Fr., 14.07.2017

Grenzwerte werden nicht erreicht – Sanierung im Jahr 2018 Gift in Rundhalle entdeckt

Die Stadtsporthalle in Espelkamp: In den Abdichtungen zwischen den Betonplatten und den äußeren Stahlstützen befindet sich ein Isoliermaterial mit dem Gift PCB.

Die Stadtsporthalle in Espelkamp: In den Abdichtungen zwischen den Betonplatten und den äußeren Stahlstützen befindet sich ein Isoliermaterial mit dem Gift PCB. Foto: Michael Nichau

Von Michael Nichau

Espelkamp (WB). Das Gift sitzt in den Fugen zwischen den Betonteilen. Bei Messungen der Raumluft in der Stadtsporthalle Espelkamp (Rundsporthalle) ist eine Belastung mit PCB festgestellt worden. Thorsten Blauert, Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung, hat jedoch Entwarnung gegeben: Die Grenzwerte werden nicht überschritten.

Das Thema war zunächst im nichtöffentlichen Teil des Stadtentwicklungsausschuss besprochen worden. Aufgrund der Brisanz hatte sich aber die Stadtverwaltung entschlossen, die Öffentlichkeit zu informieren und gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass man derzeit wegen der geringen Messwerte »keinen Handlungsbedarf« sehe.

Im Zuge der für das Jahr 2018 vorgesehenen energetischen Sanierung der Halle sollen – nach Angaben der Verwaltung – dann auch alle betroffenen Bauelemente entfernt werden.

Keine Schäden zu befürchten

»Gesundheitsschäden treten nur auf, wenn Menschen langfristig hohen PCB-Konzentrationen ausgesetzt sind. Bei bis zu 300 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft sind überhaupt keine Maßnahmen erforderlich. Bei einer Überschreitung muss die Belastung mittelfristig beseitigt werden«, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

»In der Zwischenzeit sollte regelmäßig gelüftet und entstaubt werden«, erläutert Blauert. So könne die Konzentration gesenkt werden. Erst ab dem Grenzwert von 3000 Nanogramm bestehe akuter Handlungsbedarf.

»Die Belastung in der Stadtsporthalle beträgt zwischen 541 und 2230 Nanogramm pro Kubikmeter. Akuter Handlungsbedarf besteht also nicht«, sagt Blauert. Die höchsten Konzentrationen würden in den Lehrerumkleiden auftreten, also in Räumen, in denen sich Personen nur wenige Minuten aufhalten würden.

Besonders kleine Räume betroffen

»Am stärksten belastet sind jene Bereiche, die direkt an die Außenwände grenzen. Insbesondere kleine Räume weisen eine höhere Konzentration auf. Die Sporthalle selbst ist kaum betroffen«, heißt es von der Stadtverwaltung. Im Gegensatz zu Büros oder Wohnungen würden sich die Personen in der Halle nur kurze Zeit aufhalten. Die Aufnahme in den Körper sei daher vergleichsweise gering.

Die Stadtsporthalle soll 2018 saniert werden. Derzeit würden die Planungsleistungen ausgeschrieben, sagt Blauert. Für eine PCB-Sanierung müssen alle Stoffe, die den Weichmacher enthalten, vollständig entfernt werden. Die Außenbauteile werden im Zuge der Sanierung entfernt, daher ist es nicht sinnvoll, diese Stoffe kurzfristig zu entsorgen«, sagt Thorsten Blauert.

Die Baustoffe im Inneren, die das Gift aufgenommen hätten, würden eine deutlich geringere Konzentration aufweisen. Auch diese würden letztlich während der energetischen Renovierung entfernt. Die Stadt rechnet dadurch mit Mehrkosten von etwa 550 000 Euro. Zusammen mit dem bereits veranschlagten Eigenanteil der Stadt an den Sanierungskosten würde dies eine gute Million Euro an Aufwand bedeuten.

Stadt denkt über Neubau nach

Alternativ sei ein Abriss und Neubau der Halle zu kalkulieren, sagt Blauert. Inklusive Planungskosten käme man dafür auf (bisher nur grob kalkulierte) 5,6 Millionen Baukosten. Bei der derzeitigen Förderung von Seiten des Landes – eventuell werde auch die PCB-Entsorgung bezuschusst – komme man ebenfalls auf einen Eigenanteil der Stadt von einer Million Euro.

All diese Kostenschätzungen seien bisher nur spekulativ, betont Blauert. Eine genaue Kostenrechnung werde die Verwaltung im September im Stadtentwicklungsausschuss vorlegen.

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