Sa., 14.01.2017

Ausschuss: Übergangsheim Getmolder Straße muss weg – Standort in Frage gestellt Abriss beschlossen – Neubau unklar

Das Haus Getmolder Straße 14 ist über Jahre als Übergangsheim genutzt worden. Jetzt hat der Sozialausschuss beschlossen, dass das marode Gebäude abgebrochen werden soll.

Das Haus Getmolder Straße 14 ist über Jahre als Übergangsheim genutzt worden. Jetzt hat der Sozialausschuss beschlossen, dass das marode Gebäude abgebrochen werden soll. Foto: Arndt Hoppe

Von Arndt Hoppe

Preußisch Oldendorf (WB). Das Übergangswohnheim für Asylbewerber an der Getmolder Straße 14 in Preußisch Oldendorf ist niemandem mehr als Unterkunft zuzumuten. Darüber waren sich die Mitglieder des Sozial- und Jugendausschusses der Stadt am Donnerstagabend einig und beschlossen den Abbruch des Gebäudes.

Stadt schlägt Bau von Reihenhäusern vor

Der bei der Stadt für Gebäudemanagement zuständige Siegfried Spanehl sagte: »Wir haben vor drei Jahren schon einmal darüber gesprochen.« Inzwischen habe es mehr schlecht als recht als Unterkunft genutzt werden können, aber nun sei der Zustand zu schlecht geworden, um es erhalten zu können. »Insbesondere in Sachen Haustechnik und Brandschutz kann es so nicht mehr weiter gehen.« Da auf dem 1500 Quadratmeter großen Gelände ein Bebauungsplan existiere, der eine eingeschossige Bebauung mit Dachgeschoss zuließe, könne an selber Stelle ein Neubau für die Unterbringung von Asylbewerbern errichtet werden. »Wir haben Reihenhäuser favorisiert. Diese könnten, wenn der Bedarf für Flüchtlinge nicht mehr besteht, alle veräußert werden«, sagte Spanehl. »Das ist für Getmold der beste Weg.« Der Vorschlag der Verwaltung wären drei Reihenhauseinheiten, in denen zwischen 20 und 25 Personen wohnen könnten, je nachdem, ob Familien oder andere Gruppen untergebracht werden würden. Die Kosten für das Projekt würden sich auf 790 000 Euro belaufen, die auch bereits im Haushalt der Stadt für 2017 eingestellt seien. Der Abbruch allein werde etwa 60 000 bis 70 000 Euro kosten.

SPD schlägt Standort Bad Holzhausen vor

Iris Pfeiff erklärte, dass die SPD dem Abbruch zustimme, habe sich jedoch wegen der schlechten Infrastruktur die Frage gestellt, ob der Neubau eines Übergangsheims an selber Stelle sinnvoll sei. »Wir meinen, man könnte das Grundstück für Wohnbebauung besser veräußern und einen anderen Standort für eine Asylbewerberunterkunft suchen.« Denkbar sei etwa das Gelände des alten Feuerwehrgerätehauses in Bad Holzhausen, wenn dort ein neues Gerätehaus gebaut werde.

Herbert Weingärtner (CDU) sah es ebenfalls so, dass die Unterkunft Getmolder Straße keinesfalls weiter genutzt werden könne. »Es ist eine schwierige Situation wegen der schwankenden und schwer vorhersagbaren Zahlen von Flüchtlingen.« Man müsse gegebenenfalls schnell reagieren können, falls wieder mehr Zuweisungen kämen.

218 Menschen in Unterkünften

Ordnungsamtsleiter Matthias Kuhle hatte dem Ausschuss zuvor die aktuellen Zahlen an Asylbewerbern vorgelegt. Demnach sind in der Stadt zurzeit 170 Asylbewerber, deren Antrag noch nicht bearbeitet ist. Hinzu kommen 44 anerkannte oder geduldete Asylsuchende, so dass 218 Menschen in den Flüchtlingsunterkünften leben. »Die Anerkannten und Geduldeten müssen wir offiziell nicht unterbringen. Aber sie müssen ja irgendwo bleiben«, sagte Kuhle. Aufgrund der Neuregelung der so genannten Wohnauflage blieben zukünftig mehr Asylbewerber in Preußisch Oldendorf, die früher nach ihrer Anerkennung meist in Großstädte gezogen seien, sagte Kuhle. »Insgesamt hat Preußisch Oldendorf noch 102 freie Plätze für Asylbewerber. Aber einige Wohnungen sind schon gekündigt, so dass wir zurzeit freien Wohnraum für 48 bis 50 Personen haben.« Daraufhin sagte Herbert Weingärtner: »Wenn man die politische Situation anschaut, kann es sehr schnell sein, dass wir wieder 50 bis 60 neue Zuweisungen bekommen.«

Arbeitskreis spricht sich gegen Getmold aus

Der Ausschuss gewährte auch Beate Heitmeier vom Arbeitskreis Pro Asyl Redezeit. Sie erklärte: »Getmold halten wir für einen ganz schlechten Weg.« Dadurch würde noch mehr Arbeit auf die Ehrenamtlichen zukommen, die jetzt schon am Limit seien. Heitmeier appellierte dringend, einen anderen Standort zu erwägen. Siegfried Spanehl gab zu bedenken, dass das Gelände Getmolder Straße 14 der Stadt gehöre. Daher solle der Neubau dort nicht sofort verworfen werden. Einstimmig stimmte der Ausschuss für den Abbruch, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können.

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