Fr., 18.09.2015

Fluchtlingsunterkunft: »Nicht rechtzeitig informiert« Schulleiterin erhebt Vorwürfe

Von Christian Busse

Lübbecke (WB). Marion Bienen, Schulleiterin der Jahn-Realschule, die zu einer Flüchtlingsunterkunft wird, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Schulträger. Sie sei nicht rechtzeitig informiert worden.

Umbau

35 Soldaten des Panzerpionierbattaillons Minden und 60 Mitarbeiter des Kreisbauhofs haben am Donnerstag das Gebäude der Jahn-Realschule zu einer Notunterkunft für Flüchtlinge umgebaut. 300 Betten werden in den 20 Klassenräumen aufgestellt. Wer die Flüchtlingsunterkunft betreiben wird, ist noch nicht klar. Im Gespräch ist das DRK.

Die Ereignisse der vergangenen Tage nehmen Marion Bienen sichtlich mit. Mit Tränen in den Augen räumt sie die letzten Sachen aus dem Lehrerzimmer, während Mitarbeiter des Kreisbauhofes darauf warten, dass sie ihren angestammten Parkplatz verlässt, um einen Bauzaun aufstellen zu können.

»Ich habe am Dienstagabend um 17.30 Uhr erfahren, dass wir am Mittwoch zum letzten Mal in der Schule sein werden. Ich hatte eine halbe Stunde, um mich zu entscheiden, wo künftig der Unterricht stattfinden soll. Da hab ich mich geweigert«, sagt Marion Bienen, die ihre Wut nur mühsam im Zaum halten kann. Sie als Schulleiterin musste die Aufgabe übernehmen, die Schüler am Mittwoch zu informieren. Der Bürgermeister ließ sich entschuldigen. »Mir hat man gesagt, er sei in einer Sitzung«, sagt Bienen.

Hilfe

Eine Annahmestelle für Sachspenden wird noch eingerichtet. Gebraucht werden in der Regel Schuhe und Kleidung, vor allem kleinere Kleidergrößen und Kinderkleidung. Ein Spendenkonto ist schon eingerichtet: IBAN: DE634905010 10040002016; BIC: WELADED1MIN. Stichwort Spenden für Flüchtlinge,  Notunterkunft Lübbecke.

Die Schüler seien geschockt gewesen und sehr traurig. »Auch meine Schüler sind Menschen. Und so kann man mit ihnen nicht umgehen. 15 Minuten hat man ihnen gegeben, um ihre Sachen aus den Klassen zu räumen. Dann mussten sie raus. Es war eine Flucht wie nach einem Krieg«, sagt sie.

Verständnis für die Entscheidung, wie eine Pressemitteilung des Kreises am Mittwoch angedeutet hat, gab es bei Eltern und Schülern nach Angaben Bienens nicht. »Wie soll man Verständnis haben, wenn man so behandelt wird. Es gab keine Gespräche. Niemand hat uns vorgewarnt.«

Die Entscheidung, aus der Schule eine Flüchtlingsunterkunft zu machen, ist nach Angaben der Schulleitung nicht einmal ausschlaggebend für Enttäuschung und Trauer der Schüler. »Die Jugendlichen sind hier fünf oder sechs Jahre zur Schule gegangen. Sie fühlen sich als letzte Schüler einer auslaufenden Schule eh schon benachteiligt. Dass sie jetzt in 15 Minuten ihre Schule verlassen müssen, ist einfach nur traurig. Wie soll man da Verständnis aufbringen«, fragt Bienen. Eine Rückkehr in die Jahn-Realschule schloss Marion Bienen kategorisch aus. »Wir ziehen nicht noch mal um.« Das Schild der Schule haben die Schüler auf eigenen Wunsch hin abmontiert und mit in die Pestalozzischule genommen.

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Kommentare

Wählen gehen!

Da kann es nur eine Antwort geben, um dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten. Merkel so schnell wie möglich abwählen, SPD und Grüne dito! Einfach mal ganz anders wählen - falls man andere eine Wahl hat.....

Ausgetrickst !

Ich persönlich begrüße das die Auswirkungen der Botschaften unserer politischen Führung langsam, aber sicher, auch in unserem ruhigen OWL ankommen. Lange hat man hier die Fakten ignoriert; Die Auswirkungen der ignorierten Fakten sind aber nicht mehr zu leugnen. Und das ist nur die Spitze des Eisberges ( man denke an die Fahrgäste der Titanic ). Angela fürchte Dich !
Hier wird die Zukunft unserer Kinder den Geistern der Vergangenheit geopfert ! Und das alles, weil einige volksferne Idealisten ihre Betroffenheitsneurose aufgrund unserer Geschichte ausleben möchten. Danke für solche Artikel. Weiter so...........................

frechheit

einfach unglaublich, kinder haben vorrang, sie sind das höchste gut, alles andre is da unwichtig!!!!!!!!!!!!!!
Ich hoffe das wird konsequenzen haben, das kann ja nicht wahr sein!!!!

Perfide Strategie

Was mich am meisten berührt hat, waren diese Zeilen im Kommentar der Schulleiterin:

"Auch meine Schüler sind Menschen. Und so kann man mit ihnen nicht umgehen. 15 Minuten hat man ihnen gegeben, um ihre Sachen aus den Klassen zu räumen. Dann mussten sie raus. Es war eine Flucht wie nach einem Krieg«, sagt sie."

Erst lässt man die Bürgermeisterwahlen stattfinden und dann präsentiert man den Hammer. Wer da glaubt, dass dieser Beschluss zumindest auf Kreisebene nicht schon vor dem Wahltermin bekannt war, glaubt wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann. Wenn dann bei den Stichwahlen niemand mehr Lust hat, wählen zu gehen, kommen die gleichen Parteivertreter und schluchzen mit Krokodilstränen etwas von "Politikverdrossenheit".

Danke übrigens an die Redaktion des Westfalen-Blattes, die die Meinung der Schulleiterin ungeschminkt weitergibt - die "Konkurrenz" scheint das ja nicht nötig zu haben.

Jetzt mal alle die Schnappatmung einstellen

Diese Schule lief eh zum nächsten Schuljahr aus. Dort werden zur Zeit (oder wurden) noch 2 Jahrgänge mit ca. 150 Schülern unterrichtet. Also wird die Schule einfach etwas eher geschlossen als vorgesehen.

Das ist erst der Anfang

Ja, da werden wir uns noch wundern, was in den nächsten Wochen passiert, wenn der Strom der Fachkräfte nicht abreißt und es in den Zelten langsam ungemütlich wird. Wer noch Gästezimmer hat, sollte sich überlegen, wie deutlich er das bei der letzten Volkszählung angegeben hat...

Unglaublich, was in Deutschland passiert

Über so viel Kaltschnäuzigkeit der "Volksvertreter" kann man sich nur noch wundern. Ich wünsche allen Betroffenen die Kraft, gegen diese Wahnsinnspolitik, die sich gegen das eigene Volk richtet, mit allen legalen Mitteln vorzugehen.

Ist der Artikel Satire?

Da die Migrantenflut nächstes Jahr noch weiter ansteigen wird, dürften Vorfälle wie dieser zum Alltag werden. Unglaublich, wie dieses Land sich selbst abschafft.
Grüße aus noch Deutschland und bald wieder in der Nicht-EU Heimat;)

11 Kommentare

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