Mi., 19.10.2016

Entscheidet der Rat in diesem Jahr? Meier-Guss will Werkstraße und Investitionen am Standort Rahden

Besonders aus betriebswirtschaftlicher Sicht will Meier die Werkstraße.

Besonders aus betriebswirtschaftlicher Sicht will Meier die Werkstraße. Foto: Elke Bösch

Von Elke Bösch

Rahden (WB). Die Firma Meier-Guss hält weiter an ihrem Vorhaben, die Straße »Auf der Welle« in eine Werkstraße umzufunktionieren, fest. Das bestätigte am Dienstag Geschäftsführer Andreas Rehmer.

»Meier-Guss hat der Verwaltung alle erforderlichen Unterlagen vorgelegt, darunter auch ein Verkehrsgutachten. Bürgermeister Bert Honsel wollte eine Rechtsprüfung vornehmen. Jetzt ist die Stadt am Zug.« Rehmer begründet noch einmal den Grund für den Antrag: »Es geht um sehr wichtige betriebswirtschaftliche Gründe, aus denen eine Zusammenführung unserer Grundstücke zwingend erforderlich ist.« Nur so könne die Firma den Standort langfristig sichern. »Das Unternehmen will viel Geld investieren. Das ist bei einer Trennung des Betriebsgeländes wenig sinnvoll. Wir brauchen den Platz.« Ausdrücklich betont Rehmer, dass Meier keine Erweiterung sondern eine gravierende Modernisierung der technischen Anlagen plant. »Zudem wird die Verkehrssicherheit für den Betrieb verbessert.«

Die Trennung des Betriebsgeländes durch eine öffentliche Straße sei ein enormer Standortnachteil. Nur bei einer Zusammenlegung könne sich das Unternehmen für die Zukunft aufstellen, nur so den Anforderungen des Marktes entsprechen und qualitativ, hochwertiger und günstiger produzieren. »Wir müssen konkurrenzfähig bleiben, um unseren Hauptstandort Rahden langfristig zu sichern. Von Rahden aus beliefern wir einen Großteil unserer deutschen Kunden«, betont Rehmer. Der Importdruck aus Asien und Osteuropa sowie ein schrumpfender Markt in Deutschland erforderten zwingend Investitionen, um die Kosten zu senken. »Zum Beispiel haben viele Kommunen zu wenig Geld, bauen weniger Straßen und brauchen weniger Gullydeckel.« In den Werken in Rahden und Varl beschäftigt Meier-Guss 240 Mitarbeiter. In Limburg sind es 100.

Sollte die Werkstraße kommen, sieht das Unternehmen laut Rehmer keine Notwendigkeit, einen neuen Weg zwischen Gießerei und Ortgies-Grundstück oder über städtisches Gelände zu schaffen. »Die Anwohner aus Stellerloh würden diese Verbindung zur Weher Straße wenig nutzen«, ist er überzeugt. Solch ein Weg koste ein paar 100.000 Euro. »Wir halten Abfederungsangebote an die Anwohner im Eckbereich ›Lange Reihe‹ für vernünftiger. Zum Beispiel könnte man alternative Beförderungsmöglichkeiten – wie einen Taxibus – zur Verfügung stellen.« Für den Bereich Stellerloh sollen keine Anliegerkosten entstehen. Wir wollen auf jeden Fall mit den Haupt-Betroffenen Gespräche führen«, kündigt Rehmer an.

Und auch auf einen weiteren Knackpunkt – die Freigabe aller Samstage im Jahr durch die Bezirksregierung Detmold für die Produktion – ging Rehmer ein. Diese Freigabe hatte im Rahdener Osten für erhebliche Unruhe gesorgt. »Wir haben in diesem Jahr noch keinen einzigen Samstag gearbeitet. Wie Meier-Guss immer versichert hat, war das eine reine Notfallvorsorge. Die Eisengießerei produziert auf nur einer großen Anlage. Wenn es zum Crash kommt, müssen wir reagieren und an den Samstagen den Produktionsrückstand aufholen. Wir warten unsere Anlage, modernisieren sie ständig, solange alles läuft brauchen wir die Samstage nicht. Aber Verzögerungen bei der Lieferung verzeiht der Markt nicht«, gibt der Geschäftsführer zu bedenken.

Rahdens Bürgermeister Bert Honsel bestätigt, dass die Verwaltung die Unterlagen für die Werkstraße prüft. »Wenn wir alles vorbereitet haben, und es einen Vorschlag der Verwaltung geben sollte, gehen wir in die Fraktionen und führen dort zuerst nicht-öffentlich Gespräche«, sagte Honsel. Der Bürgermeister könnte sich vorstellen, dass der Punkt »Werkstraße für Meier-Guss« auf die Tagesordnung der Sitzung des Bauausschusses am 15. Dezember kommt. Der Rat würde dann am 22. Dezember beraten. Sollte das Stadtparlament für eine Werkstraße stimmen, komme es zu einer Bürgerbeteiligung und das schließe eine umfassende Information und Anhörung während einer Bürgerversammlung ein.

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