattung über die Vergewaltigung eines Mädchens (14) in einem Flüchtlingsheim »Opferschutz hat Priorität«

In dieser Straße in Detmold sind 500 bis 600 Flüchtlinge in acht Wohnblocks untergebracht. Dort lebten Soldaten der britischen Rheinarmee.

In dieser Straße in Detmold sind 500 bis 600 Flüchtlinge in acht Wohnblocks untergebracht. Dort lebten Soldaten der britischen Rheinarmee. Foto: Christian Althoff

Detmold (WB/ca). Im Juni wurde in einem Detmolder Flüchtlingsheim ein muslimisches Mädchen von einem Asylbewerber vergewaltigt, ohne dass die Öffentlichkeit – wie berichtet – von diesem Verbrechen erfuhr.

»Das geschah aber nicht, um Ausländerkriminalität zu verheimlichen«, sagte am Donnerstag Lippes Kripochef Bernd Flake. »Es ging uns darum, das Opfer zu schützen.« Die Eltern des Kindes hätten um den Ruf und die Zukunft ihrer Tochter gefürchtet und die Polizei gebeten, den Fall nicht an die große Glocke zu hängen. »Die wollten eigentlich gar nicht, dass wir gegen den Täter vorgehen.«

Flake sagte, im Kreis Lippe sei es seit langem üblich, aus Opferschutzgründen über Sexualdelikte nicht zu informieren. »Bei dieser Linie bleiben wir auch, wenn die Taten in Asylbewerberunterkünften passieren.« Außerdem sei zu befürchten gewesen, dass im Falle einer Veröffentlichung Boulevardmedien das Flüchtlingsheim bevölkert hätten.

Das Opfer war zur Tatzeit übrigens erst 13 und nicht 14, wie am Donnerstag berichtet.

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