Di., 14.11.2017

Kirchengemeinde Kalletal-Talle feiert besonderen Geburtstag ihres Chores Posaunenfest zum 111-Jährigen

Der Posaunenchor Talle tritt in der Peterskirche mit seinem Partnerchor aus Perleberg auf.

Der Posaunenchor Talle tritt in der Peterskirche mit seinem Partnerchor aus Perleberg auf.

Von Frank Lemke

Kalletal-Talle (WB). Der 110. Geburtstag fiel bescheiden aus, da Talle vergangenes Jahr seine Kirche renovierte. Dieses Jahr hat der Posaunenchor des Dorfes seinen 111. Geburtstag groß gefeiert, mit seinem Partnerchor aus Perleberg, Buffet und Musik aus vier Jahrhunderten. Das Konzert in der Peterskirche begann um 19.06 Uhr, in Anlehnung an das Gründungsjahr des Chores.

»Im Jahr 1906 sah Talle noch ganz anders aus. Damals gab es kein Fernsehen, keine Handys, keinen Strom«, sagte Jürgen Prüßner. Der Vorsitzende des Posaunenchores schilderte den Gästen die alte Zeit, in der die Menschen ein einfaches Leben hatten. Sie standen morgens mit dem Ruf des Hahnes auf und bestellten die Felder. Die Kinder des Dorfes kamen abends mit dem Glockenschlag der Kirche vom Spielen zurück nach Hause, um gemeinsam mit der Familie Abendbrot zu essen.

Dorfpfarrer hat Chor gegründet

Initiator und erster Dirigent des Posaunenchores Talle war der damalige Dorfpfarrer Werner Blome. Sechs Bläser gaben ihr erstes Konzert am ersten Weihnachtstag des Jahres 1906. Sie spielten den Choral »Nun danket alle Gott« in der Peterskirche.

In den ersten 50 Jahren verfügte der Posaunenchor Talle nur über vier Notenbücher. »Papier war teuer«, sagte Jürgen Prüßner. In den 60er und 70er Jahren kamen neue Choralbücher auf den Markt. Heute schöpft der Chor aus einem reichen Vorrat an Stücken aus insgesamt vier Jahrhunderten, von alten Klassikern bis hin zu modernen Stücken.

Festkonzert als Zeitreise

»Dieses Konzert ist eine Zeitreise«, sagte Jürgen Prüßner. Zu Beginn spielte der Posaunenchor Talle Stücke aus alter Zeit. Er begann mit »Die Himmel rühmen des ewigen Ehre« von Ludwig van Beethoven, spielte Stücke von Georg Friedrich Händel, »The Limeliters« und »The Beatles« und schloss mit dem anspruchsvollen Stück »Gabriella‘s Song« von Stefan Nilsson.

Rhythmus und Kontinuität

Das Publikum klatschte dem Chor zwischen dem Stücken immer wieder lange anhaltenden Beifall. »Ihr seid für uns der Inbegriff von Rhythmus und Kontinuität«, sagte Andreas Mattke zum Posaunenchor. Der Obmann der Lippischen Landeskirche sang mit dem Publikum ein Ständchen für den Taller Posaunenchor. »Sie alle kennen die Melodie von ›Bruder Jacob­‹«, sagte er und stimmte das Geburtstagsständchen ein. Andreas Mattke sang vor und etwa 100 Gäste sangen nach: »Liebe Bläser, Lob und Dank, 111 Jahre, Bläserklang.«

Am Ende des Jubiläumskonzertes hatten die Freunde des Posaunenchores eine weitere Überraschung für das Geburtstagkind: eine leckere Torte aus Buttercreme und Zuckerguss mit dem Emblem des Posaunenchores. Das Konzert zum 111. Geburtstag wird allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5289096?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198397%2F2516025%2F