Mi., 19.10.2016

Deutsche Angestellten-Akademie wird Partner im Innovationszentrum Fennel Neuer Partner, mehr Bildungsangebote

Während ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Industriemechaniker beschäftigen sich Edgar Gross (25, links) aus Herford und Benjamin Samland (27) im Innovationszentrum Fennel auch mit modernen 3D-Druckern. 2017 wollen sie ihren Abschluss machen.

Während ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Industriemechaniker beschäftigen sich Edgar Gross (25, links) aus Herford und Benjamin Samland (27) im Innovationszentrum Fennel auch mit modernen 3D-Druckern. 2017 wollen sie ihren Abschluss machen.

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen (WB). Das Innovationszentrum Fennel stellt sich für die Zukunft neu auf und hat seit dem 1. Oktober einen Partner. Das gesamte Bildungsangebot sowie Schulungsinventar und alle Angestellte hat die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) übernommen.

»Die ›Fennel Stiftung‹ wird nicht verschwinden. Sie behält beispielsweise das Gebäude«, betonte Professor Berndt Kriete, seit 2013 Vorstand der Stiftung. Bereits im vergangenen Jahr habe es Überlegungen gegeben, wie die Angebote des Innovationszentrums Fennel erweitert werden können. Dazu gehöre bisher die Aus- und Fortbildung sowie Qualifizierung im technisch-gewerblichen Bereich mit Metall, Automatisierung, Werkzeug- und Formenbau.

Seit April habe es konkrete Gespräche mit mehreren bundesweit tätigen Anbietern gegeben, darunter die DAA. »Dabei haben wir sehr schnell gemerkt, dass ihre Angebote am Besten zu uns passen und dass wir dieselbe Philosophie teilen«, sagte Berndt Kriete. Vorteil sei auch die deutliche höhere Zahl an Mitarbeiter der DAA.

Die DAA sei seit etwa 40 Jahren im Bildungsmarkt tätig und habe Erfahrungen in der Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung, EDV und Informationstechnologie sowie Gesundheit und Soziales. Zudem sei die DAA auch in der Region verankert.

Das Innovationszentrum Fennel verlassen jedes Jahr etwa 50 Absolventen

Partner des Innovationszentrums Fennel ist der DAA-Zweig­stellen-Verbund Westfalen (Ostwestfalen-Lippe, Münsterland und Ruhr-Mitte). »Mit dem Zukauf in das Innovationszentrum wird auch die DAA in der Region breiter aufgestellt sein. Besonders seit dem Sommer ist aufgrund des Zuzugs von Flüchtlingen der Bedarf an Angeboten aus dem technisch-gewerblich Bereich gestiegen«, sagte Dr. Martina Wennemann, Leiterin des Zweigstellen-Verbundes.

Zum Innovationszentrum Fennel gehört das angeschlossene, private Berufskolleg, das etwa 100 Schüler besuchen. Sie sind Auszubildende zum Industrie-Mechaniker sowie zum Maschinen- und Anlagenführer. Sie werden in Theorie und Praxis ausgebildet. Im praktischen Teil geben Industrie-Meister ihre Erfahrungen weiter. Dazu gibt es im Innovationszentrum auch moderne, computergesteuerte CNC-Maschinen im Wert von etwa 1,5 Millionen, die Firmen der Region für die Ausbildung an das Innovationszentrum ausgeliehen haben. Zum zweiten Bereich gehören Angebote der Umschulung und Integration sowie der Weiterbildung und Qualifizierung. An der Umschulung nehmen bis zu 50 Berufserfahrene im Alter zwischen 25 und 40 Jahren teil.

Insgesamt melden sich am Innovationszentrum Fennel jährlich etwa 50 Auszubildene und Umschüler zur Abschlussprüfung vor der Industrie und Handelskammer an.

Für Berndt Kriete bleibe die Ausbildung zum Industrie-Mechaniker auch in Zukunft wichtig. »Sie richten computergesteuerte Maschinen ein, bedienen und warten sie. Sie sind in jeder Branche einsetzbar, ob Maschinenbau oder Nahrungsmittelbranche«, sagte er. Dies sei auch unter dem Stichwort »Industrie 4.0« wichtig. Ein Beispiel für die Verzahnung von industrieller Produktion sowie Informations- und Kommunikationstechnik sei der 3D-Druck.

Stiftungsvermögen beträgt drei Millionen Euro

Das Innovationszentrum wird zu 93,5 Prozent durch die »Fennel Stiftung« betrieben. Stifter des Vermögens von drei Millionen Euro ist Unternehmer Bernd Fennel, Vorsitzender des Kuratoriums. Einen Anteil von 6,5 Prozent hält die Westfälische Gesellschaft für Weiterbildung. Ziel – wie bei Stiftungen üblich – ist es, die Vermögenserträge komplett in die Stiftungs-Arbeit zu investieren. »Aber auch wir hatten mit anhaltend niedrigen Zinsen zu kämpfen. Zuletzt hat sich die Situation aber verbessert«, sagte Berndt Kriete. Eine Hälfte des Stiftungsvermögen sei zur Gründung direkt in das Innovationszentrum geflossen, die andere Hälfte »in verschiedene Papiere angelegt«.

Die »Fennel Stiftung« betreibt das gemeinnützige »Haus der innovativen Ausbildung und Qualifizierung gGmbH«. Tochtergesellschaft ist wiederum das Innovationszentrum, »IZF gemeinnützige Bildungsgesellschaft mbH« genannt. Hierbei handelt es sich um das private Berufskolleg. An dieser staatlich anerkannten Einrichtung können Teilnehmer zugleich auch eine Ausbildung absolvieren und den Hauptschulabschluss oder die Fachoberschulreife erlangen.

Neuer Leiter des Berufskollegs ist Bernd Steinmann. Der studierte Volkswirt leitete von 2012 bis 2016 das Berufskolleg am Wilhelmsplatz in Herford.

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