Sa., 03.06.2017

Trinkwassersituation in Bad Oeynhausen bleibt angespannt – Stadtwerke reagieren Kein Wasser für Kurparkblumen

Um den Trinkwasserverbrauch zu senken, wird derzeit auf der Hauptachse des Kurparkes nicht gegossen. Vielleicht muss auch kurzfristig das Fontainenfeld am Kaiserpalais abgeschaltet werden. Die Mittelfontaine wird mit Werrewasser versorgt.

Um den Trinkwasserverbrauch zu senken, wird derzeit auf der Hauptachse des Kurparkes nicht gegossen. Vielleicht muss auch kurzfristig das Fontainenfeld am Kaiserpalais abgeschaltet werden. Die Mittelfontaine wird mit Werrewasser versorgt. Foto: Rajkumar Mukherjee

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen/Löhne  (WB). »Seit wir vor zwei Tagen über einen möglichen Trinkwasserengpass in Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille informiert haben, geht der Verbrauch leicht zurück«, sagte Bernd Poggemöller am Freitag. Von einer Entspannung kann nach Angaben des Vorstehers des Wasserbeschaffungsverbandes Am Wiehen aber noch keine Rede sein.

Wasserverbrauch sinkt nach Appell zum Sparen

»Wir freuen uns, dass die Verbraucher seit unserem Appell am Mittwoch messbar sparsamer mit der Ressource Wasser umgehen«, sagte Bernd Poggemöller. Bei vielen habe offenbar eine Sensibilisierung eingesetzt. »Sie erkennen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass etwas heraus kommt, wenn man den Wasserhahn aufdreht.«

Trotz einer geringeren Abgabemenge sei der Pegel im für Bad Oeynhausen und Löhne relevanten Hochbehälter Bergkirchen weiter auf einem Rekordtief. »Er liegt weiter bei etwa 1,7 Metern«, sagte Bernd Poggemöller.

Obwohl er den Menschen im Unteren Werretal sonnige Pfingsttage gönne, wünsche er sich auch den einen oder anderen Regenschauer. Unmittelbare Auswirkungen auf den Grundwasserspielgel habe das nicht. »Bei Regen wird aber zum Beispiel kein Wasser zum Gießen der Gärten benötigt«, sagte Bernd Poggemöller. Das führe direkt zu einem merklich geringeren Verbrauch.

Zusätzliche Brunnen sollen Situation entschärfen

Die Verantwortlichen des Wasserbeschaffungsverbandes Am Wiehen setzen aber nicht nur auf die Vernunft der Verbraucher. »Es ist uns gelungen, zu erreichen, dass wir die Bezugsmenge vom Wasserbeschaffungsverband Herford-West noch mal erhöhen«, sagte Bernd Poggemöller.

Zudem solle die Zahl der Entnahmebrunnen in Südhemmern möglichst bald von 21 auf 23 gesteigert werden. »Über weitere Maßnahmen werden wir am Mittwoch mit der Bezirksregierung in Detmold beraten«, sagte Bernd Poggemöller.

Stadtwerke bewässern keine öffentlichen Anlagen

Als Reaktion auf die Trinkwasserknappheit bewässern die Stadtwerke Bad Oeynhausen derzeit keine Sportplätze oder öffentlichen Anlagen. »Das betrifft auch den Kurpark«, sagte Stadtwerkesprecher Rüdiger Ernst am Freitag.

In Abstimmung mit der Stadtverwaltung seien Brunnen im Stadtgebiet – etwa der Schweinebrunnen – noch nicht abgestellt. Rüdiger Ernst: »Sie verfügen über einen eigenen Wasserkreislauf, so dass nur minimale Mengen, die durch Verdunstung verloren gehen, ersetzt werden müssen.«

Auch darüber hinaus gehen die Stadtwerke beim Wassereinsparen mit gutem Beispiel voran. Die Fahrzeuge des Unternehmens dürfen nicht gewaschen werden. Der Betrieb der Kehrmaschinen ist vorübergehend eingestellt worden. »Und es werden keine Standrohre zur Wasserentnahme ausgegeben«, sagte Rüdiger Ernst.

Kurpark-Hauptachse seit Dienstag nicht gegossen

Bernd Poggemöllers Wunsch nach dem einen oder anderen ausgiebigen Regenschauer an Pfingsten schloss sich Cornelia Schnepel, stellvertretende Leiterin des Eigenbetriebes Staatsbad, an. »Aus Sorge um die Pflanzen im Kurpark würde ich mir Niederschlag wünschen«, sagte sie am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung. Auf der Hauptachse sei zuletzt am Dienstag gegossen worden.

Da Mittelfontaine und Brunnen im Heckengarten aus Werrewasser gespeist würden, habe die Trinkwasserknappheit auf deren Betrieb keinen Einfluss. »Wenn sich die Situation weiter zuspitzt, werden wir aber das aus Trinkwasser gespeiste Fontainenfeld auf den Kurhausterrassen kurzfristig abschalten«, sagte die stellvertretende Betriebsleiterin.

Bürgermeister Wilmsmeier hofft auf baldige Lösung

»Ich möchte alle Bürger bitten, mit dem Wasser sparsam umzugehen«, sagte Bürgermeister Achim Wilmsmeier angesichts der angespannten Trinkwassersituation. Grund zur Panik sieht der Bürgermeister aber nicht. »Im Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen versuchen wir zurzeit, gemeinsam eine Lösung zu finden, was uns sicher auch gelingen wird«, sagte Achim Wilmsmeier.

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