Di., 06.06.2017

»Hotzenplotz«-Premiere der Freilichtbühne Nettelstedt erfreut mehr als 500 Besucher Potenzial zum Publikumsrenner

Da haben Kasperl und Seppel nichts zu lachen. Sie wollen Hotzenplotz eine Falle stellen, werden aber selbst von ihm gefangen. Der Bösewicht (in der gestohlenen Uniform des Oberwachtmeisters Dimpelmoser) bringt sie in seine Räuberhöhle.

Da haben Kasperl und Seppel nichts zu lachen. Sie wollen Hotzenplotz eine Falle stellen, werden aber selbst von ihm gefangen. Der Bösewicht (in der gestohlenen Uniform des Oberwachtmeisters Dimpelmoser) bringt sie in seine Räuberhöhle. Foto: Arndt Hoppe

Von Cornelia Müller

Nettelstedt  (WB). Dass es kein gutes Ende mit einem Räuber nimmt, wenn er sich mit Kasperl, Seppel und der Großmutter anlegt, weiß jedes Kind, das Otfried Preußlers Hotzenplotz-Geschichten kennt. Dafür hat dieser Räuber der Theatersaison auf dem Hünenbrink aber einen richtig guten Anfang beschert.

Kasperltheater XXL

Am Sonntag erlebten dort nämlich mehr als 500 Zuschauer die Premiere von »Der Räuber Hotzenplotz« und waren rundum begeistert. »So darf es gern weitergehen«, wünscht sich Volker Kracht, der Vorsitzende der Freilichtbühne, für die kommenden Wochen, in denen das Stück jeweils am Sonntag um 16 Uhr gespielt wird. »Der Räuber Hotzenplotz« hat auf jeden Fall das Potenzial, ein Publikumsrenner zu werden.

Denn das neue Familienstück der Freilichtbühne Nettelstedt ist Kasperletheater in XXL: ein großes Vergnügen mit großem Ensemble auf großer Bühne. Wo der fiese Hotzenplotz Großmutters neue Kaffeemühle klaut und Kasperl und Seppel eine List aushecken, um sie zurückzubekommen. Wo die beiden dann aber doch selbst gefangen genommen werden und die Großmutter gleich dazu, weil sie so gut kochen kann. Wo der Zauberer Zwackelmann ganz verzweifelt ist, weil er sich alles herbeihexen kann, was er will, aber ausgerechnet seine Leibspeise Kartoffeln nicht. Wo es Feen gibt und brave Oberwachtmeister, Pfefferpistolen und Schnupftabaksäcke.

Komische Momente werden voll ausgekostet

Dass es bei dieser Räubergeschichte viel zu lachen gab, versteht sich fast von selbst. Und die Spieler der Freilichtbühne unter ihrem Regisseur Poyraz Türkay kosteten die komischen Momente auch voll aus, so dass es oft spontanen Szenenapplaus gab – zum Beispiel für das sehr anhängliche »Fräulein Meier«, das versuchte den Oberwachtmeister Dimpfelmoser zu bezirzen, oder für einen Hotzenplotz in Schlafrock und Herzchen-Unterwäsche.

Vor diesem Räuber mussten nicht einmal ganz kleine Kinder wirklich Angst haben, auch wenn er noch so laut polterte und drohte: »Ich mache Blutwurst aus euch«. Kasperl und Seppel hatten die Situation im Griff und Aaron Kracht und Frederik Wulff, die bei der Premiere in ihre Rollen geschlüpft waren, erhielten am Ende auch besonders viel Applaus.

Lieder extra für das Stück geschrieben

Auch die Lieder, die Frank Suchland eigens für dieses Stück geschrieben hatte, kamen sehr gut an, denn die Musik lud zum Mitklatschen ein und die Texte sorgten oft für ein Extra-Schmunzeln, zum Beispiel, als die Witwe Schlotterbeck auf ihre Wahrsagekunst hinwies und singend betonte: »Da brauch ich nicht mal googlen«.

So war spätestens, als alle Amateurschauspieler beim Finale noch einmal gemeinsam auf der Bühne standen und sangen »Da hat der Räuber Pech gehabt« eines ganz klar: Pech für Hotzenplotz – Glück für die Zuschauer.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4906612?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198399%2F2516047%2F