Mi., 08.11.2017

Das WESTFALEN-BLATT befragt Reisende zum Nordbahnhof Vier Momentaufnahmen

Viele Bahnreisende sind unzufrieden mit dem Zustand des Nordbahnhofs. Sie halten eine Sanierung für notwendig, so auch Markus Freitag, Pfarrer auf der Lohe.

Viele Bahnreisende sind unzufrieden mit dem Zustand des Nordbahnhofs. Sie halten eine Sanierung für notwendig, so auch Markus Freitag, Pfarrer auf der Lohe. Foto: Angelina Zander

Von Angelina Zander

Bad Oeynhausen (WB). Die Empfangshalle des Nordbahnhofs ist kein Schmuckstück. Seit einem Jahr ist das Gebäude in städtischem Besitz. Doch seitdem ist dort nicht viel passiert. Das WESTFALEN-BLATT hat nach dem Zufallsprinzip Reisende nach ihrer Meinung zum Zustand des Gebäudes befragt: vier Momentaufnahmen.

Bettina Exeler (51), Bielefeld:

»Der Bahnhof ist einfach hässlich und nicht mehr zeitgemäß. Ich bin Berufspendlerin und finde, dass vor allem Läden vor Ort fehlen. Die Kneipe in der Ecke steht schon lange leer und es ist unpraktisch, dass man immer nach draußen muss, um etwas zu kaufen. Auch eine Möglichkeit, im Bahnhof zu sitzen, wäre gut – ein geschützter Wartebereich. Ich denke, dass der Nordbahnhof eine Grundsanierung nötig hat. Retro ist zwar schick, aber an dieser Stelle überholt. Und dadurch, dass keine Läden mehr da sind, fühle ich mich abends auch nicht mehr sicher. Denn Geschäfte bringen auch Leben mit sich.«

Markus Freitag (55), Lohe:

»Ich nutze den Bahnhof regelmäßig. Meine Kinder sind im Studium und ich unternehme gelegentlich Reisen mit der Bahn. Deshalb bin ich häufig hier. Es ist für mich wichtig, dass der Nordbahnhof als Stützpunkt möglichst vieler Strecken erhalten bleibt. Das Gebäude ist nicht im besten Zustand, aber ich sehe, dass bereits etwas gemacht wurde. Die Sitzgelegenheiten draußen und der Gang zu den Bahnsteigen sind schon mal ein Anfang. Und trotzdem ist noch Luft nach oben. Die Eingangshalle macht überhaupt nichts her. Grundsätzlich gibt es hier im Bahnhof auch zu viele leere Geschäfte und tote Ecken, wie die Kneipe und jetzt der Kiosk, der geschlossen hat.«

Ingrid (64) und Britta (38) Hartleb, Kirchlengern und Schweiz:

»Wir sind nicht oft hier am Bahnhof. Aber unser erster Eindruck von Innen war nicht sehr ansprechend. Uns fehlt der Kiosk. Den haben wir, wenn wir hier sind, sonst gerne für einen Kaffee in Anspruch genommen. Wir empfinden den Bahnhof als unschön. Wenn ich hier alleine abends reisen müsste, fänd ich es bedrückend. Außerdem ist es im Winter sehr zugig. Man sollte den modernen Stil weiterführen, der an den Fahrstühlen begonnen hat. Das war wirklich ein guter Schritt. Sonst macht der Bahnhof wirklich keinen schönen Eindruck.«

Harald Kunze (71), Südstadt;

»Ich habe nicht schlecht gestaunt, dass es den Kiosk nicht mehr gibt. Das finde ich eine ganz miese Sache und wirklich eine schwache Leistung. Ich vermisse daher eine Möglichkeit, einen Snack zu kaufen. Mir fehlt hier in der Eingangshalle eine Bank, auf die man sich im Winter setzen kann, um nicht in der Kälte warten zu müssen. Aber ich muss auch sagen, dass ich Bahnhöfe kenne, die vom Aussehen her schlimmer sind.«

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