Mi., 11.10.2017

Privater Träger gibt Vorhaben nach Widerstand aus Bad Driburg auf Kolping-Schule in Altenbeken gescheitert

Da war die Welt noch in Ordnung: Anfang Dezember vergangenen Jahres stellten Bürgermeister Hans Jürgen Wessels, Julia Knese-Paschert, Assistentin der Kolping-Schulwerk-Geschäftsführung, Kolping-Schulwerk-Geschäftsführer Ulrich Woischner und der mittlerweile nach Delbrück gewechselte Schulamtsleiter Manuel Tegethoff (von links) die Planungen einer privaten Sekundarstufe-I-Schule vor.

Da war die Welt noch in Ordnung: Anfang Dezember vergangenen Jahres stellten Bürgermeister Hans Jürgen Wessels, Julia Knese-Paschert, Assistentin der Kolping-Schulwerk-Geschäftsführung, Kolping-Schulwerk-Geschäftsführer Ulrich Woischner und der mittlerweile nach Delbrück gewechselte Schulamtsleiter Manuel Tegethoff (von links) die Planungen einer privaten Sekundarstufe-I-Schule vor. Foto: Bernhard Liedmann

Altenbeken (WB/per). Paukenschlag in der Sitzung des Altenbekener Schulausschusses am Mittwochabend: Das Projekt des Kolping-Schulwerks, zum kommenden Sommer eine Realschule in der Eggegemeinde zu eröffnen, ist wie eine Seifenblase geplatzt. Als Grund nannte Kolping-Schulwerk-Geschäftsführer Ulrich Woischner Widerstände seitens der Stadt Bad Driburg.

»Die Stadt Bad Driburg stuft durch eine mögliche Gründung einer Realschule in Altenbeken die Existenz der eigenen Gesamtschule als gefährdet ein. Da Kolping in unterschiedlichen Geschäftsfeldern in den Kreisen Höxter und Paderborn aktiv ist, sieht sich Kolping in einem politischen Spannungsfeld der beiden Kreise, die wiederum unterschiedliche Interessenlagen verfolgen«, sagte Woischner. Aufsichtsrat und Geschäftsführung von Kolping hätten deshalb entschieden, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.

Bürgermeister Hans Jürgen Wessels schäumte vor Wut: »Wenn ich die schulpolitischen Aktivitäten der Nachbarkommune nicht gutheiße, trete ich an den Bürgermeister der entsprechenden Kommune heran, aber torpediere das Projekt nicht hintenrum, indem ich den privaten Bildungsträger unter Druck setze. Das ist intrigenhaft und ganz mieser Stil«, wetterte der Verwaltungschef gegen seinen Amtskollegen von der CDU, Bad Driburgs Bürgermeister Burkhard Deppe.

Laut Woischner war bereits das Kollegium für die künftige Altenbekener Realschule zusammengestellt, ein Unterrichtsplan verfasst und die Finanzierung der Schule gesichert. Für die Schulform der Realschule hatten sich die Teilnehmer einer Elternversammlung zuvor mit deutlicher Mehrheit ausgesprochen. »Die Enttäuschung bei Eltern und Kindern wird riesengroß sein«, vermutete Wessels. Kritik musste sich gestern Abend auch Ulrich Woischner als Vertreter des Kolping-Werks gefallen lassen. »Kolping ist ein christliches Werk, dass einfach eingeknickt ist. Das ist eine Schande, und Kolping sollte sich schämen«, hieß es aus Reihen der SPD.

Konsterniert war auch CDU-Fraktionschef Hermann Striewe: »Das haut mich jetzt vom Stuhl und macht mich sprachlos. Ich muss das erst einmal sacken lassen.«

Ob und wie es mit der Nutzung des Schulzentrums weitergeht, soll nun in der Ratssitzung am 19. Oktober besprochen werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5216969?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198401%2F2851060%2F