Mo., 29.12.2014

Schäfer entdeckt in Stemwede Tier mit zahlreichen Bisswunden Hat ein Wolf angegriffen?

Wolfsberater Horst Feldkötter (links) und Schäfer Nils Möller untersuchen das verletzte Tier. Es hat viele Bisswunden.

Wolfsberater Horst Feldkötter (links) und Schäfer Nils Möller untersuchen das verletzte Tier. Es hat viele Bisswunden. Foto: Dieter Wehbrink

Von Dieter Wehbrink

Stemwede (WB). Ein Schaf aus der Herde der Familie Möller ist in der Nacht zum Sonntag auf einer Weide in Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke) schwer verletzt worden. Nils und Denise Möller haben vorsorglich den ehrenamtlichen Wolfsberater Horst Feldkötter aus Bünde eingeschaltet.

Es war ein großer Schreck, als die Möllers gestern nach ihrer 100-köpfigen Herde sehen wollten. »Der Strom-Weidezaun war an einer Stelle niedergedrückt, und nur wenige Meter dahinter lag das Schaf. Es hatte Bisswunden am ganzen Körper. Große Mengen von Wolle waren aus dem Körper herausgerissen und lagen verstreut auf der Weide.«

Tiere unter Schock

Die anderen Tiere standen unter Schock. Sie waren über den niedergedrückten Zaun gelaufen und befanden sich außerhalb der Weide. »Nicht auszudenken, wenn sie im Dunkeln auf die vielbefahrene Straße gelaufen wären«, sagt Nils Möller. Er ist geschockt, dass sein Schaf so leiden muss. Er wollte es umgehend zum Tierarzt bringen. Ob der Veterinär helfen kann, ist unklar. »Die Beine sind ziemlich zerbissen. Es ist nicht in der Lage, aufzustehen«, sagt der Schäfer.

War es ein wildernder Hund oder gar ein Wolf, der das Tier so zugerichtet hat? Weil die niedersächsische Grenze nur zehn Kilometer entfernt ist und im Raum Barnstorf jüngst mehrere bestätigte Angriffe von Wölfen auf Schafe gemeldet wurden, schalteten die Möllers Horst Feldkötter ein. Er ist einer der wenigen Wolfs- und Luchsberater des Landes NRW. Noch in der Weide nahm der Bünder gestern DNA-Proben von den Wunden des Schafes.

Proben sollen zum Umweltministerium

»Ich kann noch nicht sagen, ob es ein Wolf war«, sagte Feldkötter. »Ich habe die Wunden dokumentiert und werde alles zum Umweltministerium in Düsseldorf schicken, das die Proben zur DNA-Analyse in ein Labor geben wird.« Horst Feldkötter geht davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Wolf im Kreis Minden-Lübbecke heimisch wird. »Die Orte in Niedersachsen sind nah. Ein Wolf läuft auf der Suche nach Beute locker 50 Kilometer in einer Nacht.«

Wenn sich bestätigt, dass Wölfe Nutztiere reißen, will das Land eine Entschädigung zahlen. War es ein wildernder Hund, dessen Halter nicht ermittelt werden kann, bleibt Möller wohl auf dem Schaden sitzen.

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