Mi., 13.09.2017

Schmedt: »Wir Weidetierhalter haben Angst um unsere Tiere« Wieder ein Wolf-Mahnfeuer

Zum zweiten Mahnfeuer gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Wolfs haben sich Nutztierhalter in Stemwede-Drohne versammelt. Sie sind in großer Sorge um ihre Weidetiere.

Zum zweiten Mahnfeuer gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Wolfs haben sich Nutztierhalter in Stemwede-Drohne versammelt. Sie sind in großer Sorge um ihre Weidetiere. Foto: Rita Rehring

Stemwede (RE/weh). Ein zweites symbolisches Feuer haben Nutztierhalter ein weiteres Mal auf Initiative des Landwirtschaftlichen Gemeindeverbandes Stemwede angezündet, diesmal in Drohne. Sie wollten damit auf die Gefahr durch den Wolf aufmerksam machen.

Wochen zuvor besuchten bereits 200 Teilnehmer ein Wolfs-Mahnfeuer auf dem Hof Schmedt in Dielingen (wir berichteten). Den Standort in Drohne-Biewinkel hatten die Organisatoren so gewählt, dass das Mahnfeuer von der Hauptstraße und auch von der Strecke der Deutschen Bahn gut sichtbar war.

Hohes Risiko für Schafe, Rinder und Co.

»Wir Weidetierhalter haben Angst um unsere Tiere« sagte Gemeindeverbandsvorsitzender Joachim Schmedt vor etwa 80 Berufskollegen. Die Wiederansiedlung des Wolfes sei eine große Gefahr für Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde und Freilandgeflügel. Vor allem für Jungtiere wie Lämmer, Kälber oder Fohlen sowie Geflügel bestehe ein hohes Risiko. Teilnehmer am Mahnfeuer waren neben dem Kreisverbandsvorsitzenden Hermann Seeker und Kreislandwirt Rainer Meyer auch der Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Wilhelm Brüggemeier, sowie der WLV-Bezirksverbandsvorsitzende Hubertus Beringmeier.

Weidevieh hat Anspruch auf Tierschutz

Die örtlichen Bauern beteiligten sich mit dieser Aktion wieder an den vom Verband der Weidetierhalter in Niedersachsen initiierten »Mahn- und Solidarfeuern«. Die Weidetierhalter wollen den Wolf nicht ausrotten, sondern begrenzen. »Wir verlangen einen verantwortlichen Umgang im künftigen Zusammenleben mit dem Raubtier«, unterstreicht Schmedt. Wenn heute in den Bundesländern von Wolfsmanagement gesprochen werde, so seien damit bisher keine Modelle oder Vorschläge zur Bestandsregulierung verbunden.

»Wenn die Länder bei diesem Kurs bleiben, ist eine Konfliktlage zwangsläufig vorgegeben«, betonte Joachim Schmedt. »Wenn der Wolf nach NRW zurückkehrt, müssen wir an die Auswirkungen denken. Schafe, Ziegen, Kälber von Rinderherden, Fohlen von Pferden sowie Freilandgeflügel haben auch einen Anspruch auf Tierschutz.«

Hörfunk berichtet zum Thema Wolf aus Dielingen

Bisher gäbe es zwar noch keine dauerhaft sesshaften Wölfe in NRW. »Aber wir müssen davon ausgehen, dass sich der Wolf auch bei uns ansiedeln wird« erklärte der Gemeindeverbandsvorsitzende. »Und Weidetiere in offenen Weidelandschaften wolfssicher zu schützen ist unmöglich. »Wir brauchen einen praxistauglichen Plan, wie Wolf und Weidetiere gemeinsam existieren können.«

Am Donnerstag, 28. September, veranstaltet der WDR-Rundfunk von 2 bis 21 Uhr die Hörfunksendung »WDR 5 Stadtgespräch zum Thema Wolf.« Das Publikumsgespräch erfolgt in Stemwede-Dielingen im »Raum für Gemeinde«. Alle Interessierten sind dazu eingeladen.

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