Mi., 16.12.2015

Förderstelle in Oppenwehe soll rekultiviert werden – Dieselöl wird abgepumpt Exxon baut Bohrstelle ganz zurück

So kennen die Oppenweher Bürger den Bohrplatz im Moor. Inzwischen sind die Infotafeln abgebaut, aber der Bauzaun schützt weiterhin das Bohrloch und den Verschluss, durch den jetzt die restlichen 2600 Liter Diesel abgepumpt werden sollen.

So kennen die Oppenweher Bürger den Bohrplatz im Moor. Inzwischen sind die Infotafeln abgebaut, aber der Bauzaun schützt weiterhin das Bohrloch und den Verschluss, durch den jetzt die restlichen 2600 Liter Diesel abgepumpt werden sollen. Foto: Dieter Wehbrink

Von Michael Nichau

Stemwede-Oppenwehe (WB). Das Erdgas-Bohrloch in Oppenwehe wird endgültig verfüllt. Die Bezirksregierung Arnsberg, landesweit zuständig für Bergbau und Energie, hat gestern den Anschlussbetriebsplan für den Rückbau und die Rekultivierung der Bohrstelle »Oppenwehe 1« genehmigt.

Die Suchbohrung nach unkonventionellen Erdgaslagerstätten, also Erdgas, das in porösen Gesteinsschichten eingeschlossen ist, war bereits im Jahre 2008 von der Firma Exxon-Mobil Production Deutschland erfolgt. Sie wird seitdem in einem Kontrollregime überwacht. »Ein so genanntes Fracking wurde in der Bohrung nicht durchgeführt«, versicherte Exxon immer wieder.

Exxon-Mobil hat zwischenzeitlich die unternehmerische Entscheidung getroffen, die Suchbohrung »Oppenwehe 1« aufzugeben. Das hatten Firmenvertreter auf Anfrage bereits vor einigen Tagen bestätigt. Damals hieß es, Exxon würde noch auf die Genehmigung durch die Bezirksregierung warten.

»Für die Verfüllung der Bohrung sowie den vollständigen Rückbau und die Rekultivierung des Bohrplatzes hat die Firma den dafür notwendigen Abschussbetriebsplan im April dieses Jahres zur Zulassung in Arnsberg eingereicht. Nach Beteiligung der Träger öffentlicher Belange konnte der Betriebsplan jetzt zugelassen werden«, heißt es in einer Mittelung der Bezirksregierung.

Mit dem jetzt genehmigten Abschlussbetriebsplan werden die dauerhaft sichere Verfüllung des Bohrlochs sowie der vollständige Rückbaus aller Betriebseinrichtungen einschließlich der Wiedernutzbarmachung und Rekultivierung sichergestellt. »Die Bergbehörde will die ordnungsgemäße Durchführung der Arbeiten vor Ort kon­trollieren«, sagte Wolfgang Dronia, zuständiger Dezernent der Bezirksregierung Arnsberg.

»Mit 24 Auflagen werden die Belange der Ökologie, des Arten-, Gewässer-, Boden- und Immissionsschutzes sowie die ordnungsgemäße Abfallentsorgung geregelt. Insbesondere wird sichergestellt, dass die im Bohrloch noch befindlichen Restmengen an Dieselöl auszirkuliert werden«, schreibt die Behörde.

Mit den Arbeiten zur Verfüllung soll bereits im Januar 2016 begonnen werden. Die weiteren Rückbauarbeiten für den Bohrplatz erfolgen dann im Lauf des Jahres 2016. »Die Gemeinde Stemwede sowie die Anwohner des Bohrplatzes werden über die Aufnahme der Arbeiten vorher informiert«, schreibt die Bergbau-Aufsicht.

»Eine Gefährdung des Grundwassers ist durch das mit Stahlrohren und Zement mehrfach gesicherte Bohrloch sowie durch die mehr als 1000 Meter mächtigen Barrieregesteine zwischen Lagerstätte sowie Grund- und Süßwasserhorizont ausgeschlossen«, schreibt Exxon-Mobil. Unklar war bisher, ob die 2600 Liter Diesel, die im Bohrloch verblieben waren, auch zurückgefördert werden würden. Mit den Auflagen der Bezirksregierung ist dies angeordnet worden.

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