Sa., 19.08.2017

Heimathaus war ursprünglich ein Bauernhof – Serie zu Schlänger Geschichtsstationen Grundstein wird 1793 gelegt

Das Bild zeigt das Bauernhaus der Familie Heuwinkel im Jahr 1935.

Das Bild zeigt das Bauernhaus der Familie Heuwinkel im Jahr 1935. Foto: Förderverein Ortsgeschichte

Von Sonja Möller

Oesterholz-Haustenbeck (WB). Um 850 schenkt Graf Bevo dem Kloster Corvey Land und Leute in Astonholteiemarki. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung von Oesterholz. In einer mehr als 200 Jahre alten Hofanlage entsteht 1996 das Heimathaus.

Serie über die Geschichtsstationen

Die SCHLÄNGER ZEITUNG stellt ihren Lesern in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Ortsgeschichte Schlangen in loser Folge den einzigartigen geschichtlichen Rundwanderweg in der Gemeinde vor. Er umfasst mittlerweile 40 Stationen und erstreckt sich auf alle Ortsteile: Schlangen, Oesterholz-Haustenbeck und Kohlstädt. Die Geschichtsstationen erinnern an altes Brauchtum, historische Ereignisse und Bauten.

In der Lebensbeschreibung des Bischofs Meinwerk (Paderborn), die sich auf die Zeit zwischen 1015 bis 1036 bezieht, wird Oesterholz als Astanholte erwähnt. Graf Hermann Adolf gründete 1659 den Nachbarort Haustenbeck. Die Gemeinde musste allerdings der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Sennelager weichen.

Ehepaar Heuwinkel errichtet das Bauernhaus

Laut Inschrift lassen Friedrich Adolf Gerke (geboren 1738, verstorben 1805) aus Schlangen und Anna Maria Heuwinkel (geboren 1747, verstorben 1822) 1793 das Fachwerkhaus »auf der Kohlstädter Heide« errichten. Nach der Hochzeit im Jahr 1770 hat Friedrich Adolf Gerke den Kolonatsnamen Heuwinkel angenommen.

1938/39 verlässt der größte Teil der Einwohner Haustenbeck. Die Randsiedlung bleibt zunächst noch bestehen. 1957 wird das Gemeindegebiet Haustenbeck mit einer Fläche von 2000 Hektar dann in die Gemeinde Oesterholz eingegliedert. Damit findet das Ortsrecht von Oesterholz auf Haustenbeck Anwendung.

1962 zieht Familie Heuwinkel auf einen neuen Hof

1935 dient das rechts liegende Gebäude des Hofes Heuwinkel als Heide- und Geräteschuppen. Es wird 1939 abgerissen. 1949 steht das Bauernhaus im Mittelpunkt von Um- und Anbaumaßnahmen. 1962 verlässt die Familie Heuwinkel das Anwesen und bewirtschaftet inmitten ihrer Felder einen neuen Hof östlich der Fürstenallee. Das alte Bauernhaus wird nach dem Erwerb durch die Bundesvermögensverwaltung als Forsthaus genutzt. Förster Karl Gult kauft das Haus. Nach seinem Tod steht es leer.

Am 1. Januar 1970 tritt im Kreis Detmold eine Kommunalreform in Kraft. Die bisher selbstständigen Orte Schlangen, Oesterholz-Haustenbeck und Kohlstädt werden in der Gemeinde Schlangen zusammengefasst. Die Ortsteilnamen bleiben erhalten.

1996 wird aus dem Bauernhaus das Heimathaus

1996 werden die Gemeinde Schlangen sowie der Heimat- und Verkehrsverein Oesterholz-Haustenbeck neue Besitzer des Gebäudes. Das Bauwerk soll als Heimathaus neue Bedeutung erlangen. Darin entsteht ein Heimatmuseum mit Veranstaltungsräumen. Das Haus und seine Umgebung werden auch zu Städten der Begegnung. Es finden sich dort historische Geräte und Exponate, die einen Einblick in die Dorfgeschichte und die 1939 aufgelöste Gemeinde Haustenbeck geben.

Dr. Friedrich Hohenschwert wird 1921 als Sohn des Bauern Friedrich Heuwinkel und seiner Ehefrau Marie im Fachwerkhaus »auf der Kohlstädter Heide« geboren. Er wächst in Oesterholz auf und beginnt seine berufliche Tätigkeit als Landwirt. Nach seinem Studium der Vor- und Frühgeschichte wird er 1967 Kustos des Lippischen Landesmuseums in Detmold.

Von 1976 bis zu seiner Pensionierung 1986 leitet Friedrich Hohenschwert das Museum. Er erwirbt sich als Museumsdirektor, langjähriger Bodendenkmalpfleger des Kreises Lippe und Leiter zahlreicher archäologischer Grabungen ein hohes Maß an Anerkennung. 2003 verstirbt er.

Bereits erschienen:

Teil 1: Das Bürgerhaus

Teil 2: Kohlenmeiler Kohlstädt

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