Sa., 23.01.2016

Dehmer Spezialist für die Lagerung von Gefahrstoffen hat bei Shanghai Fertigungshalle angemietet Denios will in China wachsen

Helmut Dennig, Vorstand der Denios AG, zeigt einen Prospekt mit Produkten des Unternehmens in chinesischer Sprache. Im März 2015 hat sich das Unternehmen auf einer Umweltmesse in Shanghai präsentiert. Im Juli wird die Denios AG 30 Jahre alt.

Helmut Dennig, Vorstand der Denios AG, zeigt einen Prospekt mit Produkten des Unternehmens in chinesischer Sprache. Im März 2015 hat sich das Unternehmen auf einer Umweltmesse in Shanghai präsentiert. Im Juli wird die Denios AG 30 Jahre alt. Foto: Claus Brand

Von Claus Brand

Bad Oeynhausen (WB). Auch wenn Chinas Wirtschaft nicht mehr rasant wächst: Die Denios AG setzt als weiteres Standbein auf den Markt mit aus ihrer Sicht riesigem Potential. Seit dem Jahresbeginn hat Denios in Taicang, eineinhalb Autostunden von Shanghai entfernt, eine Niederlassung.

Ausdruck findet dies in einer etwa 1500 Quadratmeter großen gemieteten Halle, in der zeitnah die ersten Produkte des Spezialisten für Gefahrstofflagerung  gefertigt werden sollen. »Für die Gründung der Gesellschaft hatten wir einen  Vorlauf von etwa zwölf Monaten. Das ist nicht mal gerade so gemacht«, erklärt Unternehmensgründer Helmut Dennig.

Die ersten Überlegungen, nach China zu gehen, habe es vor etwa drei Jahren gegeben. Dennig: »Vor zehn Jahren haben wir dort als Kunde die ersten Produkte eingekauft.« Dabei habe es sich  um Transportsysteme, Handlingsysteme genannt, für Fässer oder kleinere Gefahrstoff-Lager gehandelt. Sie verfügen über Rollen, Hydraulikzylinder oder etwa Greifmechanismen. Dennig: »China war reiner Einkaufsmarkt für uns. Diese Produkte hätten für uns einen hohen Fertigungsaufwand mit entsprechenden Kosten bedeutet. Die in Europa herzustellen, fiel sehr schwer.« Jetzt soll China für Denios auch wichtiger Absatzmarkt werden. In einem nächsten Schritt will das Unternehmen sich den indischen Markt erschließen.

Das China eine Erfolgsgeschichte wird, dafür gibt es für Helmut Dennig zwei wesentliche Gründe. Zum einen ist es das Potential, die Größe des Wirtschaftsraumes. »Wir haben lange überlegt, wo genau wir in China hingehen«, erklärt er. »Ich habe viele Städte besucht.« Die Wahl fiel auf die Millionenstadt Taicang in der Industrieregion um Shanghai. »Und das Bewusstsein für den Umweltschutz, und in logischer Folge auch für die Gefahrstofflagerung etwas tun zu müssen und zu wollen«, sei in China in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, »auch bei der Regierung«, sagt Dennig. 2006, bei seinen ersten Besuchen dort, sei dieses Bewusstsein noch nicht vorhanden gewesen.

China sei bei Wachstumsraten von um die 15 Prozent seinerzeit vor allem mit sich selbst beschäftigt gewesen. »In einer wachsenden Industrie ist Umweltschutz nicht das erste, an was Firmen denken. Es sollte aber auch nicht das letzte sein«, erklärt er. Wenn, wie jetzt der Fall, Umweltschutz mehr Bedeutung bekomme, stehe Gefahrstoffgut-Lagerung immer mit auf der Agenda. Im März 2015 hat Denios erstmals auf einer Fachmesse für Umweltschutz in Shanghai ausgestellt, mit einem Katalog in chinesischer Sprache.

Er ist der Überzeugung, dass es bei entsprechender Gefahrstofflagerung eine Katastrophe wie 2015 im chinesischen Tianjin nicht hätte geben müssen. Dennig: »Dort ist in einem Gefahrstofflager ein Brand ausgebrochen, das typische Denios-Thema.« Dort seien nach offiziellen Angaben etwa 150 Menschen ums Leben gekommen. Der Vorstand: »Ein absolut vermeidbarer Unfall. In der zivilisierten Industriewelt wäre das so nicht passiert. Da greifen Mechanismen, allein schon mit Verboten, bestimmte Stoffe zusammen zu lagern.«

Nach dem Unfall habe es Anfragen chinesischer Firmen gegeben, verbunden mit dem Wunsch, sich die neue Fertigungshalle ansehen zu können, und der Forderung, dass die Produkte auch dort hergestellt werden. Zunächst würden dort kleinere Gefahrstoffgutlager produziert. Dennig: »Ziel ist es, dort mehr Kompetenz aufzubauen.« Gerade sei man dabei, in China gewerbliche Mitarbeiter einzustellen. Dennig: »Von dem, was der Markt an Umsatz hergeben müsste,  wären 30 Beschäftigte mittelfristig dort eine schwache Zahl.« Allein am Standort Frankreich habe Denios beispielsweise 100 Mitarbeiter. Eine Frage bleibe, wie schnell man in China wachsen könne. Die Kompetenz, eine Niederlassung im Ausland aufzubauen zu können, sei durch andere Länder da. »Man muss die jeweilige lokale Konkurrenz im Augen haben.«

Schon den vor zehn Jahren begonnen Einkauf von Transportsysteme habe man irgendwann vor Ort selbst organisieren und begleiten müssen, »durch einen Mann vor Ort, der die Region und die Mentalität kennt, der dort lebt.« Vor etwa dreieinhalb Jahren sei so ein Chinese eingestellt worden, der die Lieferantenkontakte gepflegt und betreut hat. Dennig: »Er hat in Chicago studiert und kennt auch den amerikanischen Markt.« Es gebe nichts Schlimmeres, als wenn man  Ware aus China in einem Container geliefert bekommt und der enthält Dinge mit Mängeln oder Fehlern in der Stückzahl.«

Ein Qualitätsstandard sei durch den Mann vor Ort sicherzustellen gewesen. »Das war unsere erste Anlaufstelle für den chinesischen Markt, als Kunde«, sagt Dennig. Schon heute verfüge man über Aufträge aus dem dortigen Markt, beispielsweise für Lithiumionen-Batterien bei VW. »Diese Einheiten sind aber irgendwann so groß, dass allein schon die hohen Transportkosten eine Präsenz vor Ort sinnvoll machen.« Bei den großen Raumsystemen sei die dezentrale Produktion, wie nun auch in China, Strategie. Und: Mit Blickrichtung auf den amerikanischen Markt soll schon in diesem Jahr eine Vertriebsniederlassung in Mexiko gegründet werden.

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