Sa., 28.10.2017

In Schlangen fällt ein 20 Tonnen schwerer Mammutbaum Von Fäulnis zerfressen

Das Ende des Mammut-Baumes.

Das Ende des Mammut-Baumes. Foto: Sonja Möller

Von Sonja Möller

Schlangen (WB). Mehr als 100 Jahre hat der Mammutbaum am Querweg gestanden und hat extreme Wetterlagen erlebt. Seit Freitag, 27. Oktober, klafft dort eine große Lücke. Das 20 Tonnen schwere Naturdenkmal ist unter den Blicken vieler Schaulustiger gefällt worden.

Bäume hat Sebastian Penke mit seiner Firma schon so einige gefällt. »Einmal haben wir zwei 8,3 Tonnen schwere Eichen über ein Haus abtransportiert«, erzählt Seniorchef Ralf Penke von einer der bislang größten Aktionen. Am Freitag stehen Sebastian Penke und seine Mitarbeiter dann vor einer ganz neuen Herausforderung: Sie sollen den schätzungsweise 20 Tonnen schweren Mammutbaum an dem Eckgrundstück Querweg/Detmolder Straße fällen.

Entscheidung fällt einen Tag vorher

Die Entscheidung zur Fällung ist wie berichtet erst am Donnerstagnachmittag, 26. Oktober, gefallen. Zuständig ist der Kreis Lippe, da der Mammutbaum unter Naturdenkmalschutz steht. Thomas Cleve, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises, hatte sich den Baum vor Ort angeschaut. Den Ausschlag gab dann die Sorge bezüglich der Wetterprognosen der kommenden beiden Wochenenden. »Es sind starke Sturmböen angekündigt. Und das Gutachten ist nicht eindeutig. Es gibt keine

hundertprozentige Sicherheit, dass nichts passiert«, sagt Cleve.

Das Gutachten war in Auftrag gegeben worden, nachdem Anfang Oktober die Krone des Mammutbaums bei einer Sturmböe abgebrochen war. »Dadurch ist ein Riss im Stamm entstanden, der ein Fäulnisherd ist und Gefahren birgt«, erläutert Thomas Cleve. Mit Blick auf den Schlänger Markt und das Ende der Ferien wollte der Kreis dieses Sicherheitsrisiko nicht eingehen.

Nur der Stamm ragt noch in den Himmel

Um zwei Uhr ist es dann geschafft: Nur noch der Stamm des Naturdenkmals steht und ragt majestätisch in den Himmel. »Wir hängen ein bisschen mit der Zeit. Das waren doch mehr Äste als erwartet«, sagt Sebastian Penke, während ein Spezialkran aus Paderborn aufgebaut wird. »Der Baum wiegt schätzungsweise 20 Tonnen. Wir werden den Stamm in zwei Hälften schneiden und abtransportieren«, sagt Penke.

Etliche Schaulustige haben sich vor dem Imbiss Herdehuneke und an der Absperrung am Kreisel versammelt und beobachten gespannt, wie der Stamm an der Kette des Krans befestigt wird. Sebastian Penke und Daniel Ehlers machen sich bereit. Mit der Kettensäge geht es im Steiger etwa 15 Meter in die Höhe. Dann setzt Sebastian Penke die Säge an und Holzsplitter flirren durch die Luft.

Kran legt den tonnenschweren Stamm auf die Straße

Bis der Stamm durchgesägt ist, dauert es einige Zeit. Von mehreren Seiten muss der Fachmann ansetzen. Dann fährt der Steiger langsam zurück und Penke ruft: »Wartet, bis wir weg sind.« Der Kran hebt den mehrere Tonnen schweren Stamm hoch und setzt ihn vorsichtig auf der Detmolder Straße ab. Er überragt das Haus ein ganzes Stück. Dann wird der Koloss vorsichtig auf die Straße gelegt. Geschafft.

Bis zum Abend ist auch der untere Teil des Mammutbaums abtransportiert und die Straße wieder frei gegeben.

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