Sa., 25.04.2015

Protestanrufe wegen AfD-Thema – Vorstand will neuen Termin ansetzen Hotel sagt Asyl-Veranstaltung ab

Neben dem Thema Asyl sollte es bei der AfD-Veranstaltung am Freitag auch um den Rundfunkbeitrag gehen: (von links) Thomas Röckemann, Jan Aussieker, Rainer Fäth, Sebastian Landwehr und Jens Altvater.

Neben dem Thema Asyl sollte es bei der AfD-Veranstaltung am Freitag auch um den Rundfunkbeitrag gehen: (von links) Thomas Röckemann, Jan Aussieker, Rainer Fäth, Sebastian Landwehr und Jens Altvater. Foto: Friederike Niemeyer

Lübbecke (WB/fn). Das Lübbecker Hotel-Restaurant Borchard hat am Freitag einen Diskussionsabend der AfD zur Asylpolitik abgesagt. Zahlreiche Anrufer hatten die Hoteliersfamilie am Vormittag aufgefordert, kein Forum für diese Veranstaltung zu bieten.

Der Minden-Lübbecker Kreisverband der AfD hatte für Freitagabend zu einem Abend unter der Überschrift »Asyl, offene Grenzen und die Folgen. Eine Bestandsaufnahme« eingeladen. Referentin sollte das Parteimitglied Frigga Tiletschke sein, die als Integrationsdozentin angekündigt wurde. Die Bielefelder Historikerin unterrichtet Deutsch als Fremdsprache für Migranten und ist zum Thema Asyl bereits andernorts aufgetreten, auch im Umfeld der Dresdner Pegida-Bewegung. AfD-Kreisvorsitzender Thomas Röckemann hatte mit etwa 50 Teilnehmern bei der Veranstaltung im Hotel Borchard gerechnet.

Eine Mitarbeiterin des Hotels Borchard sagte, dass am Freitagvormittag E-Mails und Faxe, vor allem aber massiv Anrufe bei ihnen eingegangen wären und auf den Inhalt der AfD-Veranstaltung hingewiesen hätten: »Wir sind nicht bedroht worden. Wir wurden gefragt, ob wir unseren guten Ruf gefährden wollten.« Sie betonte, dass im Hotel Borchard regelmäßig die verschiedensten Parteien zu Gast seien. Bei der Anmeldung werde nicht nach dem Inhalt gefragt. »So etwas haben wir noch nicht erlebt«, sagte sie. Am Freitagmittag habe sich die Hotelleitung dann entschlossen, die Veranstaltung abzusagen.

AfD-Kreisvorsitzender Thomas Röckemann will die Veranstaltung andernorts nachholen

Thomas Röckemann und weitere AfD-Mitglieder standen am Abend auf dem Hotel-Parkplatz, um noch ahnungslose Besucher über den Ausfall der Veranstaltung zu informieren. »Wir haben um kurz vor 14 Uhr die Absage erhalten, dann haben wir die Mitglieder informiert«, berichtet Röckemann. Er zeigte sich fassungslos. »Das ist bei uns noch nie passiert. Es liegt wohl am Thema.« Nach seinen unbestätigten Informationen kämen die Anrufe aus kirchlichen und linken Kreisen. Dabei sei ein sehr informativer, aufklärerischer Abend etwa auch über Schlepperbanden geplant gewesen. Röckemann kündigte an, die Veranstaltung andernorts nachzuholen. Im Internet kommentierte die AfD: »Wir lassen uns jedoch von diesen antidemokratischen Bestrebungen einzelner linker Gruppierungen nicht einschüchtern und versuchen, eine alternative Lösung zu finden.«

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