Mi., 13.09.2017

Delbrücker Paragon-Tochter will mit Elektromobilität weiter wachsen Voltabox strebt an die Börse

Voltabox-Aufsichtsratschef Klaus Dieter Frers mit Batteriepacks für Elektromobilität in der Produktion am Hauptsitz Delbrück. Der Chef des Autozulieferers Paragon will die Tochtergesellschaft in Kürze an die Börse bringen.

Voltabox-Aufsichtsratschef Klaus Dieter Frers mit Batteriepacks für Elektromobilität in der Produktion am Hauptsitz Delbrück. Der Chef des Autozulieferers Paragon will die Tochtergesellschaft in Kürze an die Börse bringen. Foto: Besim Mazhiqi

Von Oliver Horst

Delbrück (WB). Der Delbrücker Paragon-Konzern will das Wachstum seiner auf Batteriesysteme für Elektromobilität spezialisierten Tochter Voltabox AG forcieren. Um die Marktchancen zu ergreifen, soll durch einen Börsengang weiteres Kapital eingesammelt werden. Die Erstnotiz könnte schon im Oktober erfolgen.

»Der Börsengang ist für uns ein Wachstumsbeschleuniger. Er gibt unserer Tochtergesellschaft die strategische und finanzielle Flexibilität, um schnell in eine neue Größenordnung hineinzuwachsen«, erklärte Paragon-Chef Klaus Dieter Frers, der zugleich Voltabox-Aufsichtsratsvorsitzender ist. Voltabox verfüge als Pionier »über einen signifikanten technologischen Vorsprung im Markt«. Dieser soll durch die Ausweitung der Produktionskapazitäten in Delbrück sowie bei der US-Tochter in Austin (Texas), Übernahmen anderer Firmen und die Weiterentwicklung von Produkten genutzt und ausgebaut werden. Ein dreiköpfiges Entwicklerteam in Aachen arbeitet an elektrischen Antriebssystemen mit dem Ziel, Voltabox zum Komplettanbieter zu machen. Die Produkte sollen 2018 auf den Markt kommen.

Preisspanne für Aktienausgabe wird in den nächsten Wochen festgelegt

Frers hatte im Frühjahr einen Börsengang der Tochter ins Gespräch gebracht. Die Voraussetzung für diesen Schritt war im Mai mit der Umwandlung der 2014 ausgegründeten Tochter in eine Aktiengesellschaft vollzogen worden. Gestern teilte das Unternehmen nun mit, dass der Prozess für eine Notiz im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse eingeleitet wird. Federführend begleitet wird der Börsengang vom Bankhaus Lampe. Erfahrungsgemäß dürfte in den nächsten Wochen die Preisspanne für die Ausgabe der Aktien festgelegt werden, der erste Handelstag ist Mitte Oktober denkbar.

Zu Preisspanne und Bewertung der Voltabox AG und damit auch zu den erwarteten Einnahmen durch den Börsengang machte Paragon gestern noch keine Angaben. Angeboten werden sollen bis zu 5,825 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie 500.000 Aktien aus dem Besitz der Paragon AG. Die Mutter will auch nach dem Börsengang mit etwa 60 Prozent Mehrheitseigner bleiben. Sie ist zudem mit einem Gesellschafterdarlehen von rund 15 Millionen Euro bei Voltabox engagiert.

Umsatz soll bis 2019 bei 100 Millionen liegen

Das junge Unternehmen setzte im vergangenen Jahr 14,5 Millionen Euro um. Im ersten Halbjahr 2017 lag der Umsatz bei 10,6 Millionen, fiel ein Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 700.000 Euro an. Für das Gesamtjahr erwartet Finanzvorstand Andres Klasing Erlöse von 25 Millionen und ein positives Ebit. 2019 soll der Umsatz bei 100 Millionen Euro liegen. »Unser weiteres Wachstum ist mit einem Auftragsbuch von derzeit gut 800 Millionen Euro vorgezeichnet«, erklärte Voltabox-Vorstandschef Jürgen Pampel. »Dank unseres Baukastenprinzips ist unser Geschäftsmodell in hohem Maße skalierbar. Damit können wir sehr schnell neue und komplexe Anwendungen in margenträchtigen Spezialmärkten realisieren.«

Das Marktpotential für Lithium-Ionen-Anwendungen solle von 43 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr bis 2026 auf 185 Milliarden wachsen. Voltabox will Felder besetzen, auf die insgesamt rund 100 Milliarden entfallen.

Voltabox beschäftigt derzeit an drei Standorten insgesamt 90 Mitarbeiter, davon 70 in Delbrück. Die Nachricht vom Börsengang beflügelte auch die Paragon-Aktie. Sie stieg auf ein neues Allzeithoch.

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