Fr., 02.06.2017

Bei Dacharbeiten am Krankenhaus Bad Oeynhausen gelangt Lösungsmittel in Raumluft Alle Operationssäle gesperrt

Im Krankenhaus Bad Oeynhausen sind vorübergehend alle fünf Operationssäle gesperrt worden.

Im Krankenhaus Bad Oeynhausen sind vorübergehend alle fünf Operationssäle gesperrt worden. Foto: Claus Brand

Von Bernd Bexte

Bad Oeynhausen (WB). Im Krankenhaus Bad Oeynhausen sind am Donnerstag alle fünf Operationssäle gesperrt worden, nachdem Mitarbeiter über Übelkeit geklagt hatten. Als mögliche Ursache kommt in Betracht, dass eine bei den Dacharbeiten verwendete Grundierung ein Lösungsmittel abgesondert hat, das von der Klimaanlage eingesogen und in die Operationssäle geleitet wurde.

Das haben die Mühlenkreiskliniken, zu denen das Haus in Bad Oeynhausen gehört, mitgeteilt. Vorsorglich wurden daher bis auf weiteres alle geplanten Operationen am Standort  Bad Oeynhausen abgesagt. Gestern betraf dies zehn OPs. »Operative Notfälle können in einem dem OP-Standard entsprechenden Kreißsaal durchgeführt werden«, erklärte Kliniksprecher Christian Busse.

Für den Bedarfsfall seien auch am Johannes-Wesling-Klinikum in Minden und am Krankenhaus Lübbecke-Rahden weitere Behandlungskapazitäten geschaffen worden. »Die vollumfängliche Patientenversorgung der Bürger im Kreis Minden-Lübbecke ist damit weiter gewährleistet.« Alle übrigen Abteilungen am Krankenhaus Bad Oeynhausen seien von dem Vorfall nicht betroffen. Die Patienten würden –  mit Ausnahme der OPs –  wie gewohnt behandelt.

Über Übelkeit geklagt

Am Donnerstagmorgen hatten 13 Mitarbeiter im OP-Bereich über Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt. Vier wurden im Krankenhaus zur Beobachtung zwischenzeitlich stationär aufgenommen, sollten aber vermutlich noch gestern wieder entlassen werden. »Patienten waren zu keinem Zeitpunkt in Gefahr«, betont Busse.

Die Dacharbeiten werden im Zuge des Ausbaus der Notaufnahme ausgeführt. Es handele sich bei der verwendeten Grundierung um ein Standardprodukt, das seit vielen Jahren verwendet werde. Es dürfe mit handelsüblichem Gesichtsschutz aufgetragen werden und gelte laut Sicherheitsdatenblatt des Herstellers als »reizend für die Atemwege«. Als Behandlungsempfehlung bei Kontamination werden das »Entfernen aus dem Gefahrenbereich« und das »Zuführen von Frischluft« empfohlen. Warum das von der Klimaanlage aufgenommene Lösungsmittel trotzdem solche Folgen hatte, werde untersucht. »Derzeit wird eine umfassende Analyse von Fachfirmen durchgeführt.«

In der Raumluft hätten bereits kurz nach dem Vorfall keine Partikel des Lösungsmittels mehr nachgewiesen werden können. Die Untersuchungsergebnisse der Klimaanlage und des verwendeten Lösungsmittels stünden aber noch aus. Nach Abschluss der Untersuchungen werde das Krankenhaus über die Wiedereröffnung der OPs entscheiden.

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