Fr., 23.09.2016

Planungsbüro: Teile der Grundschule Eidinghausen sind »stark sanierungsbedürftig« Neubau statt Renovierung

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen-Eidinghausen (WB). Ein möglicher Abriss und Neubau der Grundschule Eidinghausen scheint unausweichlich – wenn man den Zustand der Gebäude berücksichtigt und das neu erarbeitete pädagogische Raumkonzept umsetzen will. 13,66 Millionen Euro könnte das Vorhaben kosten. Das haben die Mitglieder des Schulausschusses am Mittwoch erfahren.

Der Schulausschuss hatte zu einem Lokaltermin in die Mensa der Grundschule Eidinghausen eingeladen. Grund dafür war die Vorstellung eines vom Rat in Auftrag gegebenen schulpädagogischen Raumkonzeptes. Dieses hatte das Planungsbüro Schneider/Meyer (Köln und Stuttgart) gemeinsam mit Lehrern der Grundschule sowie Eltern erarbeitet. Von Januar bis Juni hatten sie sich in drei Workshops getroffen. Wichtiger Aspekt war hierbei beispielsweise die Frage, wie Schüler mit Förderbedarf mithilfe eines neuen Raumkonzeptes besser integriert werden können.

Ein Blick in die Planungsunterlagen verdeutlicht, dass es schwierig werde, die Schule in der jetzigen Form lediglich zu sanieren. »Alle Gebäudeteile sind stark sanierungsbedürftig beziehungsweise abgängig«, heißt es dort. Erhaltenswert erscheine »lediglich das zentrale Schulgebäude; es stellt aber nur etwas mehr als 20 Prozent der benötigten Fläche dar«.

Verwaltung prüft Möglichkeiten zur Förderung

Einer Prognose zufolge werden für die Grundschule etwa 3202 Quadratmeter Fläche benötigt, zuzüglich weitere 2113 Quadratmeter für beispielsweise Flure und Toiletten. Macht zusammen 5315 Quadratmeter. Einer Schätzung zufolge, die Planer Jochem Schneider vorstellte, müsse man mit Baukosten von etwa 12,6 Millionen Euro rechnen – 2370 Euro je Quadratmeter. »Das ist ein mittlerer Wert. Diese Kosten bewegen sich in einem Rahmen von plus, minus 15 Prozent«, sagte er.

Hinzu kommen Kosten von jeweils etwa 530 000 Euro für den Abriss der alten Gebäude sowie die Planung und Gestaltung der Freiräume im Außenbereich. Macht zusammen etwa 13,66 Millionen Euro. Für einen Neubau werden 18 Monate veranschlagt.

Das ist ein deutlicher Unterschied zu den Summen, die bisher für den Grundschulstandort Eidinghausen für das Jahr 2018 vorgesehen sind. Etwa 7,7 Millionen Baukosten sowie 1,2 Millionen Euro Planungskosten nannte Volker Müller-Ulrich, Sprecher der Stadt. »Dabei handelt es sich um Beträge, die im Haushalt eingestellt sind – allerdings für einen Umbau, nicht für einen Neubau«, sagt er.

Fragen zur Finanzierung muss nun die Verwaltung klären, unter Berücksichtigung möglicher Fördermittel. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Mitglieder des Schulausschusses. Ergebnisse sollen in der nächsten Sitzung des Ausschusses im Oktober vorgestellt werden. So könnte beispielsweise geprüft werden, ob das Bauvorhaben von dem landesweiten Investitionsprogramm »Gute Schule 2020« profitieren könnte. Über die Kommunen werden zins- und tilgungsfreie Kredite vergeben. »Ende September könnten wir dazu Informationen erhalten«, sagte Wolfgang Budde, Leider des Fachbereichs Jugend, Soziales und Schulen.

Schule als Ort der Begegnung

Das neue Raumkonzept für die Grundschule sieht beispielsweise neben einzelnen Lernbereichen auch offene Bereiche zum gemeinsamen Lernen vor. Zentraler Ort soll ein Foyer werden. Von hier aus sollen sich beispielsweise die Bibliothek, ein Forum sowie etwa der Speiseraum angliedern. Das Forum könnte einzeln oder mit dem Speiseraum Platz für Veranstaltungen bieten – wichtig auch für Vereine in Eidinghausen.

Platz muss aber auch aus anderen Gründen geschaffen werden. Bisher ist die Grundschule Eidinghausen dreizügig. Für die weitere Planung wurde aber eine Vierzügigkeit aufgrund entsprechender Schülerprognosen berücksichtigt. Zudem rechnen die Planer mit mehr Schülern im Offenen Ganztag. Derzeit seien es etwa 40 Prozent der Kinder, die dieses Angebot nutzen.

Für Lehrerin Anja Düding soll die Schule vor allem ein Ort der Begegnung bleiben – auch mit Vereinen im Ort sowie beispielsweise mit der benachbarten Kirchengemeinde: »Meine Vision ist, dass sich hier Schüler und ältere Menschen begegnen.«

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