Fr., 22.01.2016

Diakonisches Werk und Volkshochschule unterstützen Flüchtlinge bei der Integration Sprache als wichtiges Puzzleteil

Auf dem Weg zur erfolgreichen Integration müssen Flüchtlinge viele Hindernisse meistern. Dabei sind ihnen das Diakonische Werk und die Volkshochschule behilflich. Beide Institutionen sehen das Erlernen der deutschen Sprache als wichtiges Puzzleteil.

Auf dem Weg zur erfolgreichen Integration müssen Flüchtlinge viele Hindernisse meistern. Dabei sind ihnen das Diakonische Werk und die Volkshochschule behilflich. Beide Institutionen sehen das Erlernen der deutschen Sprache als wichtiges Puzzleteil. Foto: S. Hofschlaeger/pixelio.de

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen (WB). Mit der Vermittlung einer Unterkunft ist die Integration von Flüchtlingen, die neu nach Bad Oeynhausen kommen, nicht abgeschlossen. Um Zuwanderer mit den Lebensverhältnissen in ihrer neuen Heimat – insbesondere auch mit der deutschen Sprache – vertraut zu machen, arbeitet die Stadt deshalb mit dem Diakonischen Werk im Kirchenkreis Vlotho und der Volkshochschule Bad Oeynhausen zusammen.

 Vielfältige Beratung

»Unser Schwerpunkt liegt auf der Beratung von Flüchtlingen«, sagt Birgit Meyer.

Birgit Meyer Foto: Claus Brand

Sie leitet den Bereich Migration/Integration beim Diakonischen Werk im Kirchenkreis Vlotho. Die Fragestellungen, mit denen sie und ihre Kollegen konfrontiert würden,  seien ganz unterschiedlich.  Oft handele es sich um neue Zuwanderer, die Hilfe beim Stellen eines Asylantrages benötigten. Immer wieder nutzten aber auch Menschen mit Migrationshintergrund, die schon länger in Bad Oeynhausen leben, die Beratung. »Etwa, wenn sie Probleme mit Abrechnungen oder behördlichen Vorgängen haben«, betont Birgit Meyer. Ihr Ziel sei es, alle Anfragen  zeitnah zu bearbeiten.

Deutsch als Schlüssel

Parallel zur Beratung organisiert das Diakonische Werk laut Birgit Meyer in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen auch Sprachkurse auf verschiedenen Einstiegsniveaus. »Die Angebote sind   stark nachgefragt. Insbesondere die jungen Flüchtlinge wissen, dass für sie das Erlernen der deutschen Sprache überlebenswichtig ist«, betont Birgit Meyer. Nicht immer sei der Sprachunterricht einfach. Einige der Zuwanderer hätten nämlich nie eine Schule besucht. Folglich müssten sie erst  lernen, zu lernen.

Sozialpatenschaften

Als Erfolgsmodell kristallisiert sich laut Birgit Meyer eine zunehmende Anzahl von Sozialpatenschaften heraus: »Es gibt sowohl Einzelpersonen als auch Familien, die  Patenschaften übernehmen.« Die zumeist jungen Zuwanderermänner sei in vielen Fällen bereits fest in die deutschen Familien eingebunden. Das sei wirkliche Integration. Doch damit sei es nicht getan. Birgit Meyer: »Einmal pro Woche bieten Frauen einen Spiel- und Basteltreff im Wohncontainer an der Mindener Straße an.« Zudem gebe es Sprachcafés für Männer und Frauen. Ein Dolmetscherdienst, Helfer für Umzüge sowie individuelle Nachhilfe seien ebenfalls verfügbar. »Etwa 100 Freiwillige unterstützen uns auf   unterschiedliche Weise«, sagt Birgit Meyer.

Büffeln erforderlich

Durch Sprach- und Integrationskurse auf verschiedenen Niveaus begleitet die Volkshochschule (VHS) Bad Oeynhausen Zuwanderer während des langwierigen  Integrationsprozesses. »Für Asylbewerber aus Syrien, dem  Irak, dem Iran und Eritrea konnten wir im Oktober einmalig spezielle Einstiegskurse anbieten«, sagt Gabriele Ujvári.

Gabriele Ujvári Foto: Malte Samtenschnieder

Sie leitet die VHS-Geschäftsstelle Bad Oeynhausen. Die 320-stündige Maßnahme werde von der Bundesagentur für Arbeit finanziert. Bereits seit zehn Jahren gebe es Integrationskurse für Flüchtlinge mit längerfristiger Bleibeperspektive. Das 660 Stunden umfassende Programm werde vom Bundesamt für Flüchtlinge und Migration gezahlt. Außer   Sprachunterricht umfasse es auch eine Orientierung zu Politik, Gesellschaft und Geschichte als Vorbereitung auf den Einbürgerungstest.

Mit Deutsch  zum Beruf

»Die meisten jungen Zuwanderer wissen, dass erst durch die Sprache der Zugang   zu einem Studium oder einem Ausbildungsplatz möglich wird«, sagt Gabriele Ujvári. Deshalb sei sie dankbar, dass unlängst Sondermittel zur Förderung junger Flüchtlinge ab 16 Jahre bereitgestellt worden seien. Um den Zuwanderern weitere sinnvolle Kenntnisse zu vermitteln, plane sie auch ein interkulturelles Sozialkompetenztraining anzubieten.   »Wir bieten den Flüchtlingen aber nicht nur Sprach- und Integrationskurse an, wir sind auch bei der Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen behilflich«, sagt die VHS-Geschäftsstellenleiterin.

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