Fr., 03.11.2017

Serie über die Schlänger Geschichtsstationen Alte Schule immer wieder erweitert

Von Sonja Möller

Schlangen (WB). Seit Ende der fünfziger Jahre befindet sich das Schlänger Schulzentrum am Rennekamp. Schüler wurden aber bereits Ende des 16. Jahrhunderts in der Gemeinde unterrichtet. Davon erzählt die Geschichtsstation »Rathaus: Alte Schule«.

Serie stellt Geschichtsstationen vor

Das WESTFALEN-BLATT stellt seinen Lesern in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Ortsgeschichte Schlangen in loser Folge den einzigartigen geschichtlichen Rundwanderweg in der Gemeinde vor. Er umfasst mittlerweile 40 Stationen und erstreckt sich auf alle Ortsteile: Schlangen, Oesterholz-Haustenbeck und Kohlstädt. Die Geschichtsstationen erinnern an altes Brauchtum, historische Ereignisse und Bauten.

Die erste Küsterschule Schlangens ist Ende des 16. Jahrhunderts entstanden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Küsterhaus laut Aufzeichnungen »zugrunde ausverwüstet« und später wieder neu aufgebaut. 1650 war von Arbeiten am Neubau die Rede.

Am 2. Mai 1678 gehörte die Küsterei mit zu den 44 Häusern, die in Schlangen in Flammen aufgingen. Das Schulmeisterhaus wurde später an gleicher Stelle wieder aufgebaut.

Schulstube hatte 25 Quadratmeter

Wie das Küsterhaus Anfang des 19. Jahrhunderts aussah, zeigt eine Handskizze, die auf das Jahr 1808 datiert ist. Kammerrat Gerke hatte den Grundriss des damaligen Gebäudes aufgezeichnet. Zu erkennen ist die Schulstube, die etwa 25 Quadratmeter groß war. Zudem gab es noch eine Wohnstube mit einer Größe von zehn Quadratmetern. In seinem Bericht merkte Kammerrat Gerke damals an, dass »das Küsterhaus bloß der Dreschdiele wegen gebaut zu sein scheint.«

1825 sollte das Schul- und Küsterhaus neu gebaut werden. Nachdem die Schulstube schon etliche Jahre früher vergrößert werden musste, erfolgte 1826/27 der Bau eines zweigeschossigen Schul- und Küsterhauses. Vorlage hierfür bot der »Riss und Anschlag« des Baukonstrukteurs Vogeler, dessen Ideen nur zum Teil umgesetzt wurden. Im Gebäude fanden sich auch Lehrerwohnungen.

Davor erstreckte sich ein länglicher Schulhof mit einer Reihe mächtiger Linden, Kastanien und Silberpappeln, heißt es in den Schilderungen eines ehemaligen Schülers.

Neubau schafft mehr Platz

Durch den Neubau gab es nun deutlich mehr Platz: Im Haus befand sich jetzt eine Schulstube für 130 Kinder, eine Industrie-Schulstube für 50 Kinder, zwei Kammern, drei Stuben, eine Küche, eine Speisekammer und ein Kuhstall. 30 Jahre später ist Baumeister Merkel zuständig für einen südlichen Anbau.

Der weiter steigenden Schülerzahl wurde mit der Einweihung der Neuen Schule an der Westseite des Kirchplatzes Rechnung getragen. Diese wurde 1935 nochmals erweitert. 1959 zogen Schüler und Lehrer dann in den Neubau am Rennekamp um.

Die 1900 eingeweihte »neue Schule« wurde seit 1959 nicht mehr als solche genutzt. Nach einer umfangreichen Umgestaltung des Innenraums wurde diese von 1962 an als Gebäude der Schlänger Gemeindeverwaltung genutzt. 1977 wich die einst neue Schule dann dem Bau des Hauses Am Kirchweg 4 und wurde abgerissen.

Alle Teile der Serie finden Sie hier.

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